Rubrikenarchiv Kultursalon
Regisseurin Vlachová: Dokumentarfilme über kommunistisches Unrecht
In Tschechien findet immer im März das weltweit größte internationale
Dokumentarfilmfestival über Menschenrechte statt. „Jeden svět“, zu
Deutsch „Eine Welt“ heißt es, und besteht seit 14 Jahren. Im Vorfeld
des Festivals wollen wir uns schon heute mit Filmen über
Menschenrechtsverletzungen in der Zeit des Kommunismus beschäftigen.
Dieses Thema konnten tschechische Regisseure erst nach dem Wendejahr 1989
aufgreifen. Eine Zeitlang bevorzugten jedoch viele von ihnen auch in den
veränderten gesellschaftspolitischen Verhältnissen eher unpolitische
Themen. Kristína Vlachová ist indes einer der Ersten, die den Fokus auch
auf schmerzliche und lange tabuisierte Themen aus der Zeit des Kommunismus
gerichtet hat. Auch sie sollte die Erfahrung machen, dass der ersehnten
Schaffensfreiheit trotz gesellschaftlichen Umbruchs immer noch Schranken
gesetzt werden. In einer neuen Ausgabe des Kultursalons hören Sie nun ein
Portrait der renommierten Filmregisseurin und Drehbuchautorin. mehr...
Im privaten Universum einer tschechischen Durchschnittsfamilie – ein neuer Film von Helena Třeštíková
Helena Třeštíková ist bekannt für ihre Dokumentarfilme. Sie begleitet
meistens Personen durch ihr Leben. Und sie verbleibt nicht nur Wochen oder
Monate bei den Protagonisten, Helena Třeštíková dokumentiert das Leben
von Menschen über Jahre hinweg. Zu ihrem bekanntesten Werk gehört
sicherlich die Dokumentation des Lebens von René, der während der
Aufnahmen immer zwischen Gefängnis und Freiheit gependelt ist. Nun ist ihr
neuester Film in die Kinos gekommen: Sie hat die 37 Lebensjahre des Sohnes
einer Freundin mit der Kamera begleitet. Soukromý vesmír
(Privatuniversum) ist ein Porträt einer tschechoslowakischen Familie in
der Normalisierung. mehr...
Zdenek Primus: Die Freiheit der Fiktion
Zdenek Primus hat immer viel geschrieben. Studien, Katalogtexte und
Bücher, hauptsächlich über die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts.
Seinen ersten belletristischen Text aber verfasste er im Alter von bereits
57 Jahren. Es war der Versuch, ein Stück Familiengeschichte zu
verarbeiten, die Geschichte der Generation seiner Eltern, die geprägt war
vom Krieg. Geboren wurde Primus 1952 im mährischen Brünn als Sohn einer
deutsch-tschechischen Familie. 1977 emigrierte er nach Deutschland.
Vergangenen Dienstag hat er im Tschechischen Zentrum Berlin aus seinem Werk
„Ich bin tot“ gelesen – Radio Prag hat in der Sendreihe Aviso
darüber berichtet. Alle, die nicht dabei sein konnten, haben nun die
Gelegenheit, Zdenek Primus in unserem Kultursalon kennen zu lernen. mehr...
Zum 150. Todestag der bedeutendsten tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová
Die Schriftstellerin Božena Němcová ist die berühmteste Tschechin
überhaupt. Schon Kinder kennen sie dank der zahlreichen Märchen, die sie
gesammelt und literarisch aufgearbeitet hat. Ihr Hauptwerk, „Die
Großmutter“, in dem Němcová ein idyllisches und idealisiertes Bild
ihrer Kindheit beschreibt, ist in Tschechien mittlerweile in etwa 350
Auflagen erschienen und wurde in fast 30 Sprachen übersetzt. Einen
Eindruck von Němcovás Persönlichkeit erhält man beim Lesen ihrer
umfangreichen Korrespondenz, die ebenfalls ihrem literarischen Werk
zugeordnet wird. Die Autorin und herausragende Persönlichkeit der
tschechischen Geschichte starb vor genau 150 Jahren, am 21. Januar 1862. mehr...
Puppenspielkunst: Prager Galerie zeigt historische Marionetten
Wenn es auf einmal von etwas mehr gibt als gewohnt, dann sagt man hier in
Tschechien: Es ist ein Federbett geplatzt. Genau das trifft auf
Ausstellungen zum tschechischen Puppen- und Marionettentheater zu. Seit der
Vorweihnachtszeit wird gleich in einer ganzen Reihe tschechischer Städte
die Magie dieser Theatertradition den Besuchern näher gebracht. So auch in
Prag. Dort kann man in der Galerie Smečky unweit des Wenzelsplatzes noch
bis zum 28. Januar einen interessanten Vergleich von historischen und
modernen Marionetten anstellen. mehr...
Exilautor und Verleger Josef Škvorecký ist gestorben
Die tschechische Literatur hat eine weitere Persönlichkeit der
Nachkriegsgeneration verloren. Nach dem Tod von Arnošt Lustig, Jiří
Gruša und Václav Havel im vergangenen Jahr ist am 3. Januar dieses Jahres
der Schriftsteller und Exilverleger Josef Škvorecký im Alter von 87
Jahren in Toronto gestorben. Er hat die Romane „Die Feiglinge“, „Das
Mirakel“, „Der Seeleningenieur“ sowie Erzählbände, zahlreiche
Übersetzungen, Essays und ein großes Verlagswerk hinterlassen. mehr...
„Gut und günstig“ – Silvester in Prag steht bei Touristen hoch im Kurs
Es ist bereits Tradition: Prag ist zum Jahreswechsel von Touristen
überlaufen, denn Silvester im Ausland zu feiern ist beliebt. Die
tschechische Hauptstadt wurde von einem amerikanischen Internetserver
unlängst unter die zehn weltweit besten Reiseziele gewählt, um in das
neue Jahr reinzurutschen. Und vor allem für Deutsche ist die Stadt an der
Moldau immer wieder ein Klassiker. mehr...
Netz, Knüppel, Pfanne – Stationen des böhmischen Weihnachtskarpfen
Der Weihnachtskarpfen ist im östlichen Mitteleuropa das traditionelle
Gericht an Heiligabend. Eine christliche Tradition aus einer Zeit, in der
der Advent noch als Fastenzeit galt, die ihren Höhepunkt gerade am
Heiligen Abend erlebte. Für die Tschechen ist noch heute Weihnachten ohne
Karpfen wie Ostern ohne Eier - schlicht unvorstellbar. Aber wo kommen
eigentlich die ganzen Karpfen her, die Heiligabend auf ihren und auf den
Tischen vieler anderer Mitteleuropäer landen? Die meisten kommen aus
Třeboň / Wittingau in Südböhmen, wo sie schon im Oktober und November
nach alter Weise abgefischt werden. Dann bleibt dem Karpfen nur noch eine
Galgenfrist. Christian Rühmkorf hat den Weg des böhmischen Karpfens
verfolgt: vom Teich bis fast auf die Tafel. mehr...
Tschechisches Weihnachtsgebäck: die schönste Versuchung in der Fastenzeit
Mhm, riechen Sie es auch? Irgendwer im Haus bäckt. Vielleicht haben auch
Sie gerade Ihre Küche in eine Weihnachtsbäckerei verwandelt. Und während
Sie gerade den Teig ausrollen, Sterne und Monde ausstechen oder die letzte
Fuhre Plätzchen im Ofen brutzelt, erfahren Sie nun, wie es die Tschechen
mit dem Backen vor Weihnachten halten. mehr...
Religiöse Motive und Natur der Heimatregion - Dichter und Graphiker Bohuslav Reynek
Eine Ausstellung im gotischen Haus zur Steinernen Glocke auf dem
Altstädter Ring stellt zurzeit den tschechischen Graphiker und Dichter
Bohuslav Reynek vor. Sie findet genau 40 Jahre nach dem Tode des Künstlers
sowie 20 Jahre nach der ersten Exposition über ihn in der Nachwendezeit
statt. In der dunklen Periode der kommunistischen Normalisierung war es
nämlich verboten, Reyneks Werke auszustellen. Bohuslav Reynek war im
Bereich der bildenden Kunst ein Autodidakt, trotzdem ist er schon zu
Lebzeiten das begehrte Objekt eines Kults geworden, der im tschechischen
Milieu seinesgleichen sucht. Mehr über die Person und das Schaffen Reyneks
erfahren Sie im folgenden Kultursalon. Radio Prag sprach mit dem
Kunsthistoriker und Autor der Ausstellung, Pavel Chalupa. mehr...
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