Rubrikenarchiv Kapitel aus der Tschechischen Geschichte
Körperertüchtigung und Politik: 150 Jahre Turnerbund Sokol
Was für die Deutschen Turnvater Jahn ist, das ist für die Tschechen
Miroslav Tyrš. Er war vor 150 Jahren prägender Mitgründer des Sokol, der
tschechischen Turnbewegung, die später auch auf weitere slawische Völker
übergriff. „Sokol“ ist nicht nur im Tschechischen, sondern auch in
anderen slawischen Sprachen das Wort für „Falke“. Die Falken spielten
eine wichtige Rolle bei der Emanzipation der Tschechen und Slowaken in der
k.u.k. Monarchie und der Bildung eines eigenständigen Staates. Der Sokol
war zudem die bedeutendste Massenorganisation der tschechischen Geschichte. mehr...
„Unsere Vertreter in Prag und nicht in Berlin“: die 92-jährige Erna Meißner über Jugend, Krieg und Aussiedlung
Im nordböhmischen Ústí nad Labem / Aussig hatte das Collegium Bohemicum
eine besondere Person zu Gast. Die 1920 in Střekov / Schreckenstein
geborene Ernestine (Erna) Meißner besuchte eine Woche ihre Geburtstadt,
die heute Teil der Stadt Ústí nad Labem ist, um von ihrer
sozialdemokratisch geprägten Jugend in der Ersten Tschechoslowakischen
Republik zu berichten. Sie besuchte mehrere Grund- und Mittelschulen und
sprach vor interessierten Studenten, aber auch Bürgern der Stadt Ústí.
Radio Prag hat die 92-jährige ans Mikrofon gebeten. mehr...
Philosoph Jan Patočka: Intellektueller Kopf und Symbolfigur der Charta 77
Am 13. März jährte sich zum 35-mal der Todestag des tschechischen
Philosophen Jan Patočka. Er gehörte zu den Symbolen der
Oppositionsbewegung Charta 77 und war deren erster Sprecher. Patočka
verstarb jedoch bereits wenige Wochen nach der Veröffentlichung des
Gründungsaufrufs der Charta am 1. Januar 1977 und zwar an den Folgen der
zermürbenden Verhöre durch die kommunistische Staatssicherheit. mehr...
März 1953: Pompöse Trauerfeiern für Josef Stalin und Klement Gottwald in der Tschechoslowakei
Im März 1953 wurde in der Tschechoslowakei mit einer Woche Abstand zweimal
getrauert. Im ersten Fall um einen Riesen, im zweiten Fall um einen Zwerg
der internationalen Politszene. Am 5. März starb Josef Stalin und im
ganzen Sowjetreich und allen Satellitenstaaten schien die Zeit
stehengeblieben zu sein. Neun Tage später folgte ihm der „erste
Arbeiterpräsident“ der Tschechoslowakei, Klement Gottwald, ins Jenseits.
Wie die Trauerfeiern für die beiden Staatsoberhäupter hierzulande
abgehalten wurden, ist das Thema unseres Geschichtskapitels. mehr...
„Porajmos“ – Der Holocaust an den Roma im Protektorat Böhmen und Mähren
„Porajmos“ ist Romanes und bedeutet in etwa „Das Verschlingen“. Es
ist die Bezeichnung für den Völkermord an den europäischen Roma in der
Zeit des Nationalsozialismus. Während der deutschen Besatzungszeit wurden
die Roma auch im Protektorat Böhmen und Mähren verfolgt. Besonders
schlimm wurde es nach dem 9. März 1942. Die Protektoratsregierung
übertrug ein Gesetz aus dem Reich auf die ehemalige Tschechoslowakei: den
Erlass über die vorbeugende Verbrechensbekämpfung. Unter diesem
Deckmantel kämpfte das NS-Regime gegen alle so genannten „asozialen“
Elemente. Es war der Startschuss für die rassische Kategorisierung der
Roma und ihre Deportation nach Auschwitz. mehr...
Die gesamte Geschichte von Theresienstadt: Interview mit der Buchautorin Uta Fischer
Wer Theresienstadt oder Terezín hört, denkt zuerst an das Ghetto
beziehungsweise an das KZ. Dieser traurigste Teil in der mehr als
200-jährigen Geschichte des Ortes reicht allein für eine eigene
Darstellung. Die beiden Journalisten Uta Fischer und Roland Wildberg haben
nun aber die gesamte Historie von Theresienstadt in einem Buch dargestellt
– von der Gründung der Festung, die am Reißbrett entworfen wurde, bis
zum Hochwasser im Jahr 2002. Es ist das erste Buch seiner Art auf Deutsch
und heißt „Theresienstadt – eine Zeitreise“. Dazu ein Interview mit
Uta Fischer. mehr...
„Es gab zwei Verhandlungsebenen“ - Historiker Kunštát zum Nachbarschaftsvertrag
Die häufig zitierte und erwähnte Deutsch-Tschechische Erklärung von 1997
war nicht der Anfang. Fünf Jahre früher wurde bereits der
Deutsch-Tschechoslowakische Vertrag über gute Nachbarschaft unterzeichnet.
20 Jahre sind vergangen, seitdem Bundeskanzler Kohl und Außenminister
Genscher sowie Staatspräsident Havel und Außenminister Dienstbier ihre
Unterschriften unter den Vertrag gesetzt haben. Die tschechisch-deutsche
Aussöhnung ist Fachgebiet des Historikers Miroslav Kunštát von der
Tschechischen Akademie der Wissenschaften, ab 1993 hat er auch
Staatspräsident Václav Havel in diesen Fragen beraten. mehr...
Der „siegreiche Februar“ 1948 und die Berichte westlicher Diplomaten
Der 25. Februar 1948 ist ein symbolträchtiges Datum, als „siegreicher
Februar“ ist er in die tschechoslowakische beziehungsweise tschechische
Geschichte eingegangen. „Siegreich“ war er aber nur für die
Kommunisten, die an diesem Tag die Macht im Land übernahmen. Für die
politische und gesellschaftliche Opposition begannen 41 Jahre der
Unterdrückung. Außenpolitisch bedeutete der „siegreiche Februar“,
dass die Tschechoslowakei unter den Einfluss der Sowjetunion kam. Wie haben
damals die Westmächte darauf reagiert, dass Stalin nun auch die ČSR als
letztes der Ostblockländer in seinen Griff bekam? mehr...
„Ein tragischer Herrscher“ – Historiker Pánek über Rudolf II.
Zwei römische Kaiser sind jeder Tschechin und jedem Tschechen im
Bewusstsein: neben Karl IV. ist dies Rudolf II. Der Habsburger hat Prag zu
dem werden lassen, was bis heute in jedem Reiseführer an erster Stelle
steht: die Goldene Stadt. Doch politisch war seine Herrschaft, gelinde
gesagt, ein Reinfall. Rudolf II. starb am 20. Januar 1612. Aus Anlass des
400. Todestages ein Interview mit Jaroslav Pánek, Professor am
Historischen Institut der tschechischen Akademie der Wissenschaften. mehr...
„Bomby na Prahu“ – Eine neue Perspektive auf die Bombardierung Prags
Einer der Hauptgründe, die Hauptstadt der Tschechischen Republik zu
besuchen, ist sicherlich die mittelalterliche Kulisse der Altstadt und der
hohe Anteil an alter Bausubstanz. Dass sich all das bis heute besichtigen
lässt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass Prag von den
Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb. Nur
gegen Ende des Krieges fielen noch einige Bomben. Ein Bildband, der vor
kurzem erschien, zeigt nun bisher unveröffentlichte Fotos der
Bombardierung. Mehr darüber in unserem heutigen Kapitel aus der
tschechischen Geschichte. mehr...
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