Rubrikenarchiv Kultursalon

„Nun waren sie alle Bergleute.“ Josef Haslingers Roman „Jáchymov“ über Eishockey, Politik und Zwangsarbeit

03-12-2011 02:01 | Marco Zimmermann

Im Sommer dieses Jahres erschien das Buch „Jáchymov“ des österreichischen Schriftstellers Josef Haslinger. Er geht in diesem Roman auf ein dunkles Kapitel der tschechischen Geschichte ein – nämlich auf die politischen Prozesse der 1950er Jahre und die Zwangsarbeit politischer Gefangener in den Uranminen in und um Jáchymov. Haslinger wählt eine besondere Person, um die Ereignisse zu schildern: den berühmten Eishockeytorwart Bohumil Modrý, der mitsamt der gesamten Eishockeymannschaft 1950 verurteilt wurde und im kommunistischen Gefängnis- und Lagersystem verschwand. mehr...

Geschichte des tschechischen Volkslieds (Teil 2): Beginn der wissenschaftlichen Erforschung

26-11-2011 02:01 | Jitka Mládková

Vor zwei Wochen haben wir im Kultursalon über die Entwicklung der tschechischen Volkslieder berichtet. Über Jahrhunderte spielte dabei die Kirchenmusik eine wichtige Vermittlerrolle. Die zweite Folge unseres Zweiteilers zur Geschichte des tschechischen Volksliedes beginnt an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Damals änderte sich der Stellenwert der Volksmusik ganz wesentlich. Ab da wurde sie nämlich erforscht und gesammelt. Über diese Entwicklung hat Jitka Mládková erneut mit dem Musikforscher Lubomír Tyllner von der Tschechischen Akademie der Wissenschaften gesprochen. mehr...

„Bis hierhin ist mein Traum gelangt“ – Johannes Kepler und Benátky nad Jizerou

19-11-2011 02:01 | Maria Hammerich-Maier

Tychonisches Planetensystem (Foto: Autorin) Die drei Keplerschen Gesetze der Planetenbewegungen waren ein Meilenstein in der Geschichte der Astronomie. Wichtige Grundlagen für seine Gesetze fand Kepler in Benátky nad Jizerou / Benatek an der Iser nordöstlich von Prag. mehr...

Geschichte des tschechischen Volkslieds (Teil 1): von den ältesten Nachweisen bis ins 19. Jahrhundert

12-11-2011 02:01 | Jitka Mládková

An Staatsfeiertagen wie am Tag der Heiligen Kyril und Method, am Jan-Hus-Tag oder am St. Wenzelstag, genauso wie bei weiteren offiziellen Veranstaltungen werden in Tschechien alte geistliche Lieder gesungen. Das geschieht vor allem in Kirchen, aber nicht nur. Nur noch Musikwissenschaftler wissen heute aber wohl noch, dass in manchem dieser Lieder die Melodie eines vielleicht noch älteren Volksliedes versteckt ist. Dabei sind es die ältesten überlieferten Spuren dieses Kulturguts. In einem Zweiteiler berichten wir nun über die Geschichte des tschechischen Volkslieds. Jitka Mládlová hat dazu mit Lubomír Tyllner, Dozent am Ethnologischen Institut der Tschechischen Akademie der Wissenschaften in Prag, gesprochen. mehr...

Wie „Tausendundeine Nacht“ nach Tschechien kam – eine Editionsgeschichte

05-11-2011 02:01 | Jitka Mládková

„Tausend und eine Nacht“ Sie sind indischen Ursprungs, wurden später persisch und arabisch übertragen und liegen heute aber in textgetreuen Übersetzungen in vielen Sprachen der Welt vor: die Geschichten von Tausendundeiner Nacht. Bis heute haben sie nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt. Seit Beginn dieses Jahres erscheint die orientalische Geschichtensammlung im Prager Academia-Verlag in einer exklusiven tschechischen Edition. Im Januar wurden begonnen, die acht Bände der Edition in die Regale der Buchläden zu bringen, noch vor Weihnachten soll auch der letzte dort stehen. mehr...

Prager Frühling, schwangere Katzen, zu kleine Schuhe – Filmfest weckt Erinnerungen

29-10-2011 02:01 | Lena Drummer

Film „Atmen“ Der Polizeiruf-Schauspieler Edgar Selge, Karl Markovics, den man unter anderem aus „Die Fälscher“ und „Kommissar Rex“ kennt, sowie Comiczeichnerin und Regisseurin Ziska Riemann – sie alle haben persönliche Geschichten, die sie mit Prag verbinden. Im Rahmen des Festivals deutschsprachiger Filme waren sie an die Moldau gereist, um ihre Filme vorzustellen. Gegenüber Radio Prag haben sie sich zu den Filmen und ihrem Bezug zu Prag geäußert.  mehr...

Ludvík Aškenazy - vom Kriegsreporter zum Kinderbuchautor

22-10-2011 02:01 | Jitka Mládková

Ludvík Aškenazy Ende Februar strahlte der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) das Kinder-Hörspiel „Milena“ über zwei böhmische Hitzköpfe aus: über den Müller Haferflocke und den Fischer Karpfenflosse. Es war nicht die erste Ausstrahlung dieses Stücks im deutschen Radio, aber es geschah aus aktuellem Anlass. In diesem Jahr wäre der Autor des Hörspiels, Ludvík Aškenazy, 90 Jahre alt geworden. Zudem sind 25 Jahre seit dem Tod Aškenazy vergangen. Ludvík Aškenazy wurde bis Ende der 1960er Jahre in der Tschechoslowakei viel gelesen, doch anschließend war der Autor vom kommunistischen Regime für zwei Jahrzehnte verboten. Ein Porträt. mehr...

Joža Uprka: Europäer vom mährischen Land (1861-1940)

15-10-2011 02:01 | Markéta Kachlíková

Bunte Trachten und Folklorefeste: Das verbinden die Menschen in Tschechien mit dem Namen Joža Uprka. Das Lebensthema des mährischen Malers und Graphikers war seine Heimatregion – die Mährische Slowakei, ihre Bewohner, ihr Alltag, aber auch ihre Feste und Feiern. mehr...

„Versteckspiel und offenes Geheimnis“ – Prof. Demetz über seinen Jugendfreund, den Dichter H. W. Kolben

08-10-2011 02:01 | Marco Zimmermann

Hans Werner Kolben Vergangene Woche wurde im Prager Literaturhaus deutschsprachiger Autoren ein Sammelband mit Gedichten des Prager Dichters Hans Werner Kolben vorgestellt. Der Dichter stammte aus der Industriellenfamilie Kolben. Das Familienunternehmen ist heute jedem hierzulande unter dem Namen ČKD bekannt. Der junge Kolben wurde im Jahr 1942 wegen dem „Nichttragen des Judensterns“ denunziert und starb im Februar 1945 im KZ Kaufering an Flecktyphus. Hans Werner Kolben begann bereits in Prag, Gedichte zu schreiben, und setzte dies in Theresienstadt fort. Gerettet werden konnte sein schmales Werk, weil seine Mutter als Bakteriologin das KZ überlebte und die Gedichte versteckt hatte. Die treibende Kraft hinter der Veröffentlichung der Gedichte Kolbens war sein Jugendfreund Peter Demetz, ebenfalls 1922 in Prag geboren. Er überlebte die Nazi-Zeit und emigrierte 1948 in die USA, wo er ein bekannter Schriftsteller und Germanistikprofessor wurde. Nach der Lesung sprach Professor Demetz mit Radio Prag über seinen Jugendfreund Kolben. mehr...

Schriftsteller Ivan Klíma: Rückschau auf sein „wahnsinniges Jahrhundert“

01-10-2011 02:01 | Jitka Mládková

Ivan Klíma Der tschechische Romancier, Essayist, Dramatiker, Kinderbuchautor und Publizist Ivan Klíma hat Mitte September seinen 80.Geburtstag gefeiert. Das hat Radio Prag bereits in seinen Sendungen berichtet. Diesmal soll der international renommierte Buchautor selbst zu Worte kommen. Mit ihm werden Sie vor allem einen Einblick in ein besonderes Leben erhalten, das durch das Geschehen des 20. Jahrhunderts stark geprägt wurde. mehr...

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