Rubrikenarchiv Tagesecho
Ärztekammer entschuldigt sich für Schikanierung jüdischer Ärzte in den Jahren 1938-39
Demokratische Tschechoslowakei zusammen. Mit dem Münchner Abkommen wurde
die Tschechoslowakei zur Abtretung der Sudetengebiete an Deutschland
gezwungen. In der Folge radikalisierte sich während der so genannten
„Zweiten Republik“ die tschechoslowakische Gesellschaft – also noch
vor dem Einmarsch Hitlers in Böhmen und Mähren Mitte März 1939. Auch der
Antisemitismus wurde stärker, der zuvor hierzulande kaum spürbar gewesen
war. Die damaligen Berufskammern fingen an, die jüdischen Kollegen zu
diskriminieren. Nun, 72 Jahre später, hat sich die tschechische
Ärztekammer für die Schikanierung jüdischer Ärzte offiziell
entschuldigt.
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Streit um Kohlekraftwerk: Umweltminister Dusík tritt zurück
Das Kohlekraftwerk Prunéřov ist das größte Heizkraftwerk in Tschechien.
Es steht am Rande des Erzgebirges. In Prunéřov wird seit den 60er Jahren
Braunkohle verfeuert, mit der entsprechenden Belastung für die Luft in
Nordböhmen. Auch die Emissionen dieses Kraftwerks haben zum Waldsterben im
Erzgebirge beigetragen. Nun will der halbstaatliche tschechische
Energieriese ČEZ den zweiten der beiden Kraftwerksblöcke modernisieren.
Das Umweltministerium sollte das Modernisierungsvorhaben beurteilen. Das
Ergebnis: Umweltminister Dusík hat deswegen seinen Rücktritt aus der
Regierung eingereicht.
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Petr Uhl: „Ich bin sehr froh, dass Erika Steinbach den Karlspreis bekommt“
Petr Uhl – Jahrgang 1941 - ist Publizist und Bürgerrechtler, er ist
Demokrat und Europäer. Es gab Zeiten, da konnte man ihn mit Fug und Recht
als Ultralinken bezeichnen. Die Kommunisten haben Petr Uhl trotzdem oder
gerade deshalb insgesamt neun Jahre ins Gefängnis gesteckt. Er war
Mitverfasser der Charta 77; ebenso mit Václav Havel hat er ein Jahr
später das „Komitee zur Verteidigung zu Unrecht Verfolgter“
gegründet. Bis heute ist Uhl seinen linken Überzeugungen treu geblieben.
Und für manchen Deutschen - erst recht aber für viele Tschechen - ist es
daher umso schwieriger zu verstehen, dass sich Petr Uhl intensiv für die
Verständigung mit den Sudetendeutschen einsetzt. 2008 hat er dafür den
„Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen“ bekommen. Am Donnerstag
wurde bekannt, wer den Karlspreis 2010 bekommen wird. Darüber sprach
Christian Rühmkorf kurz nach der Bekanntgabe mit Petr Uhl.
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Europaweit agierende Fälscher-Gang aus Ostrava ausgehoben
In Tschechien wurde unter internationaler Beteiligung eine der größten
Fälscher-Gangs Europas hochgenommen. Von Ostrava / Ostrau aus erhielten
Menschen aus vieler Herren Länder eine neue Identität, konnten damit
illegal in die verschiedensten europäischen Länder einreisen und dort
sogar unter falschem Namen Betrugsdelikte begehen.
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Verfinsterte Demokratie: Dokumentarfilm über das tschechische Neonazi-Milieu
Die Aufmärsche von Neonazis sahen an den verschiedenen Orten Tschechiens
in den letzten Jahren sehr ähnlich aus. Die skandierten Losungen waren
nationalistisch, rassistisch und antisemitisch. Ein neuer Dokumentarfilm
gibt einen tiefen Blick in das tschechische Neonazi-Milieu. Zusammenhänge
sehen die Filmemacher auch zwischen dem Neonazismus und dem islamischen
Extremismus.
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Abgeordnete novellieren Solarstrom-Gesetz – Umweltverbände zufrieden
Tschechien hat zuletzt beim Solarstrom einen unglaublichen Boom erlebt. Es
wurden immer weitere Solaranlagen geplant - mit einer Gesamtleistungskraft
von sage und schreibe 8000 Megawatt. Das ist das Vierfache des
Atomkraftwerks Temelín. Der Haken dabei: Viele der Anlagen gelten als
reine Spekulationsprojekte und werden wohl niemals ans Netz gehen. Ein
Gesetz, das nun vom Abgeordnetenhaus gebilligt wurde, soll wieder Ordnung
in den Solarmarkt bringen.
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Jenaer Kodex: Kleinod mittelalterlicher Kunst auf der Prager Burg ausgestellt
„Die Kunst der tschechischen Reformation“, so heißt eine der größten
Ausstellungen, die derzeit in Prag gezeigt wird. Vor fast vier Monaten
wurde sie eröffnet und am Ostersonntag soll sie bereits ihre Tore
schließen. Doch erst seit Mittwoch schmückt sie eine sprichwörtliche
Rosine auf der Torte. Unter strengen Sicherheitsmaßnahmen wurde im
Ausstellungsraum, dem ehemaligen kaiserlichen Pferdestall auf der Prager
Burg, eines der wertvollsten tschechischen Kulturdenkmäler in einer
Glasvitrine installiert: der Jenaer Kodex. Allerdings nur bis 30. März. mehr...
AI: Auch tschechische Elektroschocker werden im Ausland zur Folter missbraucht
Waffenexporte bringen viel Geld und viele Probleme. Die Tschechische
Republik hat in den letzten Jahren Polizeitechnik und -waffen in Länder
ausgeführt, wo diese Gegenstände auch zur Folter missbraucht werden -
zum
Beispiel in Kamerun, Pakistan, Moldawien oder der Mongolei. Es geht um
Fußfesseln, Elektroschock-Handschellen, die bis zu 50.000 Volt abgeben
können oder chemische Spray-Waffen. Amnesty International (AI) hat sich
nun in einem aktuellen Bericht über diese Waffenexporte der Tschechischen
Republik und anderer EU-Staaten beklagt. Christian Rühmkorf sprach
darüber mit Eva Dobrovolná vom Prager Büro von Amnesty International. mehr...
Vor 25 Jahren gesprengt: der historische Bahnhof Těšnov
Zum architektonischen Erbe Prags gehören nicht nur mittelalterliche
Kirchen, barocke Paläste und repräsentative Jugendstilbauten. Die
historischen Bahnhofsgebäude im Prager Stadtzentrum, der Hauptbahnhof und
der Masaryk-Bahnhof, sind herausragende Beispiele der Industriearchitektur
des späten 19. Jahrhunderts. Ein weiterer, aus kunsthistorischer Sicht
mindestens ebenso bedeutender Bahnhof, verschwand jedoch vor 25 Jahren für
immer aus dem Prager Stadtbild: der Bahnhof Těšnov. Im März 1985 musste
das monumentale Neorennaissancegebäude dem Bau der Stadtautobahn weichen.
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Präsident Klaus: Staat muss Schulden abbauen ohne Steuern zu erhöhen
Unter den unzähligen Treffen von Ökonomen, Unternehmern und Politikern,
die tagtäglich in Prag stattfinden, gehört das so genannte Žofínské
fórum zu den am meisten beachteten. Am Dienstag feierte das Forum, das im
gleichnamigen Palais auf der Slawischen Insel veranstaltet wird, seine 100.
Auflage. Und wie es sich für ein solches Jubiläum gehört, musste auch
ein Stargast her. Es war kein Geringerer als Staatspräsident Václav
Klaus, der das Forum nutzte, um eine weitere Grundsatzrede zu Politik und
Wirtschaft zu halten.
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