Rubrikenarchiv Kultursalon

Beim Schriftstellerkongress 1967 öffnet sich tiefe Kluft zwischen Kulturschaffenden und Parteispitze

08-09-2012 02:01 | Jitka Mládková

Der „Prager Frühling“ war 1968 eine Reformbewegung in der tschechoslowakischen kommunistischen Partei. Als Beginn gilt in der Regel der 5. Januar desselben Jahres. An diesem Tag wurde Alexander Dubček neuer Parteichef und löste damit Staatspräsident Antonín Novotný in dieser Funktion ab. Rund drei Monate später wurde Dubček zudem auch Staatsoberhaupt. Den Auftakt zum Prager Frühling bildete allerdings der IV. Kongress des Tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes Ende Juni 1967. mehr...

Ansätze von Tauwetter der 1960er Jahre: Tschechoslowakische Kulturschaffende fordern mehr Demokratie und Freiheit

01-09-2012 02:01 | Jitka Mládková

1956 kritisierte eine kleine Gruppe von Schriftstellern den Umgang der kommunistischen Staatspartei mit andersdenkenden Kollegen auf dem 2. Kongress des Tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes. Die Parteiführung hatte den völlig unerwarteten und vereinzelten Protest als ernstes Warnsignal gewertet und die aus ihrer Sicht einzig richtige Antwort gegeben: Die Kultur noch mehr im Sinne der dogmatischen Parteilinie festzuschnüren. Die folgende Periode wurde von einigen Zeitzeugen die „kleine Eiszeit“ genannt. Doch Anfang der 1960-er Jahre begann „das Eis“ zu schmelzen. Einen maßgeblichen Anteil daran hatte das Presseorgan des Schriftstellerverbandes - die kulturpolitische Wochenzeitung „Literární noviny“. mehr...

Vernetzung von Kunst und Politik: Tschechoslowakischer Schriftstellerverband im Dienst der Staatspartei

25-08-2012 02:01 | Jitka Mládková

Der Zweite Weltkrieg war eine tiefe Zäsur in der Geschichte der Tschechoslowakei. Rund drei Jahre danach wurde sie zu einem der Satellitenstaaten der Sowjetunion. Ein Teil der Gesellschaft sah dies als eine logische Folge in der Entwicklung, zu der maßgeblich auch Illusionen und Hoffnungen auf eine bessere Zukunft beigetragen haben. Schon vor der kommunistischen Machtübernahme im Februar 1948 deuteten viele Signale auf die bevorstehende Kursänderung in der tschechoslowakischen Politik. Auch viele Künstler meldeten sich dabei zu Wort, insbesondere Schriftsteller und Dichter, die sich als Träger und Vermittler politischer Ideen verstanden. Es kam zu einer Vernetzung der Kunst mit der Politik. mehr...

Religiöse Motive und Natur – der Dichter und Graphiker Bohuslav Reynek

18-08-2012 02:01 | Markéta Kachlíková

Bohuslav Reynek: „Pietà“ Bohuslav Reynek war einer der bedeutendsten tschechischen Graphiker. Er schrieb aber auch Gedichte. Die Werke des Künstlers, der vor 120 Jahren geboren wurde, durften im Kommunismus während der so genannten Normalisierung nicht ausgestellt werden. Bohuslav Reynek war als Graphiker ein Autodidakt, trotzdem erhielt er schon zu Lebzeiten einen Kultstatus. Im Folgenden mehr über die Person und das Schaffen Reyneks, unter anderem auch im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Pavel Chalupa. mehr...

Ende einer Komödie – Letzter Vorhang für das erfolgreichste Prager Theater

11-08-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Foto: Archiv des Theaters Komedie Das Ende der Komödie ist das Ende einer festen Größe im Prager Kulturbetrieb. Am 31. Juli fiel der letzte Vorhang für das renommierte Theater Komödie in Prag. Das Ensemble, das mit Vorliebe Stücke von österreichischen und deutschen Autoren spielte, hat aufgrund von Streitereien mit dem Prager Rathaus aufgegeben. Es ging, wie so oft, ums Geld. mehr...

Zum 150. Todestag der bedeutendsten tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová

04-08-2012 02:01 | Markéta Kachlíková

Božena Němcová Die Schriftstellerin Božena Němcová ist die berühmteste Tschechin überhaupt. Schon Kinder kennen sie dank der zahlreichen Märchen, die sie gesammelt und literarisch aufgearbeitet hat. Ihr Hauptwerk „Die Großmutter“, in dem Němcová ein idyllisches und idealisiertes Bild ihrer Kindheit beschreibt, ist in Tschechien mittlerweile in etwa 350 Auflagen erschienen und wurde in fast 30 Sprachen übersetzt. Einen Eindruck von Němcovás Persönlichkeit erhält man beim Lesen ihrer umfangreichen Korrespondenz, die ebenfalls ihrem literarischen Werk zugeordnet wird. Die Autorin und herausragende Persönlichkeit der tschechischen Geschichte starb im Januar vor 150 Jahren. mehr...

František Kupka – vom Sattlergesellen zum Erfinder der abstrakten Malerei

28-07-2012 02:01 | Jitka Mládková

František Kupka František Kupka – geboren als Tscheche, später wohnhaft in Frankreich, durch sein Schaffen ein Europäer - ist in der Kunstgeschichte nur schwer einer Stilrichtung in der Malerei zuzuordnen. Dennoch gilt er als Pionier der abstrakten Malerei. Ende Juni sind genau 50 Jahre seit Kupkas Tod vergangen. Seinem Leben und Werk gilt unser heutiger Kultursalon, in dem auch der Künstler selbst zu Wort kommt - dank einer Archivaufzeichnung des Tschechoslowakischen Rundfunks aus dem Jahr 1946. mehr...

Zdenek Primus: die Freiheit der Fiktion

21-07-2012 02:01 | Gerald Schubert

Zdenek Primus (Foto: Luisa Neubauer) Zdenek Primus hat immer viel geschrieben: Studien, Katalogtexte und Bücher, hauptsächlich über die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts. Seinen ersten belletristischen Text aber verfasste er im Alter von bereits 57 Jahren. Es war der Versuch, ein Stück Familiengeschichte zu verarbeiten, die Geschichte der Generation seiner Eltern, die geprägt war vom Krieg. Geboren wurde Primus 1952 im mährischen Brünn als Sohn einer deutsch-tschechischen Familie. 1977 emigrierte er nach Deutschland. mehr...

Tomáš Němec – aufgehender Stern der tschechischen Malerszene

14-07-2012 02:01 | Marco Zimmermann

'Feier', 2012 Mucha, Kupka, Čapek – alles bekannte tschechische Maler. Nun zeigt eine neue Ausstellung in der Prager „Chemistry Gallery“ einen talentierten und jungen tschechischen Maler: Tomáš Němec. Mehr zum Maler und seinen Bildern hören Sie nun in einer neuen Ausgabe unserer Sendereihe Kultursalon. mehr...

"Kino des Vergessens" - die Normalisierung des tschechoslowakischen Films nach 1968

07-07-2012 02:01 | Jitka Mládková

Wie schon im vergangenen Jahr hat auch das diesjährige Filmfestival von Karlovy Vary / Karlsbad die digitale Weltpremiere eines tschechischen Filmklassikers erlebt. Nach František Vláčils Film „Markéta Lazarová“ war es diesmal der 45 Jahre alte Spielfilm „Hoří, má panenko“, auf Deutsch als „Der Feuerwehrball“ bekannt: Gedreht wurde er vom tschecho-amerikanischen Oscar-Regisseur Miloš Forman. Der Streifen soll jetzt den Weg zu einem breiteren Publikum finden: vor allem zu den jüngeren Kinogängern. Diese wissen eher weniger über die so genannte Neue Welle des tschechoslowakischen Kinos der 1960er Jahre und über das Schicksal von Regisseuren und ihrer Filme während der so genannten „Normalisierung“ nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968. mehr...

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