Rubrikenarchiv Forum Gesellschaft
Fünf Jahre EU-Osterweiterung: Sind die Tschechen glücklich mit Europa?
2004 trat Tschechien der Europäischen Union bei – nur fünf Jahre
später ist das Land sogar für ein halbes Jahr Vorsitzender der EU. Das
ist eine steile Karriere für die Tschechen, denen ja das Etikett der
Europa-Skeptiker anhängt. Was hat denn aber die Erweiterung für Europa
und die tschechische Gesellschaft gebracht? Antworten aus der Politik und
von den Bürgern.
mehr...
Die Caritas in Tschechien
Frömmigkeit und gelebtes Christentum waren von 1948 bis 1989 im heutigen
Tschechien unerwünscht. Das Generalmonopol der kommunistischen Herrschaft
beanspruchte auch die soziale Wohlfahrt für sich: Die Bedürfnisse der
Kranken, Behinderten, Notleidenden und Alten wurden zentral vom Staat
verwaltet; andere Organisationen sollten nicht dazwischen funken. Sie
wurden mit Zwang und Sanktionen unterdrückt. Das natürliche Bedürfnis
des Menschen, anderen zu helfen, konnte die Säkularisierung jedoch nicht
auslöschen. Nach der Wende dauerte es nicht lange, bis sich erste
nichtstaatliche Hilfsinitiativen bildeten. Darunter auch die Caritas, die
1990 in gewandelter Form neu gegründet wurde. Die Caritas ist heute nach
dem Staat der zweitgrößte Bereitsteller von sozialen und medizinischen
Diensten in Tschechien. Maria Hammerich-Maier ist der erstaunlichen
Entwicklung der
Caritas in den letzten 18 Jahren nachgegangen. mehr...
Die Hilfsorganisation „Člověk v tísni“: Solidarität mit den Notleidenden
Der Name „Člověk v tísni – Mensch in Not“ ist in Tschechien ein
Begriff. Die Hilfsorganisation steht für professionellen Einsatz in den
Krisengebieten der Welt. Dank dieser unabhängigen Organisation ist
Solidarität mit den Notleidenden in der tschechischen Gesellschaft kein
Fremdwort mehr. Hinter dem Aufbau der Hilfsorganisation steht ein
außergewöhnlicher Mann: der 41-jährige Šimon Pánek. Im November 1989
war er als Studentenführer an der „Samtenen Revolution“ beteiligt. Er
bereiste den halben Erdball, arbeitete als Journalist und Krisenmanager.
Als Šimon Pánek „Mensch in Not“ 1994 gründete, standen ihm eine
Handvoll engagierter Mitarbeiter zur Seite. Heute ist die Hilfsorganisation
eine der größten Mitteleuropas.
mehr...
Tschechien ist bei der Behandlung von Herzinfarkten führend
Es ist ein Wettlauf mit der Zeit und es geht oft um Sekunden: Herzattacken
sind die Todesursache Nummer eins in Tschechien. Die Überlebensaussichten
hängen von einem schnellen Eingriff in einer spezialisierten Klinik ab.
Daher ist es so wichtig, bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort den
Rettungsnotdienst zu verständigen. Jitka Mládková hat sich informiert,
wie es in diesem spezifischen Bereich hierzulande funktioniert und für das
heutige Forum Gesellschaft das Prager Institut für klinische und
experimentelle Medizin – kurz Ikem – besucht.
mehr...
„Jedna, zwei, tři…“ - tschechische und österreichische Kinder kennen in Drasenhofen keine Grenze
Im niederösterreichischen Drasenhofen, ganz nah an der tschechischen
Grenze, da gibt es einen Kindergarten, in dem die Grenzen schon völlig
verschwunden sind. Dort üben sich tschechische und österreichische Kinder
schon in ganz jungen Jahren in Internationalität und lernen die Sprache
des anderen. Noch leichter ist das geworden, seit Tschechien Teil des
Schengenraumes ist.
mehr...
Vor großen europäischen Herausforderungen: der tschechische EU-Ratsvorsitz
Zu Jahresbeginn hat die Tschechische Republik offiziell zum ersten Mal den
Vorsitz im Rat der Europäischen Union übernommen. Damit geht eine
turbulente Vorbereitungszeit zu Ende. Doch im kommenden halben Jahr
während des Vorsitzes wird es nicht einfacher: Die EU-Staaten kämpfen mit
den Folgen der Finanzkrise und um die Rettung des Reformvertrags von
Lissabon – und die tschechische Regierung noch zusätzlich um
innenpolitische Stabilität.
mehr...
Kult um eine Kultfigur – der Heilige Wenzel und sein Denkmal in Prag
Wahrzeichen einer Stadt gibt es meist mehrere, doch immer ist eines
darunter, das sich durch seine Besonderheit von den anderen abhebt. Was
für Paris der Eiffelturm ist, für Rom der Trevi-Brunnen und für Berlin
das Brandenburger Tor, das ist für Prag der Wenzelsplatz mit dem Denkmal
des Heiligen Wenzel. Der majestätisch auf dem Pferd reitende Fürst
Václav – wie Wenzel auf Tschechisch heißt – ist in seiner
Rittermontur Zeuge der großen geschichtlichen Ereignisse des letzten
Jahrhunderts geworden. Mehr als 1000 Jahre lang galt er auch als „Patron
der Böhmischen Länder“ Und wie sieht es heute aus? Welche Bedeutung der
Heilige Wenzel und sein Denkmal für die Menschen in Tschechien noch?
mehr...
Blinde haben immer Nacht – in Prag gibt´s aber Lichtblicke
Blinde haben immer Nacht. Was nicht heißen muss, dass sie nicht aktiv
wären. Nicht wenige gehen einer Arbeit nach und nutzen dabei moderne
Informationstechnologie. Und das auch auf dem Weg zur Arbeit. Christian
Rühmkorf hat sich für die Sendereihe „Forum Gesellschaft“ in Prag
zeigen lassen, wie man auch ohne Augenlicht durch´s Leben kommt – und
durch den Verkehr. Denn da ist die Orientierung besonders schwierig und
gefährlich.
mehr...
Hin- und hergeschoben – Tausende deutscher Soldaten endlich in Cheb bestattet
An die 180.000 von ihnen sind noch in den letzten Tages des Zweiten
Weltkrieges auf dem Boden der besetzten Tschechoslowakei gewaltsam zu Tode
gekommen. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Ihre sterblichen Überreste
wurden in Massen- Kameraden- oder Einzelgräbern beerdigt oder verscharrt.
Der Volksbund deutsche Kriegsgräber Fürsorge hatte sie zumeist schon in
den 90er Jahren exhumiert, um ihnen auf einem Soldatenfriedhof die letzte
Ruhe zu geben. In Tschechien Friedhöfe für deutsche Soldaten zu
errichten, erwies sich aber nicht immer als leicht. Eine deutsche
Kriegsgräberstätte kann zu einem Politikum werden. 5000 exhumierte
Soldaten wurden so jahrelang hin- und hergeschoben und zwischengelagert.
Teilweise unter unwürdigen Bedingungen. Die Lösung des Problems – wenn
auch keine einfache - lag im nordwestböhmischen Cheb / Eger. 1,7 Millionen
Euro kostet der Umbau des Friedhofs und die Bestattung der Soldaten. Die
Bestattungen stehen kurz vor dem Abschluss.
mehr...
Bilder einer Gesellschaft im Wandel – der Fotograf und Augenzeuge Zdeněk Tmej
Wer sich ein Bild vom Zustand der Gesellschaft verschaffen will, kann dies
auf unterschiedliche Weise tun: zum Beispiel eine soziologische Studie in
Auftrag geben oder ein aktuelles Buch lesen. Meist reicht es aus, mit
wachen Augen das Tagesgeschehen zu beobachten. Ein solcher „Augenzeuge“
war der im Jahr 1920 geborene und 2004 verstorbene tschechische Fotograf
Zdeněk Tmej. Der gelernte Fotoreporter hielt in seinen Bildern die
Wirklichkeit anspruchsvoll und mit hoher technischer Präzision fest. Dabei
scheute er sich nicht vor solchen Bildern, vor denen andere die Augen
schlossen. Sein Fotozyklus „Alphabet der seelischen Leere“ über die
Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland entstand in den 40er
Jahren. Diese Dokumentation legt ein einmaliges Zeugnis von einer
Gesellschaft im Ausnahmezustand ab.
mehr...
+1
+10




