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Die Stadt plant die einstweilige Sperrung einiger Brücken, die in einem nicht ganz sicheren Zustand sind. Mit dieser Ankündigung reagierte der Magistrat auf den Einsturz einer Fußgängerbrücke über die Moldau, bei dem am Samstag vier Personen verletzt wurden, zwei davon schwer. Über die Ursache des Einsturzes ist noch nichts bekannt, die Polizei hat ihre Ermittlungen erst begonnen.

Derweil erklärte der Direktor der Firma Pontex, Václav Hvízdal, dass sein Unternehmen den Zustand der Brücke hinreichend überprüft habe. Er wies den Vorwurf zurück, dass Pontex zur Untersuchung von Schäden an einigen Seilen in der Brückenkonstruktion keine Spezialkameras eingesetzt habe. Hvízdal räumte ein, dass es Indizien für eine Korrosion an den Seilen gegeben habe. Die Korrosion sei aber geringfügig gewesen und hätte die Sicherheit der Brücke nicht gefährdet, so der Pontex-Chef.

Von der Maßnahme des Stadtrats, einige Übergänge zu schließen, sind eine Fußgängerbrücke im Stadtteil Radotín sowie eine Eisenbahnbrücke über die Moldau betroffen. Bei der Eisenbahnbrücke wird der Übergang für Fußgänger und Radfahrer wie geplant ab 15. Dezember gesperrt. Zudem zieht die Stadt in Erwägung, den Straßenbahnverkehr auf der Hlávka-Brücke einzustellen. Wie Vize-Oberbürgermeister Petr Dolínek (Sozialdemokraten) erklärte, habe der Magistrat die Überprüfung der städtischen Brücken weder unterschätzt noch vernachlässigt. Für ihre Instandhaltung habe man in der Zeit von 2014 bis 2017 insgesamt 1,25 Milliarden Kronen (ca. 49 Millionen Euro) aufgewendet, sagte Dolínek.

Die Tschechische Republik sollte in der Europäischen Union bleiben. Diese Meinung vertritt die Mehrzahl der neun Kandidaten, die sich bei der Präsidentenwahl im Januar um das Amt des Staatsoberhaupts bewerben. Ein Teil von ihnen kann sich einen EU-Austritt überhaupt nicht vorstellen und verlangt zudem, dass sich Tschechien an der weiteren Integration beteiligt. Einige Anwärter wiederum würden grundsätzliche Reformen in der Union begrüßen. Das geht aus den Antworten einer Befragung der Nachrichtenagentur ČTK hervor, die am Samstag veröffentlicht wurde. Einzig Amtsinhaber Miloš Zeman reagierte nicht auf die Fragen.

Eindeutig für einen Verbleib in der EU sind die Präsidentschaftskandidaten Jiří Drahoš und Michal Horáček. Laut Drahoš sollte Tschechien vielmehr zu den Mitgestaltern der Integration gehören und durch eigene Vorschläge wie konstruktiver Kritik zur Beseitigung der Unzulänglichkeiten innerhalb der Union beitragen. Ex-Premier Mirek Topolánek meint, dass Tschechien als EU-Mitglied die eigenen nationalen Interessen in Brüssel hartnäckig verteidigen sollte. Der Musiker und Chef der Partei Rozumní (Die Vernünftigen) Petr Hannig fordert, dass die EU auf ihren Rechtszustand vor dem Lissabon-Vertrag zurückkehren sollte. Der ehemalige Botschafter Pavel Fischer bezeichnete die Diskussion um einen möglichen Czechxit als leichtfertigen Hasard. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die unabwägbaren Folgen, die der Brexit dem Königreich Großbritannien beschert hat.