Rubrikenarchiv Tagesecho

Historischer Nachbarschaftsbesuch: Bayerns Ministerpräsident Seehofer in Prag

20-12-2010 17:35 | Till Janzer

Horst Seehofer und Petr Nečas (Foto: ČTK) Es ist ein historischer Moment: Als erster bayerischer Ministerpräsident weilt Horst Seehofer zu einem offiziellen Besuch in Prag. Mit der Visite soll das jahrzehntelange Schweigen gebrochen werden. Wie beide Seiten im Vorfeld erklärt haben, sollen endlich auch auf politischer Ebene die guten bis intensiven nachbarschaftlichen Beziehungen bestätigt werden. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs war ein Besuch immer am Streit um die Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei gescheitert. Die bayerische Landesregierung, die sich als Schutzpatron der Sudetendeutschen sieht, forderte eine Rücknahme der Beneš-Dekrete, die die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg sanktioniert hatten. Darauf beharrt nun Seehofer nicht mehr. Die tschechische Seite verstand die Beneš-Dekrete als sakrosankt. Noch vor dem Besuch von Seehofer sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Nečas, dass man über die Dekrete überhaupt nicht sprechen wolle. Am Montag nun sind Premier Nečas und der bayerische Ministerpräsident Seehofer in Prag zu Gesprächen zusammgetroffen. mehr...

Veranstalter der nordischen Ski-WM 2009 in Liberec insolvent

20-12-2010 17:35 | Lothar Martin

Foto: Weltmeisterschaft im Nordischen Skisport 2009 in Liberec Mit der Weltmeisterschaft im Nordischen Skisport 2009 in Liberec / Reichenberg wollten die Veranstalter in Tschechien eigentlich eine gute Ernte einfahren. Sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Heute, knapp zwei Jahre später, zeigt sich, dass die Veranstaltung ein komplettes finanzielles Desaster war. 105 Firmen, die zum organisatorischen Erfolg der WM beigetragen haben, warten immer noch auf ihr Geld. Die Hoffnung, dass ihre Leistungen doch noch beglichen werden, ist indes weiter geschwunden. Anfang Dezember hat die Vereinigung OC FIS Nordic, die als WM-Organisator in Erscheinung trat, nämlich Konkurs angemeldet. mehr...

Deutsch-tschechische Schule in Prag will mit Spendenaktion Plastik nach Lidice zurückbringen

17-12-2010 16:37 | Till Janzer

Der mittelböhmische Ort Lidice steht für die Verbrechen des Nazi-Regimes in Tschechien. 1942 brannten Hitlers Schergen das Dorf nieder aus Rache für das Attentat auf den stellvertretenden Reichsprotektor Reinhard Heydrich. Über 170 Männer wurden vor Ort erschossen, rund 200 Frauen wurden ins Konzentrationslager Ravensbrück deportiert, 82 Kinder starben in den Gaskammern des KZ Kulmhof. An diese Kinder von Lidice erinnert ein in den Jahren 1995 bis 2000 errichtetes Denkmal mit genau 82 Plastiken. Im November haben allerdings Diebe eine der Kinderstatuen entwendet. Die Grundschule der deutsch-tschechischen Verständigung und das Thomas-Mann-Gymnasium in Prag haben nun einen Spendenaufruf veröffentlicht, um eine neue Kinderplastik für Lidice zu finanzieren. Ein Gespräch mit Schulleiterin Eva Marešová.  mehr...

Dicke Linie und rundliche Formen: Josef-Lada-Ausstellung in Prag

17-12-2010 16:37 | Martina Schneibergová

Er ist zweifelsohne der beliebteste tschechische bildende Künstler, mehrere Generationen Tschechen sind mit seinen Illustrationen aufgewachsen: der Maler und Schriftsteller Josef Lada. Sein Werk verbindet viel mit der Weihnachtszeit. So wurden mehrere von Ladas Bildern schon vor Jahren als Weihnachtskarten herausgegeben und sie werden bis heute hierzulande häufig als Weihnachts- oder Neujahrsgrüße geschickt. Den künstlerischen Weg des einzigartigen Malers dokumentiert eine Ausstellung, die vor kurzem in der Prager Galerie Smečky eröffnet wurde.  mehr...

Rückkehr nach 400 Jahren: Bilder von Roelandt Savery auf der Prager Burg

16-12-2010 15:21 | Martina Schneibergová

Er war einer der originellsten Maler am Hof von Kaiser Rudolf II.: der flämische Maler Roelandt Savery. Nach vier Jahrhunderten werden seine Werke nun dort ausgestellt, wo sie entstanden sind – auf der Prager Burg.  mehr...

„Vernichten Sie das und Sie werden mein Stellvertreter!“

16-12-2010 15:21 | Christian Rühmkorf

Foto: ČTK Der Regierung von Premier Nečas soll es zumindest formal an den Kragen gehen. Am Dienstag könnte das letzte Stündlein der erst fünf Monate alten Regierung schlagen, wenn sie nicht über eine so satte Mehrheit verfügen würde. Die Sozialdemokraten wollen wegen der möglichen Korruptionsaffäre um Umweltminister Drobil ein Misstrauensvotum initiieren. Christian Rühmkorf über einen sich rasant entwickelnden Fall.  mehr...

Die Mehrheit der Tschechen will nicht mit Roma in einem Land leben

15-12-2010 17:09 | Christian Rühmkorf

Vier von fünf Tschechen betrachten Roma als eine nichtanpassungsfähige Minderheit. Das geht hervor aus der aktuellen Stem-Umfrage, die das Innenministerium in Auftrag gegeben hatte. Probleme im Zusammenhang mit der Roma-Minderheit gelten danach als Hauptgrund für Rechtsextremismus im Lande. Acht Prozent der Bevölkerung würden ihre Stimme einer rechtsradikalen Partei geben.  mehr...

Außenminister Schwarzenberg: Totalitäre Systeme mit gleichem Maßstab messen

15-12-2010 17:09 | Lothar Martin

In den totalitären Regimen des Ostens wurden die Menschenrechte zumeist mit Füßen getreten. In Europa soll es künftig verboten sein, die Verbrechen des Kommunismus zu leugnen. Eine entsprechende Forderung haben jedenfalls am Dienstag sechs jüngere EU-Staaten in Brüssel gestellt, darunter Tschechien.  mehr...

„Diese Musik kommt aus dem Herzen“ – Chorleiter Matheisl über Rybas Hirtenmesse

14-12-2010 16:01 | Jitka Mládková

Foto: Archiv des Collegiums Vocale Lustenau Aus der Adventszeit in Tschechien ist ein Musikstück kaum wegzudenken: die Böhmische Hirtenmesse von Jakub Jan Ryba. Sie gehört zu den Kompositionen, die jetzt vor Weihnachten landesweit am häufigsten gespielt und gesungen werden. In der Regel wird die Hirtenmesse auf Tschechisch aufgeführt. Vorige Woche gab es sie in Prag aber auch auf Deutsch zu hören. In der Nikolauskirche am Altstädter Ring erklang das Stück in der Darbietung des Collegiums Vocale Lustenau aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg. Und das aus besonderem Anlass: Karl Matheisl, der das Ensemble gegründet und 22 Jahre geleitet hat, beendet mit dem Prager Konzert seine berufliche Laufbahn. Ein Interview mit dem Musikpädagogen und Chorleiter.  mehr...

Tschechiens Ärzte drohen mit Massenkündigungen wegen Stress und wenig Gehalt

14-12-2010 16:01 | Lothar Martin

Es brodelt im tschechischen Gesundheitswesen. Viele Ärzte sind unzufrieden mit dem Gehalt, das sie für ihre oft stressige Arbeit bekommen. Überstunden eingeschlossen. Sie machen deshalb klar, dass sie bis Jahresende kündigen und so ab März die Krankenhäuser in Scharen verlassen werden. Dies ist das Ziel einer Kampagne der Ärztegewerkschaft, über die wir auch schon bereits berichtet haben. Die Kampagne „Danke, wir gehen“ wurde am Montag nun auch in Prag gestartet.  mehr...

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