Rubrikenarchiv Kultursalon

Regisseurin Vlachová: Dokumentarfilme über kommunistisches Unrecht

11-02-2012 02:01 | Jitka Mládková

Kristína Vlachová In Tschechien findet immer im März das weltweit größte internationale Dokumentarfilmfestival über Menschenrechte statt. „Jeden svět“, zu Deutsch „Eine Welt“ heißt es, und besteht seit 14 Jahren. Im Vorfeld des Festivals wollen wir uns schon heute mit Filmen über Menschenrechtsverletzungen in der Zeit des Kommunismus beschäftigen. Dieses Thema konnten tschechische Regisseure erst nach dem Wendejahr 1989 aufgreifen. Eine Zeitlang bevorzugten jedoch viele von ihnen auch in den veränderten gesellschaftspolitischen Verhältnissen eher unpolitische Themen. Kristína Vlachová ist indes einer der Ersten, die den Fokus auch auf schmerzliche und lange tabuisierte Themen aus der Zeit des Kommunismus gerichtet hat. Auch sie sollte die Erfahrung machen, dass der ersehnten Schaffensfreiheit trotz gesellschaftlichen Umbruchs immer noch Schranken gesetzt werden. In einer neuen Ausgabe des Kultursalons hören Sie nun ein Portrait der renommierten Filmregisseurin und Drehbuchautorin. mehr...

Im privaten Universum einer tschechischen Durchschnittsfamilie – ein neuer Film von Helena Třeštíková

04-02-2012 02:01 | Marco Zimmermann

Privatuniversum Helena Třeštíková ist bekannt für ihre Dokumentarfilme. Sie begleitet meistens Personen durch ihr Leben. Und sie verbleibt nicht nur Wochen oder Monate bei den Protagonisten, Helena Třeštíková dokumentiert das Leben von Menschen über Jahre hinweg. Zu ihrem bekanntesten Werk gehört sicherlich die Dokumentation des Lebens von René, der während der Aufnahmen immer zwischen Gefängnis und Freiheit gependelt ist. Nun ist ihr neuester Film in die Kinos gekommen: Sie hat die 37 Lebensjahre des Sohnes einer Freundin mit der Kamera begleitet. Soukromý vesmír (Privatuniversum) ist ein Porträt einer tschechoslowakischen Familie in der Normalisierung. mehr...

Zdenek Primus: Die Freiheit der Fiktion

28-01-2012 02:01 | Gerald Schubert

Zdenek Primus (Foto: Luisa Neubauer) Zdenek Primus hat immer viel geschrieben. Studien, Katalogtexte und Bücher, hauptsächlich über die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts. Seinen ersten belletristischen Text aber verfasste er im Alter von bereits 57 Jahren. Es war der Versuch, ein Stück Familiengeschichte zu verarbeiten, die Geschichte der Generation seiner Eltern, die geprägt war vom Krieg. Geboren wurde Primus 1952 im mährischen Brünn als Sohn einer deutsch-tschechischen Familie. 1977 emigrierte er nach Deutschland. Vergangenen Dienstag hat er im Tschechischen Zentrum Berlin aus seinem Werk „Ich bin tot“ gelesen – Radio Prag hat in der Sendreihe Aviso darüber berichtet. Alle, die nicht dabei sein konnten, haben nun die Gelegenheit, Zdenek Primus in unserem Kultursalon kennen zu lernen. mehr...

Zum 150. Todestag der bedeutendsten tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová

21-01-2012 02:01 | Markéta Kachlíková

Božena Němcová Die Schriftstellerin Božena Němcová ist die berühmteste Tschechin überhaupt. Schon Kinder kennen sie dank der zahlreichen Märchen, die sie gesammelt und literarisch aufgearbeitet hat. Ihr Hauptwerk, „Die Großmutter“, in dem Němcová ein idyllisches und idealisiertes Bild ihrer Kindheit beschreibt, ist in Tschechien mittlerweile in etwa 350 Auflagen erschienen und wurde in fast 30 Sprachen übersetzt. Einen Eindruck von Němcovás Persönlichkeit erhält man beim Lesen ihrer umfangreichen Korrespondenz, die ebenfalls ihrem literarischen Werk zugeordnet wird. Die Autorin und herausragende Persönlichkeit der tschechischen Geschichte starb vor genau 150 Jahren, am 21. Januar 1862. mehr...

Puppenspielkunst: Prager Galerie zeigt historische Marionetten

14-01-2012 02:01 | Jitka Mládková

Wenn es auf einmal von etwas mehr gibt als gewohnt, dann sagt man hier in Tschechien: Es ist ein Federbett geplatzt. Genau das trifft auf Ausstellungen zum tschechischen Puppen- und Marionettentheater zu. Seit der Vorweihnachtszeit wird gleich in einer ganzen Reihe tschechischer Städte die Magie dieser Theatertradition den Besuchern näher gebracht. So auch in Prag. Dort kann man in der Galerie Smečky unweit des Wenzelsplatzes noch bis zum 28. Januar einen interessanten Vergleich von historischen und modernen Marionetten anstellen. mehr...

Exilautor und Verleger Josef Škvorecký ist gestorben

07-01-2012 02:01 | Markéta Kachlíková

Josef Škvorecký Die tschechische Literatur hat eine weitere Persönlichkeit der Nachkriegsgeneration verloren. Nach dem Tod von Arnošt Lustig, Jiří Gruša und Václav Havel im vergangenen Jahr ist am 3. Januar dieses Jahres der Schriftsteller und Exilverleger Josef Škvorecký im Alter von 87 Jahren in Toronto gestorben. Er hat die Romane „Die Feiglinge“, „Das Mirakel“, „Der Seeleningenieur“ sowie Erzählbände, zahlreiche Übersetzungen, Essays und ein großes Verlagswerk hinterlassen. mehr...

„Gut und günstig“ – Silvester in Prag steht bei Touristen hoch im Kurs

31-12-2011 02:01 | Marco Zimmermann

Foto: CzechTourism Es ist bereits Tradition: Prag ist zum Jahreswechsel von Touristen überlaufen, denn Silvester im Ausland zu feiern ist beliebt. Die tschechische Hauptstadt wurde von einem amerikanischen Internetserver unlängst unter die zehn weltweit besten Reiseziele gewählt, um in das neue Jahr reinzurutschen. Und vor allem für Deutsche ist die Stadt an der Moldau immer wieder ein Klassiker. mehr...

Netz, Knüppel, Pfanne – Stationen des böhmischen Weihnachtskarpfen

24-12-2011 02:01 | Christian Rühmkorf

Foto: Marek Čech, Rybářství Třeboň a. s. Der Weihnachtskarpfen ist im östlichen Mitteleuropa das traditionelle Gericht an Heiligabend. Eine christliche Tradition aus einer Zeit, in der der Advent noch als Fastenzeit galt, die ihren Höhepunkt gerade am Heiligen Abend erlebte. Für die Tschechen ist noch heute Weihnachten ohne Karpfen wie Ostern ohne Eier - schlicht unvorstellbar. Aber wo kommen eigentlich die ganzen Karpfen her, die Heiligabend auf ihren und auf den Tischen vieler anderer Mitteleuropäer landen? Die meisten kommen aus Třeboň / Wittingau in Südböhmen, wo sie schon im Oktober und November nach alter Weise abgefischt werden. Dann bleibt dem Karpfen nur noch eine Galgenfrist. Christian Rühmkorf hat den Weg des böhmischen Karpfens verfolgt: vom Teich bis fast auf die Tafel. mehr...

Tschechisches Weihnachtsgebäck: die schönste Versuchung in der Fastenzeit

17-12-2011 02:01 | Iris Riedel

Mhm, riechen Sie es auch? Irgendwer im Haus bäckt. Vielleicht haben auch Sie gerade Ihre Küche in eine Weihnachtsbäckerei verwandelt. Und während Sie gerade den Teig ausrollen, Sterne und Monde ausstechen oder die letzte Fuhre Plätzchen im Ofen brutzelt, erfahren Sie nun, wie es die Tschechen mit dem Backen vor Weihnachten halten. mehr...

Religiöse Motive und Natur der Heimatregion - Dichter und Graphiker Bohuslav Reynek

10-12-2011 02:01 | Markéta Kachlíková

Bohuslav Reynek: „Pietà“ Eine Ausstellung im gotischen Haus zur Steinernen Glocke auf dem Altstädter Ring stellt zurzeit den tschechischen Graphiker und Dichter Bohuslav Reynek vor. Sie findet genau 40 Jahre nach dem Tode des Künstlers sowie 20 Jahre nach der ersten Exposition über ihn in der Nachwendezeit statt. In der dunklen Periode der kommunistischen Normalisierung war es nämlich verboten, Reyneks Werke auszustellen. Bohuslav Reynek war im Bereich der bildenden Kunst ein Autodidakt, trotzdem ist er schon zu Lebzeiten das begehrte Objekt eines Kults geworden, der im tschechischen Milieu seinesgleichen sucht. Mehr über die Person und das Schaffen Reyneks erfahren Sie im folgenden Kultursalon. Radio Prag sprach mit dem Kunsthistoriker und Autor der Ausstellung, Pavel Chalupa. mehr...

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