Rubrikenarchiv Kapitel aus der Tschechischen Geschichte
Die „bewegte“ Geschichte der Dekanatskirche in Most
Es hört sich unglaublich an, aber es ist wahr. Im Jahr 1975 wurde im
nordböhmischen Most eine fast 500 Jahre alte spätgotische Kirche mehrere
hundert Meter weit versetzt. Die Aktion war spektakulär und wurde
dementsprechend von der kommunistischen Propaganda ausgeschlachtet. So
unglaublich, wie die Versetzung der 10.000 Tonnen schweren Kirche, scheint
auch der Grund dafür zu sein. Doch auch er ist wahr. Um an die
Kohlevorkommen unter der historischen Stadt zu gelangen, ließ das
kommunistische Regime das alte Most kurzerhand wegsprengen. Nur die Kirche
wurde gerettet. mehr...
Die Zeitschrift Ejhle: Humor und Satire im Namen der deutschen Propaganda
In der Zeit der deutschen Besatzung Tschechiens spielte die Propaganda eine
wichtige Rolle. Für die deutsche Kriegsmaschinerie war die tschechische
Industrie wichtig – daher sollten die tschechischen Arbeiter von
jeglichem Widerstand abgehalten werden und produktiv bleiben. Allerdings
glaubten die Tschechen zu Beginn des Jahres 1944 nicht mehr an einen Sieg
der Deutschen. Um den Einfluss auf die Arbeiterschaft nicht zu verlieren,
gingen die Besatzungsbehörden einen besonderen Weg und riefen eine
Satirezeitschrift ins Leben. mehr...
Auszug aus dem Ledro-Tal: italienisches Exil in Böhmen 1915-1918
Wissen Sie, warum Restaurants im norditalienischen Tal Valle di Ledro
böhmische Knödel im Angebot haben? Wie immer steckt dahinter die
Geschichte - und mit ihr verbunden die Geschichten vieler Menschen aus dem
Ledro-Tal. mehr...
Vor und nach dem Zweiten Weltkrieg: Beneš durch die deutschböhmische Brille
Edvard Beneš war am 13. und 14. Oktober das Thema einer Konferenz im
Goetheinstitut in Prag. Geladen hatten das Masaryk-Institut und das Archiv
der Wissenschaften gemeinsam mit dem Collegium Carolinum aus München. Ziel
war es, die kontroversen Wahrnehmungen des ehemaligen Außenministers und
Staatspräsidenten der Ersten Tschechoslowakischen Republik
wissenschaftlich zu erfassen und den Forschungsstand zu dokumentieren.
Marco Zimmermann war auf der Konferenz und berichtet, wie sich das Bild
Benešs bei den Deutschen aus der Tschechoslowakei gewandelt hat. Sie
hören eine neue Ausgabe unserer Sendereihe „Kapitel aus der
tschechischen Geschichte“. mehr...
Gefangen im Gulag - die ersten tschechischen Opfer des Kommunismus
Über 75.000 tschechische Bürger sind in den zurückliegenden Jahren für
KZ und Zwangsarbeit in Hitlerdeutschland entschädigt worden. Anders erging
es jenen Tschechoslowaken, die unmittelbar nach dem Krieg in die
Sowjetunion verschleppt wurden. Schwerstarbeit, Unterernährung,
Vergewaltigungen, tödliche Krankheiten wie Typhus - die meisten starben in
den Lagern. Nur wenige überlebten, doch sie warten meist noch heute auf
eine Entschädigung. mehr...
Widerstand gegen die Nazis im Protektorat Böhmen und Mähren
Die Tschechen sind stolz auf die Teilnahme ihrer Soldaten in den
ausländischen Armeen während des Zweiten Weltkriegs. Zur Zeit des
Kommunismus wurde dieses Kapitel aus der tschechischen Geschichte
vernachlässigt, aber seit der Wende 1989 ist es dann allgemein bekannt
geworden. Der Widerstand vor Ort, im Protektorat Böhmen und Mähren,
während der Besatzung durch Hitler von 1939 bis 1945 steht dagegen immer
noch etwas im Schatten der Betrachtung. Dabei war er ebenso bedeutend wie
der Widerstand aus dem Ausland. mehr...
Besondere Aufbauhilfe: Ausbildung israelischer Militärpiloten in der Nachkriegs-Tschechoslowakei
Im Jahr 1948 entstand der Staat Israel. Einer der wichtigsten Partner für
die Aufbauhilfe war die damalige Tschechoslowakei – und das auch
militärisch. So wurden damals auf einigen tschechoslowakischen Flugbasen
– unter strenger Geheimhaltung - 75 israelische Kampfpiloten
ausgebildet.
mehr...
Willkommen an der Moldau? Kaiser Franz Josef und seine Besuche in Prag
Wie oft Kaiser Franz Joseph zu Besuch in Böhmen war, lässt sich heuzutage
nicht mehr genau feststellen. Aber die offiziellen Reisen wurden damals
ausführlich dokumentiert. Der Historiker Jozo Džambo vom Münchner
Adalbert-Stifter-Verein hat in den Archiven geforscht und sich ein Bild
über die Besuche von Franz Joseph I. in Prag gemacht. Am vergangenen
Donnerstag hielt Jozo Džambo einen Vortrag im Prager Nationalen
Technik-Museum zum Thema dieser kaiserlichen Visiten. Bei dieser
Gelegenheit sprach Radio Prag mit dem Historiker. mehr...
60 Jahre deutschsprachige Publikationen in der Tschechoslowakei: Von „Aufbau und Frieden“ zur „Prager Zeitung“
Die erste Tschechoslowakische Republik hatte einen großen deutschen
Bevölkerungsteil und mit ihm eine breite deutschsprachige
Presselandschaft. Darunter befanden sich solch renommierte Zeitungen wie
die „Bohemia“ und das „Prager Tagblatt“, aber auch zahlreiche
kleine Regionalblätter. Nach der Okkupation 1939 endete diese Tradition,
die Zeitungen wurden eingestellt oder gleichgeschaltet. Nach dem Zweiten
Weltkrieg wurde dann die deutsche Bevölkerung vertrieben und die
verbleibenden Deutschen hatten nicht mehr das Recht, eine eigene Presse zu
unterhalten. Erst im September 1951 erschien wieder eine deutsche
Publikation, diesmal auf Bestreben der kommunistischen Machthaber. Am 27.
September sind genau 60 Jahre seit der ersten Ausgabe vergangen. In einem
weiteren Kapitel aus der tschechischen Geschichte erfahren sie nun mehr
über die Zeitung und ihre Entwicklung. mehr...
Fortifikationssystem am Jablunkapass sollte Schutz vor den Osmanen bieten
Im Dreiländereck Tschechien-Slowakei-Polen, auf 553 Meter Höhe über dem
Meeresspiegel liegt der Jablunkovský průsmyk, auf Deutsch Jablunkapass.
Sein Name ist von der nahegelegenen tschechischen Stadt Jablunkov
abgeleitet. Nur wenige Tschechen wissen heute, welche Rolle dieser Ort in
der Geschichte der Landesverteidigung gespielt hat. Im 16. Jahrhundert wurde
dort ein Festungssystem erbaut, das die Türken auf ihrem Vormarsch nach
Schlesien aufhalten sollte. Um die später in Vergessenheit geratene
Geschichte des Festungssystems am Jablunkapass sozusagen zu entstauben, hat
das Museum in Český Těšín / Teschen an der tschechisch-polnischen
Grenze 2005 eine Ausstellung aufgebaut und nachfolgend auch einen Bildband
herausgegeben. Mit der Co-Autorin des Buches, Pavlína
Nováková-Badurová, hat Jitka Mládková gesprochen. mehr...

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