Rubrikenarchiv Forum Gesellschaft
Tschechien-Tourismus anders: Billig-Bestattung und Sonderwünsche
Die Kasse ist in diesen Zeiten knapp und der Großvater muss unter die
Erde. Eine Frau, die ihren Vater nie kennen gelernt hat, wird vom Amt dazu
verpflichtet, für seine Bestattung aufzukommen – das sind Fälle für
den Sarg-Discount. Billig-Bestatter haben Konjunktur. Der Preiskampf in der
Branche wird vor allem „im Osten“ entschieden. Leichen werden auf
Reisen nach Tschechien geschickt und dort nicht nur eingeäschert. Oft
finden sie dort auch ihre letzte Ruhe. mehr...
Ungeliebtes Zentralabitur: Vorzeitig am Ende?
Das staatliche Zentralabitur – eine schier unendliche Geschichte. 14
Jahre war eine mögliche Einführung diskutiert worden, bis der ehemalige
Bildungsminister Josef Dobeš das Projekt vorantrieb. Die Kritik an
zentralisierten Prüfungen ließ aber nie nach. 2011 wurde es dann
eingeführt, 2012 steht es bereits wieder kurz vor dem Aus. mehr...
Drahtesel statt stinkende Blechkiste: Kampagne „Cycle to work“
Frische Luft, Bewegung, kein langes Warten im Stau oder auf die Bahn, die
mal wieder Verspätung hat. So lässt sich ein Arbeitstag doch gleich viel
entspannter beginnen. Dies hat auch die Organisation „Auto-Mat“
erkannt. Seit mehreren Jahren setzt sie sich dafür ein, das Auto in der
Garage stehen zu lassen und alltägliche Strecken mit dem Rad
zurückzulegen. mehr...
Blutsuppe, Leberwürste, Knipp – die Tradition der Hausschlachtungen in Tschechien
Hausschlachtungen – mindestens einmal jährlich schafft es dieses Thema
in die tschechischen Schlagzeilen. Dann nämlich, wenn Brüssel angeblich
wieder mal etwas verboten hat. Das ist dann zumeist aber eine Ente. Wahr
ist: Knödel, Kraut und Schweinefleisch - die tschechische Küche ist fett
und gehaltvoll. Auch ganz gewöhnliche Bürger kaufen immer wieder mal ein
lebendiges Schwein und bestellen den Schlachter in den eigenen Garten. Wie
viele Hausschlachtungen in Tschechien jedes Jahr durchgeführt werden,
weiß auch das Veterinäramt nicht. Es gibt keine Meldepflicht. Christian
Rühmkorf hat sich das Schauspiel angeschaut bei Familie Petržílek in der
ostböhmischen Kleinstadt Slatiňany. mehr...
Welt für sich oder Brücke zur Integration? Vietnamesischer Großmarkt Sapa in Prag
Sapa heißt der größte Vietnamesenmarkt in Tschechien. Das Gelände in
einem Prager Außenbezirk, dort wo die Stadt bereits ländlich wird, wird
gerne auch als „Klein-Hanoi“ bezeichnet. Das kommt nicht von ungefähr.
Denn hier befinden sich neben vielen Kleider- und Lebensmittelläden auch
beispielsweise Frisöre, Reisebüros, Restaurants sowie eine Schule und ein
Kindergarten – wie in einer Kleinstadt also. Doch der Ruf des Sapa ist
schlecht: Noch im vergangenen Jahr hat der Sicherheitsausschuss im
tschechischen Abgeordnetenhaus den Markt als Drogenumschlagplatz und Ort
von Steuerbetrug angeprangert. Zudem gibt es immer wieder Beschwerden aus
dem angrenzenden Stadtteil Libuš. mehr...
Ein schwerer Stand: Hebammen in Tschechien
Während in Deutschland finanzieller Druck immer mehr Hebammen zur Aufgabe
ihres Berufs zwingt, behindern in Tschechien schwierige rechtliche
Bedingungen, ein paternalistisches Gesundheitssystem und gesellschaftliche
Rollenklischees die Arbeit der Hebammen. Doch jetzt ist durch ein
Gerichtsurteil Bewegung in die Debatte um die Rolle der Hebammen gekommen. mehr...
Männliche Prostitution: Tabuthema in Prag
Männliche Prostitution: ein Tabuthema, das dem Antlitz einer Stadt schaden
kann – und das auch Prag betrifft. Deshalb versucht die Stadtregierung
seit Jahren, die Anschaffenden von den für Touristen zugänglichen Orten
zu verdrängen. Der Regisseur Houchang Allahyari will nun in einem neuen
Filmprojekt zeigen, welche sozialen Abgründe sich teilweise hinter der
glitzernden Fassade von Moldau und Prager Burg befinden. Im Mittelpunkt
seines neuen Dokumentarfilms steht dabei das Streetwork-Projekt Chance, bei
dessen Arbeit männliche Prostitution im Mittelpunkt steht. mehr...
„Spuren des Totalitarismus“: Schüler sprechen mit Opfern des Kommunismus
Mehr als 22 Jahre sind seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes
vergangen. Es zeigt sich jedoch, dass die jüngere Generation oft nicht
ahnt, dass die Kommunisten Tausende Menschenleben auf dem Gewissen haben.
Aus den Umfragen geht hervor, dass die jungen Menschen zudem kaum eine
Vorstellung davon haben, wie sich das totalitäre Regime auf das Schicksal
ganzer Familien auswirkte. Im Rahmen eines Forschungsprojektes haben die
Schüler nun die Möglichkeit, nach Spuren der kommunistischen
Vergangenheit in ihrer Region zu suchen. mehr...
Tschechische Akademie der Wissenschaften: Chancen für Top-Forscher aus dem Ausland
In der Tschechischen Republik gibt es neben den klassischen Hochschulen
eine weitere Forschungsinstitution: die Akademie der Wissenschaften. Sie
betreibt wissenschaftliche Grundlagenforschung und berät die Regierung in
Sachen Forschung und Entwicklung. Seit dem vergangenen Jahr hat sich für
die dort Beschäftigten einiges geändert, denn es wurden leistungsgerechte
Beurteilungen eingeführt und die Laufzeit der Arbeitsverträge an
bestimmte Leistungen gebunden. Zudem möchte der Vorsitzende die Akademie
internationalisieren und ausländische Spitzenforscher nach Tschechien
holen. Radio Prag hat mit drei deutschsprachigen Forschern, die bereits in
Tschechien arbeiten, gesprochen.
mehr...
Diskussion um Fiskalpakt: „In Tschechien fehlt eine Europa-Debatte“
Dass die tschechische Regierung nicht unbedingt auf einer Euphorie-Welle
für Europa schwimmt, hat sich in der Vergangenheit schon des Öfteren
gezeigt. Jüngst zeigte sich diese Euroskepsis am Beispiel der Debatte um
den europäischen Fiskalpakt, für den die Unterschrift Tschechiens bis
heute nicht sicher ist. Welche Folgen das Verweigern einer Unterschrift
oder eben vielleicht doch eine endgültige Zusage zum Fiskalpakt für
Tschechien haben könnte, das beurteilte die Prager
Universitätsprofessorin Lenka Rovná für Radio Prag. Sie hat den
Jean-Monnet-Lehrstuhl am Institut für Westeuropäische Studien der
Karlsuniversität inne. mehr...
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