Rubrikenarchiv Tagesecho
Bürgerinitiative will kommunistisches Gefängnis in Uherské Hradiště in ein Museum verwandeln
Für Hunderte von Menschen ist der Ort mit ungeheueren Leiden verbunden:
das Gefängnis in der südmährischen Stadt Uherské Hradiště. In den
fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurden dorthin während der
inszenierten politischen Prozesse Verhaftete transportiert und mit
brutalsten Methoden verhört. Das Gefängnisareal wird seit 1962 nicht mehr
genutzt und das historische Baudenkmal aus dem 19. Jahrhundert droht
vollständig zu verfallen. Eine Bürgerinitiative bemüht sich nun darum,
im ehemaligen Gefängnis eine Gedenkstätte einzurichten. Die Initiatoren
haben ihr Vorhaben am Mittwoch in Prag vorgestellt.
mehr...
Menschenrechtsminister kritisiert „kommunistische Propagandamassage“ im heutigen Fernsehen
Die täglichen Fernsehnachrichten waren in der kommunistischen
Tschechoslowakei ein mächtiges Propagandainstrument des Regimes. Ihr
Aufbau und Inhalt unterschied sich nur unwesentlich von dem der
TV-Nachrichten in den sozialistischen Bruderländern. Seit drei Jahren
bringt das tschechische Fernsehen täglich vor den aktuellen
Hauptnachrichten einen zehnminütigen Zusammenschnitt der TV-Nachrichten
vor 25 Jahren. Das hat nun Michael Kocáb, der tschechische Minister für
Minderheiten und Menschenrechte, scharf kritisiert.
mehr...
Verkehrsgewerkschaften blasen Streik vorerst ab
Der Streik. Das war in der jüngsten Zeit wohl das am häufigsten benutzte
Wort im Vokabular der tschechischen Medien. Einen Monat lang hielten die
Gewerkschaftsverbände für Verkehr das ganze Land in Spannung, wann und ob
sie in den Ausstand treten. Der anvisierte Termin Montag dieser Woche wurde
abgesagt und der Streik auf diesen Donnerstag verschoben. Doch auch dieser
Termin wurde im letzten Moment abgesagt. Mit einem Streik im tschechischen
Personennahverkehr drohen die Gewerkschaften jedoch auch weiterhin.
mehr...
Der Iran im Fokus: Festival der Menschenrechtsfilme lädt ein
Es ist das größte Filmfestival in Europa, das sich mit Menschenrechten
beschäftigt: das internationale Festival „Jeden svět“ (One world).
Initiator des Filmfestes ist die Hilfsorganisation „Mensch in Not“. Am
kommenden Mittwoch wird das 12. Filmfest „Jeden svět“ in Prag
eröffnet. Der Kartenvorverkauf hat soeben begonnen. mehr...
Überprüfung tschechischer Autofahrer in Bayern bleibt Konfliktthema
Seit dem Beitritt Tschechiens zum Schengenraum im Dezember 2007 schwelt ein
Dauerkonflikt zwischen Tschechien und Deutschland. Der Stein des Anstoßes
ist die systematische Überprüfung vieler tschechischer Autofahrer im
Grenzgebiet auf deutscher, genauer auf bayerischer Seite. Laut Tschechien
sei dies ein klarer Verstoß gegen das Schengenabkommen, das einen freien
Grenzverkehr ohne Kontrollen garantieren soll. Was erschwerend hinzukommt:
Die bayerischen Polizeibeamten sollen bei den Kontrollen schikanöse
Methoden anwenden. Das behaupten zumindest viele Tschechen, die in eine
solche Kontrolle geraten sind. Nun ist neue Bewegung in das alte Thema
gekommen.
mehr...
In die Fotografie verliebt: Kunsthistorikerin Anna Fárová verstorben
František Drtikol oder Josef Sudek – sie gelten beide als Klassiker der
tschechischen Fotografie. Ihr Werk ist auch international bekannt. Einen
guten Ruf außerhalb Tschechiens haben heutzutage ebenso viele tschechische
Fotografen der Gegenwart. Die tschechische und slowakische Fotografie wäre
im Ausland aber wahrscheinlich nicht so bekannt, hätte sich vor 50 Jahren
die junge Kunsthistorikerin Anna Fárová nicht in die Fotografie verliebt.
Sie hat nicht nur im Ausland die Arbeit tschechischer Fotografen Jahre
bekannt gemacht, sondern auch berühmte Fotografen aus dem Ausland
hierzulande vorgestellt. Am vergangenen Samstag ist Anna Fárová im Alter
von 81 Jahren verstorben.
mehr...
Das siebte Amtsjahr – Präsident Klaus lässt es in seinem neuen Buch Revue passieren
Das Jahr 2009 ist in die jüngste tschechische Geschichte als ein
besonderes Jahr eingegangen: durch die EU-Ratspräsidentschaft in der
ersten Jahreshälfte, durch die Geduldsprobe, auf die der tschechische
Präsident den Rest der EU-Politiker gestellt hat und nicht zuletzt durch
opdas Gedenken an die Samtene Revolution vor 20 Jahren. Diese und weitere
Ereignisse spiegeln sich in der neuen Publikation von Präsident Václav
Klaus wider. „Rok sedmý“ heißt sie.
mehr...
Begnadigung für Staatsanwältin der stalinistischen Schauprozesse?
Seit rund einem Jahr sitzt Ludmila Brožová-Polednová im Gefängnis. Sie
hatte als Staatsanwältin Schuld beim wohl bekanntesten Justizmord in den
50er Jahren in der Tschechoslowakei auf sich geladen: bei der Verurteilung
und Hinrichtung der Oppositionspolitikerin Milada Horáková. Das
Kreisgericht in Hradec Králové / Königgrätz hatte die ehemalige
Staatsanwältin deswegen zu sechs Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Doch
Brožová-Polednová ist hoch betagt, lange war fraglich, ob sie
körperlich überhaupt fit ist für den Strafvollzug. Jetzt könnte die
88-Jährige frei kommen.
mehr...
Konferenz „Verbrechen des Kommunismus“: Teilnehmer verlangen Errichtung eines internationalen Tribunals
„Verbrechen des Kommunismus“. Unter diesem Titel ging am Freitag eine
internationale Konferenz zu Ende. Der Veranstalter der Konferenz, zu der
unter anderen rund 30 Historiker aus mehreren postkommunistischen Ländern
einschließlich Russlands, aber auch aus Deutschland oder Schweden kamen,
war das Institut für das Studium der totalitären Regime. Mit einer
gemeinsamen Erklärung haben die Teilnehmer an die Resolution des
Europäischen Parlaments vom Vorjahr angeknüpft, mit der die Verbrechen
aller totalitären und autoritären Regime verurteilt wurden.
mehr...
Reden nach Zeit: Tschechin und Deutscher gewinnen „Jugend debattiert international“
Am 23. August 1939 reichten sich Hitler und Stalin die Hände. Ihr Pakt war
beschlossen. Soll der Tag nun europäischer Gedenktag für die Opfer
totalitärer und autoritärer Regime werden? Über diese Frage haben sich
europaweit Politiker die Köpfe zerbrochen. Wie sollen da erst Schüler
eine Antwort finden? Die vier Finalisten des Wettbewerbs „Jugend
debattiert international“ haben es versucht. Dabei ging es nicht um die
Lösung. Eine Jury bewertete sie vielmehr nach Sachkenntnis,
Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.
mehr...
+1
+10
+100




