Rubrikenarchiv Tagesecho
Historischer Nachbarschaftsbesuch: Bayerns Ministerpräsident Seehofer in Prag
Es ist ein historischer Moment: Als erster bayerischer Ministerpräsident
weilt Horst Seehofer zu einem offiziellen Besuch in Prag. Mit der Visite
soll das jahrzehntelange Schweigen gebrochen werden. Wie beide Seiten im
Vorfeld erklärt haben, sollen endlich auch auf politischer Ebene die guten
bis intensiven nachbarschaftlichen Beziehungen bestätigt werden. Seit dem
Fall des Eisernen Vorhangs war ein Besuch immer am Streit um die
Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei gescheitert. Die
bayerische Landesregierung, die sich als Schutzpatron der Sudetendeutschen
sieht, forderte eine Rücknahme der Beneš-Dekrete, die die Vertreibung
nach dem Zweiten Weltkrieg sanktioniert hatten. Darauf beharrt nun Seehofer
nicht mehr. Die tschechische Seite verstand die Beneš-Dekrete als
sakrosankt. Noch vor dem Besuch von Seehofer sagte ein Sprecher von
Ministerpräsident Nečas, dass man über die Dekrete überhaupt nicht
sprechen wolle. Am Montag nun sind Premier Nečas und der bayerische
Ministerpräsident Seehofer in Prag zu Gesprächen zusammgetroffen. mehr...
Veranstalter der nordischen Ski-WM 2009 in Liberec insolvent
Mit der Weltmeisterschaft im Nordischen Skisport 2009 in Liberec /
Reichenberg wollten die Veranstalter in Tschechien eigentlich eine gute
Ernte einfahren. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Heute, knapp
zwei Jahre später, zeigt sich, dass die Veranstaltung ein komplettes
finanzielles Desaster war. 105 Firmen, die zum organisatorischen Erfolg der
WM beigetragen haben, warten immer noch auf ihr Geld. Die Hoffnung, dass
ihre Leistungen doch noch beglichen werden, ist indes weiter geschwunden.
Anfang Dezember hat die Vereinigung OC FIS Nordic, die als WM-Organisator
in Erscheinung trat, nämlich Konkurs angemeldet. mehr...
Deutsch-tschechische Schule in Prag will mit Spendenaktion Plastik nach Lidice zurückbringen
Der mittelböhmische Ort Lidice steht für die Verbrechen des Nazi-Regimes
in Tschechien. 1942 brannten Hitlers Schergen das Dorf nieder aus Rache
für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard
Heydrich. Über 170 Männer wurden vor Ort erschossen, rund 200 Frauen
wurden ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, 82 Kinder starben
in den Gaskammern des KZ Kulmhof. An diese Kinder von Lidice erinnert ein
in den Jahren 1995 bis 2000 errichtetes Denkmal mit genau 82 Plastiken. Im
November haben allerdings Diebe eine der Kinderstatuen entwendet. Die
Grundschule der deutsch-tschechischen Verständigung und das
Thomas-Mann-Gymnasium in Prag haben nun einen Spendenaufruf
veröffentlicht, um eine neue Kinderplastik für Lidice zu finanzieren. Ein
Gespräch mit Schulleiterin Eva Marešová.
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Dicke Linie und rundliche Formen: Josef-Lada-Ausstellung in Prag
Er ist zweifelsohne der beliebteste tschechische bildende Künstler,
mehrere Generationen Tschechen sind mit seinen Illustrationen aufgewachsen:
der Maler und Schriftsteller Josef Lada. Sein Werk verbindet viel mit der
Weihnachtszeit. So wurden mehrere von Ladas Bildern schon vor Jahren als
Weihnachtskarten herausgegeben und sie werden bis heute hierzulande häufig
als Weihnachts- oder Neujahrsgrüße geschickt. Den künstlerischen Weg des
einzigartigen Malers dokumentiert eine Ausstellung, die vor kurzem in der
Prager Galerie Smečky eröffnet wurde.
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Rückkehr nach 400 Jahren: Bilder von Roelandt Savery auf der Prager Burg
Er war einer der originellsten Maler am Hof von Kaiser Rudolf II.: der
flämische Maler Roelandt Savery. Nach vier Jahrhunderten werden seine
Werke nun dort ausgestellt, wo sie entstanden sind – auf der Prager Burg.
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„Vernichten Sie das und Sie werden mein Stellvertreter!“
Der Regierung von Premier Nečas soll es zumindest formal an den Kragen
gehen. Am Dienstag könnte das letzte Stündlein der erst fünf Monate
alten Regierung schlagen, wenn sie nicht über eine so satte Mehrheit
verfügen würde. Die Sozialdemokraten wollen wegen der möglichen
Korruptionsaffäre um Umweltminister Drobil ein Misstrauensvotum
initiieren. Christian Rühmkorf über einen sich rasant entwickelnden Fall.
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Die Mehrheit der Tschechen will nicht mit Roma in einem Land leben
Vier von fünf Tschechen betrachten Roma als eine nichtanpassungsfähige
Minderheit. Das geht hervor aus der aktuellen Stem-Umfrage, die das
Innenministerium in Auftrag gegeben hatte. Probleme im Zusammenhang mit der
Roma-Minderheit gelten danach als Hauptgrund für Rechtsextremismus im
Lande. Acht Prozent der Bevölkerung würden ihre Stimme einer
rechtsradikalen Partei geben.
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Außenminister Schwarzenberg: Totalitäre Systeme mit gleichem Maßstab messen
In den totalitären Regimen des Ostens wurden
die Menschenrechte zumeist mit Füßen getreten. In Europa soll es künftig
verboten sein, die Verbrechen des Kommunismus zu leugnen. Eine
entsprechende Forderung haben jedenfalls am Dienstag sechs jüngere
EU-Staaten in Brüssel gestellt, darunter Tschechien.
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„Diese Musik kommt aus dem Herzen“ – Chorleiter Matheisl über Rybas Hirtenmesse
Aus der Adventszeit in Tschechien ist ein Musikstück kaum wegzudenken: die
Böhmische Hirtenmesse von Jakub Jan Ryba. Sie gehört zu den
Kompositionen, die jetzt vor Weihnachten landesweit am häufigsten gespielt
und gesungen werden. In der Regel wird die Hirtenmesse auf Tschechisch
aufgeführt. Vorige Woche gab es sie in Prag aber auch auf Deutsch zu
hören. In der Nikolauskirche am Altstädter Ring erklang das Stück in der
Darbietung des Collegiums Vocale Lustenau aus dem österreichischen
Bundesland Vorarlberg. Und das aus besonderem Anlass: Karl Matheisl, der
das Ensemble gegründet und 22 Jahre geleitet hat, beendet mit dem Prager
Konzert seine berufliche Laufbahn. Ein Interview mit dem Musikpädagogen
und Chorleiter.
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Tschechiens Ärzte drohen mit Massenkündigungen wegen Stress und wenig Gehalt
Es brodelt im tschechischen Gesundheitswesen. Viele Ärzte sind unzufrieden
mit dem Gehalt, das sie für ihre oft stressige Arbeit bekommen.
Überstunden eingeschlossen. Sie machen deshalb klar, dass sie bis
Jahresende kündigen und so ab März die Krankenhäuser in Scharen
verlassen werden. Dies ist das Ziel einer Kampagne der Ärztegewerkschaft,
über die wir auch schon bereits berichtet haben. Die Kampagne „Danke,
wir gehen“ wurde am Montag nun auch in Prag gestartet.
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