Rubrikenarchiv Tagesecho

Ärztekammer entschuldigt sich für Schikanierung jüdischer Ärzte in den Jahren 1938-39

19-03-2010 15:35 | Martina Schneibergová

Demokratische Tschechoslowakei zusammen. Mit dem Münchner Abkommen wurde die Tschechoslowakei zur Abtretung der Sudetengebiete an Deutschland gezwungen. In der Folge radikalisierte sich während der so genannten „Zweiten Republik“ die tschechoslowakische Gesellschaft – also noch vor dem Einmarsch Hitlers in Böhmen und Mähren Mitte März 1939. Auch der Antisemitismus wurde stärker, der zuvor hierzulande kaum spürbar gewesen war. Die damaligen Berufskammern fingen an, die jüdischen Kollegen zu diskriminieren. Nun, 72 Jahre später, hat sich die tschechische Ärztekammer für die Schikanierung jüdischer Ärzte offiziell entschuldigt.  mehr...

Streit um Kohlekraftwerk: Umweltminister Dusík tritt zurück

19-03-2010 15:35 | Till Janzer

Jan Dusík (Foto: ČTK) Das Kohlekraftwerk Prunéřov ist das größte Heizkraftwerk in Tschechien. Es steht am Rande des Erzgebirges. In Prunéřov wird seit den 60er Jahren Braunkohle verfeuert, mit der entsprechenden Belastung für die Luft in Nordböhmen. Auch die Emissionen dieses Kraftwerks haben zum Waldsterben im Erzgebirge beigetragen. Nun will der halbstaatliche tschechische Energieriese ČEZ den zweiten der beiden Kraftwerksblöcke modernisieren. Das Umweltministerium sollte das Modernisierungsvorhaben beurteilen. Das Ergebnis: Umweltminister Dusík hat deswegen seinen Rücktritt aus der Regierung eingereicht.  mehr...

Petr Uhl: „Ich bin sehr froh, dass Erika Steinbach den Karlspreis bekommt“

19-03-2010 15:35 | Christian Rühmkorf

Petr Uhl Petr Uhl – Jahrgang 1941 - ist Publizist und Bürgerrechtler, er ist Demokrat und Europäer. Es gab Zeiten, da konnte man ihn mit Fug und Recht als Ultralinken bezeichnen. Die Kommunisten haben Petr Uhl trotzdem oder gerade deshalb insgesamt neun Jahre ins Gefängnis gesteckt. Er war Mitverfasser der Charta 77; ebenso mit Václav Havel hat er ein Jahr später das „Komitee zur Verteidigung zu Unrecht Verfolgter“ gegründet. Bis heute ist Uhl seinen linken Überzeugungen treu geblieben. Und für manchen Deutschen - erst recht aber für viele Tschechen - ist es daher umso schwieriger zu verstehen, dass sich Petr Uhl intensiv für die Verständigung mit den Sudetendeutschen einsetzt. 2008 hat er dafür den „Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen“ bekommen. Am Donnerstag wurde bekannt, wer den Karlspreis 2010 bekommen wird. Darüber sprach Christian Rühmkorf kurz nach der Bekanntgabe mit Petr Uhl.  mehr...

Jenaer Kodex: Kleinod mittelalterlicher Kunst auf der Prager Burg ausgestellt

18-03-2010 15:28 | Jitka Mládková

Jenaer Kodex (Foto: ČTK) „Die Kunst der tschechischen Reformation“, so heißt eine der größten Ausstellungen, die derzeit in Prag gezeigt wird. Vor fast vier Monaten wurde sie eröffnet und am Ostersonntag soll sie bereits ihre Tore schließen. Doch erst seit Mittwoch schmückt sie eine sprichwörtliche Rosine auf der Torte. Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen wurde im Ausstellungsraum, dem ehemaligen kaiserlichen Pferdestall auf der Prager Burg, eines der wertvollsten tschechischen Kulturdenkmäler in einer Glasvitrine installiert: der Jenaer Kodex. Allerdings nur bis 30. März. mehr...

Europaweit agierende Fälscher-Gang aus Ostrava ausgehoben

18-03-2010 15:28 | Christian Rühmkorf

In Tschechien wurde unter internationaler Beteiligung eine der größten Fälscher-Gangs Europas hochgenommen. Von Ostrava / Ostrau aus erhielten Menschen aus vieler Herren Länder eine neue Identität, konnten damit illegal in die verschiedensten europäischen Länder einreisen und dort sogar unter falschem Namen Betrugsdelikte begehen.  mehr...

Verfinsterte Demokratie: Dokumentarfilm über das tschechische Neonazi-Milieu

18-03-2010 15:28 | Martina Schneibergová

Litvínov, 2007 (Foto: http://michalmaly.blog.idnes.cz) Die Aufmärsche von Neonazis sahen an den verschiedenen Orten Tschechiens in den letzten Jahren sehr ähnlich aus. Die skandierten Losungen waren nationalistisch, rassistisch und antisemitisch. Ein neuer Dokumentarfilm gibt einen tiefen Blick in das tschechische Neonazi-Milieu. Zusammenhänge sehen die Filmemacher auch zwischen dem Neonazismus und dem islamischen Extremismus.  mehr...

Abgeordnete novellieren Solarstrom-Gesetz – Umweltverbände zufrieden

18-03-2010 15:28 | Till Janzer

Foto: Europäische Kommission Tschechien hat zuletzt beim Solarstrom einen unglaublichen Boom erlebt. Es wurden immer weitere Solaranlagen geplant - mit einer Gesamtleistungskraft von sage und schreibe 8000 Megawatt. Das ist das Vierfache des Atomkraftwerks Temelín. Der Haken dabei: Viele der Anlagen gelten als reine Spekulationsprojekte und werden wohl niemals ans Netz gehen. Ein Gesetz, das nun vom Abgeordnetenhaus gebilligt wurde, soll wieder Ordnung in den Solarmarkt bringen.  mehr...

Präsident Klaus: Staat muss Schulden abbauen ohne Steuern zu erhöhen

17-03-2010 14:10 | Lothar Martin

Der tschechische Präsident Václav Klaus (Foto: ČTK) Unter den unzähligen Treffen von Ökonomen, Unternehmern und Politikern, die tagtäglich in Prag stattfinden, gehört das so genannte Žofínské fórum zu den am meisten beachteten. Am Dienstag feierte das Forum, das im gleichnamigen Palais auf der Slawischen Insel veranstaltet wird, seine 100. Auflage. Und wie es sich für ein solches Jubiläum gehört, musste auch ein Stargast her. Es war kein Geringerer als Staatspräsident Václav Klaus, der das Forum nutzte, um eine weitere Grundsatzrede zu Politik und Wirtschaft zu halten.  mehr...

AI: Auch tschechische Elektroschocker werden im Ausland zur Folter missbraucht

17-03-2010 14:10 | Christian Rühmkorf

Illustrationsfoto: ČTK Waffenexporte bringen viel Geld und viele Probleme. Die Tschechische Republik hat in den letzten Jahren Polizeitechnik und -waffen in Länder ausgeführt, wo diese Gegenstände auch zur Folter missbraucht werden - zum Beispiel in Kamerun, Pakistan, Moldawien oder der Mongolei. Es geht um Fußfesseln, Elektroschock-Handschellen, die bis zu 50.000 Volt abgeben können oder chemische Spray-Waffen. Amnesty International (AI) hat sich nun in einem aktuellen Bericht über diese Waffenexporte der Tschechischen Republik und anderer EU-Staaten beklagt. Christian Rühmkorf sprach darüber mit Eva Dobrovolná vom Prager Büro von Amnesty International. mehr...

Vor 25 Jahren gesprengt: der historische Bahnhof Těšnov

17-03-2010 14:10 | Patrick Gschwend, Vilém Faltýnek

Bahnhof Těšnov Zum architektonischen Erbe Prags gehören nicht nur mittelalterliche Kirchen, barocke Paläste und repräsentative Jugendstilbauten. Die historischen Bahnhofsgebäude im Prager Stadtzentrum, der Hauptbahnhof und der Masaryk-Bahnhof, sind herausragende Beispiele der Industriearchitektur des späten 19. Jahrhunderts. Ein weiterer, aus kunsthistorischer Sicht mindestens ebenso bedeutender Bahnhof, verschwand jedoch vor 25 Jahren für immer aus dem Prager Stadtbild: der Bahnhof Těšnov. Im März 1985 musste das monumentale Neorennaissancegebäude dem Bau der Stadtautobahn weichen.  mehr...

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