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Staatspräsident Miloš Zeman hat am Donnerstag feierlich seinen zweiten Amtseid abgelegt. An den Feierlichkeiten im Wladislaw-Saal der Prager Burg nahmen rund 700 geladene Gäste teil, darunter Mitglieder der beiden Kammern des tschechischen Parlaments.

In seiner Ansprache blickte Zeman auf seine erste Amtszeit zurück. Er unterstrich seine Treffen mit Bürgern in ganz Tschechien. Als den zweiten Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der ersten Amtsperiode bezeichnete das Staatsoberhaupt die Wirtschaftsdiplomatie. Von den Menschen, die er als Staatsoberhaupt in den zurückliegenden fünf Jahren mit tschechischen Staatsorden ausgezeichnet hat, hob Zeman den früheren EU-Kommissar Günter Verheugen hervor. Dieser habe für den EU-Beitritt der Tschechischen Republik viel getan, so Zeman.

In den kommenden fünf Jahren wolle der Staatspräsident an seine früheren Aktivitäten anknüpfen. Ein neues Thema für die zweite Amtsperiode sei für ihn das aktive Bürgertum. Die Bürger sollen ihm zufolge an den öffentlichen Sachen in der Wirtschaft, im Sozialbereich und in der Politik partizipieren. Er wolle sich dafür einsetzen, dass Bürgermeister und Kreishauptleute in einer Direktwahl gewählt werden, sowie für die Wahlpflicht hierzulande, führte er an.

In der Rede kritisierte Zeman außerdem einige Medien in Tschechien, unter anderem das öffetnlich-rechtliche Tschechische Fernsehen. Manche Parlamentarier verließen aus Protest gegen seine Worte den Festsaal.

Präsident Zeman wurde bei einer Stichwahl im Januar in seinem Amt bestätigt. Er setzte sich mit 51,4 Prozent der Wählerstimmen gegen seinen Herausforderer Jiri Drahoš durch.