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Forum GesellschaftDie Studenten und die "Samtene Revolution" von 1989
Die tschechoslowakischen Studenten waren es, die die "Samtene
Revolution" ins Rollen gebracht haben, mit ihrer Demonstration am 17.
November 1989 haben Sie weltweit Aufsehen erregt. Wie kam es aber, dass in
der Tschechoslowakei ausgerechnet die Studenten in diesen Novembertagen
eine Schlüsselrolle spielten, während es in den übrigen sozialistischen
Ländern eher andere gesellschaftliche Gruppen waren - in Polen etwa die
Werftarbeiter, in der DDR einzelne Kirchenkreise? Dieser Frage ist der
Historiker Milan Otahal in einer gerade veröffentlichten Publikation
nachgegangen, die zugleich die erste ausführlichere Beschäftigung mit
diesem Thema hierzulande darstellt. Mehr dazu von Silja Schultheis.
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Heute am MikrophonMartin Smid - Der angebliche Tote des Jahres 1989
Anlässlich des tschechischen Staatsfeiertags am 17. November wollen wir
heute einen Rückblick machen auf die große Studentendemonstration, die an
jenem Tag vor genau vierzehn Jahren die sogenannte Samtene Revolution ins
Rollen gebracht und das Ende des kommunistischen Regimes eingeläutet
hatte. Rundum waren die Machthaber des ehemaligen Ostblocks bereits
gestürzt oder ins Wanken geraten. Erst eine Woche zuvor war die Berliner
Mauer gefallen. In Prag waren nun die Studenten am Wort. Eine bewilligte,
weil eigentlich antifaschistische Demonstration zum Gedenken an die
Schließung der tschechischen Universitäten durch die Nazis im Jahre 1939
wurde 50 Jahre später zur Demonstration für die Freiheit überhaupt. Ein
brutaler Polizeieinsatz forderte, so hieß es zunächst, einen Toten. Der
Tote hatte einen Namen. Es handelte es sich also nicht um ein x-beliebiges
Gerücht rund um Schlagstöcke, Wasserwerfer und angebliche Opfer, sondern
um einen konkreten Neunzehnjährigen, dem der Polizeieinsatz das Leben
nahm. Ein Gerücht war es aber, wie sich bald herausstellte,
glücklicherweise doch. Vielleicht auch kein Gerücht, sondern gezielte
Desinformation. Jedenfalls lebt der junge Mann. Heute ist er 33. Gerald
Schubert hat ihn aufgespürt und folgenden Beitrag gestaltet:
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Schauplatz17. November 1939: Abtransport tschechischer Studenten ins Konzentrationslager
Bücher, so heißt es, haben ihre Schicksale. Daten, so scheint es,
ebenfalls. Der 17. November, der hierzulande meist mit der Samtenen
Revolution des Jahres 1989 in Verbindung gebracht wird, ist in Tschechien
schon seit den Ereignissen des Jahres 1939 ein bedeutendes Datum. Damals,
mehr als ein halbes Jahr nach der Besetzung der sogenannten Rest-Tschechei
durch Hitler-Deutschland und nur wenige Wochen nach Ausbruch des Zweiten
Weltkrieges, haben die Nazis mit äußerster Brutalität auf
Studentendemonstrationen gegen die Besatzer reagiert. Auf der
Demonstration selbst wurde ein junger Student, Jan Opletal, erschossen,
kurz darauf, am 17. November eben, wurden die tschechischen Universitäten
geschlossen, die Studentenheime gestürmt und Hochschüler einfach so, weil
sie eben Hochschüler waren, in Konzentrationslager transportiert. Einen
davon, Josef Kocourek, hat Radio Prag vors Mikrophon gebeten. Hören Sie
dazu den nun folgenden Schauplatz von Gerald Schubert:
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Forum GesellschaftTomas Garrigue Masaryk ist für große Teile der tschechischen Gesellschaft nach wie vor unangefochten der "größte Tscheche"
Die 1. Tschechoslowakische Republik, deren Gründung sich am 28. Oktober zum
85. Mal jährt, ist hierzulande in aller erster Linie mit ihrem ersten
Präsidenten Tomas Garrigue Masaryk verbunden. Bis heute nennen die
Tschechen bei Umfragen nach ihrem größten Landsmann gewöhnlich an erster
Stelle eben Masaryk, Jan Hus oder Karl IV. Silja Schultheis hat sich
umgehört, wofür die "1. Republik" und ihr Präsident heute in
Tschechien eigentlich stehen.
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WochenschauWochenschau
Herzlich willkommen liebe Hörerinnen und Hörer zum deutschsprachigen
Programm von Radio Prag. In der folgenden halben Stunde bringen wir unsere
regelmäßigen Wochenendrubriken, doch zunächst hören Sie unseren Rückblick
auf die Ereignisse der letzten Woche. Am Mikrophon begrüßt Sie Dagmar
Keberlova.
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