Rubrikenarchiv Kapitel aus der Tschechischen Geschichte
Der „siegreiche Februar“ 1948 und die Berichte westlicher Diplomaten
Der 25. Februar 1948 ist ein symbolträchtiges Datum, als „siegreicher
Februar“ ist er in die tschechoslowakische beziehungsweise tschechische
Geschichte eingegangen. „Siegreich“ war er aber nur für die
Kommunisten, die an diesem Tag die Macht im Land übernahmen. Für die
politische und gesellschaftliche Opposition begannen 41 Jahre der
Unterdrückung. Außenpolitisch bedeutete der „siegreiche Februar“,
dass die Tschechoslowakei unter den Einfluss der Sowjetunion kam. Wie haben
damals die Westmächte darauf reagiert, dass Stalin nun auch die ČSR als
letztes der Ostblockländer in seinen Griff bekam? mehr...
„Ein tragischer Herrscher“ – Historiker Pánek über Rudolf II.
Zwei römische Kaiser sind jeder Tschechin und jedem Tschechen im
Bewusstsein: neben Karl IV. ist dies Rudolf II. Der Habsburger hat Prag zu
dem werden lassen, was bis heute in jedem Reiseführer an erster Stelle
steht: die Goldene Stadt. Doch politisch war seine Herrschaft, gelinde
gesagt, ein Reinfall. Rudolf II. starb am 20. Januar 1612. Aus Anlass des
400. Todestages ein Interview mit Jaroslav Pánek, Professor am
Historischen Institut der tschechischen Akademie der Wissenschaften. mehr...
„Bomby na Prahu“ – Eine neue Perspektive auf die Bombardierung Prags
Einer der Hauptgründe, die Hauptstadt der Tschechischen Republik zu
besuchen, ist sicherlich die mittelalterliche Kulisse der Altstadt und der
hohe Anteil an alter Bausubstanz. Dass sich all das bis heute besichtigen
lässt, hat sicherlich auch damit zu tun, dass Prag von den
Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont blieb. Nur
gegen Ende des Krieges fielen noch einige Bomben. Ein Bildband, der vor
kurzem erschien, zeigt nun bisher unveröffentlichte Fotos der
Bombardierung. Mehr darüber in unserem heutigen Kapitel aus der
tschechischen Geschichte. mehr...
Adelsgeschlecht der Pernstein: erst steinreich, dann in die Schuldenfalle getappt
Das tschechische Kulturministerium und das Staatliche Denkmalschutzamt
haben im vergangenen Jahr ein Pilotprojekt angestoßen: Landesweit und auch
im Ausland wurde das böhmische Adelsgeschlecht der Rosenberger
vorgestellt. An das so genannte Rosenberger Jahr knüpft nun das Jahr der
Pernštejn oder – auf Deutsch – der Pernstein an. Die Herren von
Pernstein sollen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit noch reicher
als ihre Kollegen aus Rosenberg gewesen sein. Besonders ihre Bauten
erinnern noch heute an sie, doch es gab in der Familie auch schwarze
Schafe, die alles verprasst haben. Nun soll das ganze Jahr über an vielen
Orten im Land an das aus Mähren stammende Adelsgeschlecht erinnert werden
– Grund genug für ein Porträt der Pernsteins.
mehr...
Prager Frühling 1968 begann im Januar: der moskautreue Parteichef Antonín Novotný musste gehen
Der tschechoslowakische Staatspräsident Antonín Novotný steht eher
selten im Fokus historischer Betrachtungen. Dabei war er fast 15 Jahre lang
auch Erster Sekretär des Zentralkomitees der KPTsch und damit
ranghöchster Mann in der kommunistischen Staatspartei. In den politischen
Chefposten wurde Novotný im September 1953 gewählt. Vier Jahre später
gelang es ihm zudem, auch das prestigeträchtige Amt des Staatsoberhauptes
für sich zu erringen. Novotný galt als Moskau treuer Apparatschik, doch
unter seiner Führung erlebt die Tschechoslowakei die „Goldene
Sechziger“. Politologen bezeichnen dies als ein Widerspruch. Als dann die
Reformbewegung des so genannten Prager Frühlings begann, musste der
unterdurchschnittlich gebildete Staatsführer seine beiden Funktionen
niederlegen. Vor dem Hintergrund seiner politischen Laufbahn spiegelt sich
ein ganzes Kapitel der tschechischen Geschichte wieder. mehr...
Kurzer Frieden der Religionen: der Majestätsbrief Rudolfs II.
Vor 400 Jahren starb Kaiser Rudolf II. - in das Ende seiner Herrschaft fiel
eine politische Entscheidung, die fortschrittlich war für seine Zeit: Der
Habsburger garantierte Religionsfreiheit in Böhmen, so geschehen im
Majestätsbrief von 1609. Allerdings war dies keine freie Entscheidung,
vielmehr hatten Aufstände den Herrscher dazu gezwungen. Und der
Religionsfrieden sollte auch nicht lange halten. mehr...
90 Jahre Groß-Prag: 1922 entstand die moderne Großstadt
Viele Leute kennen Prag als eine Stadt, die bereits seit dem Mittelalter
existiert. In Reiseführern wird oft auf die facettenreiche Geschichte der
Stadt im Laufe der Jahrhunderte hingewiesen. Das moderne Prag aber, so wie
es heute aussieht, gibt es offiziell erst seit 1922, also seit genau 90
Jahren. Damals kam es zu einer Verwaltungsreform, die aus der Agglomeration
Prag das vereinigte Groß-Prag machte. mehr...
„Eine freie, informelle und offene Gemeinschaft“ - 35 Jahre Charta 77
Das Jahr 2011 ging für die Tschechen mit einem traurigen Ereignis zu Ende:
Eine Woche vor Weihnachten starb der Dramatiker, Ex-Präsident und
ehemalige Dissident Václav Havel. Er war eine Ikone des Widerstands gegen
das kommunistische Regime, und er war Mitinitiator, Sprecher und
Unterzeichner des bekanntesten Projekts dieses Widerstands: der Charta 77.
Am 1. Januar feierte die Charta 35. Jubiläum. mehr...
Tschechische Weihnachten 1918 – 1989: seit der Gründung der Republik bis zur Samtenen Revolution
Der Christbaum mit strahlenden Kerzen, die Weihnachtskrippen, die
Bescherung zu Heiligabend, der Karpfen, hausgemachtes Gebäck - dies und
vieles mehr sind heutzutage Symbole, die in unseren Breiten für
Weihnachten stehen. Im Prinzip ein Fest in Hülle und Fülle in einer
friedlichen Atmosphäre. Und vor allem im engen Kreis der Familie. Für
viele Tschechen kommen noch die vergangenen 22 Jahre hinzu, das heißt das
Leben in Freiheit als bedeutender Faktor. Dass aber die Zeichen der
Weihnachtszeit in der Vergangenheit oft anders standen, davon erzählt ein
vor Jahresfrist erschienenes Buch mit dem Titel „Tschechische Weihnachten
1918 – 1989: seit der Gründung der Republik bis zur Samtenen
Revolution“. Kurz vor Weihnachten haben die Tschechischen Zentren in
München, Düsseldorf und Berlin Präsentationen dieses Buches in
Deutschland veranstaltet. Geschrieben wurde das Werk vom Historikerehepaar
Petr Koura und Pavlína Kourová. Jitka Mládková hat mit der männlichen
Hälfte des Autorenduos gesprochen. Sie hören eine Sonderausgabe unseres
Kapitels aus der tschechischen Geschichte. mehr...
Triumphale Rückkehr - der Weg zum tschechischen Kult um Edvard Beneš
Edvard Beneš, der ehemalige tschechoslowakische Staatspräsident, ist Held
und Reizfigur zugleich. Es kommt nur darauf an, wen man fragt. Vor einigen
Wochen haben wir hier in unseren Sendungen bereits über die
sudetendeutsche Wahrnehmung von Beneš gesprochen. Nun beleuchten wir das
Bild, das sich die tschechoslowakischen Bürger von ihrem Präsidenten
gemacht haben- und zwar in der Zeit ab dem Münchner Abkommen von 1938, als
Beneš abdankte, und vor allem während seiner triumphalen Rückkehr in die
Nachkriegs-Tschechoslowakei. mehr...
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