Rubrikenarchiv Kapitel aus der Tschechischen Geschichte
Max Rostock - Vom SS-Mann in Lidice zum kommunistischen Agenten
Lidice - genau 65 Jahren sind vergangen, seitdem das Dorf von den
NS-Besatzern dem Erdboden gleichgemacht und die meisten der Bewohner
ermordet wurden: willkürliche Vergeltung für das Attentat auf Reinhard
Heydrich. An der Aktion Lidice maßgeblich beteiligt war SS-Obersturmführer
Max Heinrich Rostock. Nach dem Krieg endete er in tschechoslowakischer
Haft. Hier wurde aus dem Todeskandidaten Rostock der kommunistische Agent
"Fritz". Eine Geschichte vom Verwandeln und Vergessen.
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Die Masaryks - Einblicke in das Privatleben einer Präsidentenfamilie
Tomas Garrigue Masaryk gehört wohl zu den bekanntesten Persönlichkeiten der
tschechischen Geschichte. Er wurde 1850 im mährischen Hodonin / Göding
geboren, noch zur Zeiten der österreichisch-ungarischen Monarchie. Masaryk
war Philosoph und Schriftsteller. Nach dem Ersten Weltkrieg im Jahr 1918
war er der erste Präsident der Tschechoslowakischen Republik. Im heutigen
Geschichtskapitel präsentiert Andreas Wiedemann einige Geschichten aus dem
Privat- und Familienleben von T.G. Masaryk, die er im Masaryk-Museum in
Lany gehört hat.
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Jan Patocka - ein Philosoph, der Geschichte schrieb
Das Leben des bedeutenden tschechischen Philosophen Jan Patocka umfasste
die Schrecken des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1907 geboren, erlebte er den
Ersten und Zweiten Weltkrieg und weitere 30 Jahre kommunistische
Vorherrschaft bis zu seinem Tod im Jahre 1977. Sein Schicksal ist
beispielhaft für viele Intellektuelle, deren Leben und Arbeiten durch das
Regime eingeschränkt oder unterdrückt wurde. Das Außergewöhnliche im Leben
von Jan Patocka bestand darin, dass er es wagte, aus dem Schatten der
Geschichte herauszutreten und die Verantwortung für den Lauf des
Geschehens selbst zu übernehmen. Er wurde zum Philosophen, der Geschichte
schrieb.
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Das Heydrich Attentat (2) - Die Vernichtung von Lidice
Nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich und dessen Tod am 4. Juni 1942 war
die tschechische Bevölkerung brutalen Vergeltungsmaßnahmen ausgesetzt. Die
deutsche Besatzungsmacht verhängte das Standrecht, täglich wurden Menschen
verhaftet und hingerichtet. Diese Zeit wurde später von den Tschechen als
Heydrichiade bezeichnet. Ihr fielen Tausende Menschen zum Opfer. Am 10.
Juni 1942 wurde das Dorf Lidice nordwestlich von Prag dem Erdboden
gleichgemacht, Zwei Wochen später erlitt der kleine Ort Leáky bei
Pardubice / Pardubitz das gleiche Schicksal. Das Schicksal von Lidice
wurde innerhalb kurzer Zeit in der ganzen Welt bekannt. Lidice wurde zu
einem Symbol für den NS-Terror. In unserem heutigen Kapitel aus der
tschechischen Geschichte beschäftigt sich Andreas Wiedemann mit den Folgen
des Attentats auf Reinhard Heydrich. mehr...
Die Strümpfe von Tycho Brahe - Prager Alltag im Museum
Prähistorische Pfeilspitzen und Feuersteinsplitter, mittelalterliche
Prachtwaffen und Münzfunde sowie die Prunkketten längst vergessener
Bürgermeister - all das gibt es im "Museum der Hauptstadt Prag",
dem Prager Stadtmuseum, zu sehen. Daneben aber bewahren die Sammlungen des
Museums auch den ganz normalen Alltag der Prager Bürger - Lebensart und
Lebensweise vergangener Zeiten. Werfen Sie mit uns in den Kapiteln aus der
Tschechischen Geschichte einen Blick in die Depositare des Museums.
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Das Attentat auf Reinhard Heydrich und seine Folgen
Vor fast genau 65 Jahren, am 27. Mai 1942, verübten die beiden
Fallschirmspringer Josef Gabcik und Jan Kubis ihr Attentat auf Reinhard
Heydrich, Chef des Reichssicherheitshauptamtes und stellvertretender
Reichsprotektor im Protektorat Böhmen und Mähren. Heydrich, der häufig als
Henker von Prag bezeichnet wurde, starb einige Tage später. Das Attentat
auf Heydrich war das einzige erfolgreiche Attentat auf einen hohen
NS-Funktionär in Europa. mehr...
Tschechische und deutsche Antifaschisten in Decin nach Kriegsende
Am 8. Mai war alles vorbei. Der Zweite Weltkrieg war endlich zu Ende, das
Naziregime beendet. In vielen Ländern, die unter der Naziherrschaft
gelitten haben ist der 8. Mai ein staatlicher Feiertag. So auch in
Tschechien. Im März 1945 erreicht die Rote Armee das erste Dorf in Mähren.
Mitte April überschreiten amerikanische Einheiten im Westen die Grenze zur
Tschechoslowakei; am 6. Mai 1945 befreien sie die Stadt Plzen / Pilsen. In
Prag beginnt am 5. Mai der Prager Aufstand und trägt zum Ende der
NS-Herrschaft in der Hauptstadt bei. Doch wie sieht das Kriegsende in
anderen Gebieten aus? Andreas Wiedemann über das Kriegsende und die
unmittelbare Nachkriegszeit im nordböhmischen Decin / Tetschen und über
ein wenig bekanntes Beispiel tschechisch-deutscher Zusammenarbeit.
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60 Jahre Gedenkstätte in Theresienstadt
Am 8. Mai gedenken wir auch besonders der Opfer des Nationalsozialismus.
Anlaufpunkt dafür kann das Garnisionsstädchen Theresienstadt sein. Die
Nationalsozialisten hatten hier ein Konzentrationslager für Juden
eingerichtet. Mehr als 30.000 Juden kamen hier ums Leben, fast 90.000
wurden in die Vernichtungslager im Osten weitergeschickt. Zwei Jahre nach
Kriegsende, vor nunmehr 60 Jahren, wurde auf dem Gelände des ehemaligen KZ
Theresienstadt eine Gedenkstätte eröffnet, um die Erinnerungen an die
Schrecken lebendig zu halten. André Plaul hat anlässlich dieses Jubiläums
mit Vojtech Blodig, dem Vize-Direktor der Gedenkstätte Theresienstadt,
gesprochen.
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Verschwundene Orte in Tschechien
In einer Datenbank im Internet sind über 1300 Orte in Tschechien
verzeichnet, die ganz oder teilweise verschwunden sind. In den
Grenzgebieten der böhmischen Länder, den ehemaligen Sudetengebieten, sind
nach 1945 hunderte Ortschaften verschwunden, weil die deutschen Bewohner
aus ihnen vertrieben wurden. Andere Dörfer wurden in den fünfziger Jahren
aufgelöst, weil sie zu dicht an der Staatsgrenze lagen. In unserem
heutigen Geschichtskapitel geht es um verschwundenen Orten in Tschechien.
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Der "Prager Mittag" - die kurze Geschichte einer Emigrantenzeitung
Europa in den 1930er Jahren. Während die Welt ringsum im Meer des
Totalitarismus versinkt, ist die Tschechoslowakei für einige Jahre die
letzte Insel der Freiheit in Mitteleuropa. Viele politisch Verfolgte des
Nazi-Regimes suchen hier Zuflucht, darunter auch Schriftsteller,
Journalisten und Intellektuelle. Einige wenige Jahre lang konnte in Prag
sogar eine deutschsprachige Emigrantenzeitung erscheinen, der "Prager
Mittag". Thomas Kirschner stellt ihnen die kurze Geschichte des
Blattes vor.
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