Alle Artikel Kapitel aus der Tschechischen Geschichte

Seiters und Schröder unisono: Jubelschrei der Botschaftsflüchtlinge war emotionaler Höhepunkt im Leben

27-09-2014 02:01 | Lothar Martin

Botschaftsflüchtlinge (Foto: Adolf Brüggemann) Wer von den heute 40-Jährigen und Älteren erinnert sich nicht mehr an die aufregende politische Wendezeit im Jahr 1989 in Mitteleuropa? Die in der damaligen DDR lebenden Bürger stimmten im Sommer jenes Jahres mit den Füßen gegen ihr sozialistisches Regime ab, indem sie über die ungarisch-österreichische Grenze in den Westen türmten oder aber in die bundesdeutschen Botschaften in Warschau und Prag flüchteten. Besonders die Botschaft in der Moldaustadt war rappelvoll, und der Moment, als den ersten 5000 Flüchtlingen ihre Ausreise in die Bundesrepublik verkündet wurde, ging in die Geschichte ein. Es war der 30. September 1989, als sie es vom Balkon der Botschaft, dem Prager Palais Lobkowicz, durch den ehemaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher erfuhren. Das ist mittlerweile fast 25 Jahre her und damit auch schon ein „Kapitel aus der tschechischen Geschichte“.  mehr...

Ein Kloster zwischen Ost und West – Speinshart als Begegnungsort in Vergangenheit und Gegenwart

20-09-2014 02:01 | Annette Kraus

Kloster Speinshart (Foto: Flopro, Wikimedia CC BY-SA 3.0) Seit dem 12. Jahrhundert gibt es in Speinshart in der nördlichen Oberpfalz ein Kloster des Prämonstratenserordens. Mit Unterbrechungen hat sich das Konvent bis heute gehalten. Vor zwei Jahren wurde in Speinshart eine internationale Begegnungsstätte eröffnet. Sie richtet ihren Blick insbesondere auch nach Tschechien, denn die Geschichte des Klosters ist eng verknüpft mit dem Stift Tepl / Teplá bei Marienbad.  mehr...

Zdeněk Nejedlý – Schulreformator nach kommunistischer Art

13-09-2014 02:01 | Jakub Šiška

Zdeněk Nejedlý (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks) Vor zwei Wochen hat ein neues Schuljahr in Tschechien begonnen. Wie üblich hielt der Bildungsminister im Radio eine Ansprache an alle Kinder und Jugendlichen, aber auch an ihre Eltern und Lehrer. Diese Tradition stammt aus kommunistischer Zeit und hat sich erstaunlicherweise bis heute erhalten. Denn begründet wurde sie von einem der wichtigsten kommunistischen Ideologen in der Tschechoslowakei: Zdeněk Nejedlý. Im Folgenden mehr über ihn.  mehr...

Slezská Ostrava - von einer selbständigen Gemeinde zur größten Bergbaustadt der jungen Tschechoslowakei

06-09-2014 | Jitka Mládková

Ostrava (Foto: CzechTourism) Die drittgrößte Stadt Tschechiens und Verwaltungshauptstadt der Mährisch-Schlesischen Region Ostrava/Ostrau ist seit jeher als Zentrum der heimischen Montanindustrie bekannt. Ausschlaggebend dafür war die Entdeckung der Kohlevorkommen im 18. Jahrhundert. Auf dem Gebiet des heutigen Ostrava befanden sich damals mehrere Dutzend Orte und eigenständige Gemeinden. Bis sie zu einer Großstadt zusammenwuchsen, sollte es noch lange dauern. Die erste Kohlegrube wurde in Slezská Ostrava / Schlesisch Ostrau erschlossen.  mehr...

Donau-Oder-Elbe-Kanal – unverwirklichter Traum seit Jahrhunderten

30-08-2014 02:01 | Jakub Šiška

Denkschrift über die Donau-Main-Wasserstrasse 1903 (Foto: Public Domain) Es ist eines der Lieblingsprojekte von Präsident Miloš Zeman: der Bau eines Kanals zwischen Donau, Oder und Elbe. Das tschechische Staatsoberhaupt bringt dieses Thema auch bei Treffen mit österreichischen und polnischen Politikern auf den Tisch, denn ohne eine Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten wäre das Projekt überhaupt nicht denkbar. Doch bei vielen weiteren tschechischen Politikern ist das Kanalprojekt umstritten. So stellte sich auch der Verkehrsminister dagegen, mittlerweile will er zumindest eine Machbarkeitsstudie anfertigen lassen. Doch das kontroverse Vorhaben ist nicht neu, schon seit Jahrhunderten wird darüber diskutiert.  mehr...

Rote Ultras – Propaganda für die Besetzung der Tschechoslowakei 1968

23-08-2014 02:01 | Jakub Šiška

August 1968 (Foto: Engramma.it, Wikimedia CC BY-SA 3.0) Am 21. August 1968 marschierten die Truppen der Sowjetunion und weiterer kommunistischer Staaten in die Tschechoslowakei ein. Diese Invasion setzte dem so genannten Prager Frühling ein Ende - also dem Versuch einer Demokratisierung des gesellschaftlichen und politischen Lebens im Land. Für viele Menschen hierzulande kam die Besetzung unerwartet und sie waren schockiert. Es gab aber auch diejenigen, die die Rückkehr zur totalen Kontrolle durch die KPTsch begrüßten. Dies waren vor allem ältere Kommunisten „stalinistischen“ Schnitts, die sich in einer informellen Gruppe organisierten.  mehr...

Petr Chelčický - mittelalterlicher Pazifist inmitten der Hussitenkriege

16-08-2014 02:01 | Jakub Šiška

Petr Chelčický Bedeutende Denker werden auch nach Jahrhunderten immer noch zitiert, und fast jeder kennt sie mindestens dem Namen nach. Es gibt aber auch solche, die in Vergessenheit geraten sind, obwohl sie berühmte Nachfolger inspiriert haben. Zu diesen gehörte Petr Chelčický, ein böhmischer Denker aus der hussitischen Zeit. Seine Verehrer waren unter anderem Johann Comenius, Lew Nikolajewitsch Tolstoi und Albert Schweitzer. Im Folgenden nun mehr zum Leben und Werk von Chelčický.  mehr...

Von Baťa bis zur Prager Südstadt – der tschechische Plattenbau

09-08-2014 02:01 | Jitka Mládková

Foto: Tschechisches Fernsehen Nirgendwo in Europa wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Plattenbauten in so großem Umfang hochgezogen wie in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. Die Tschechoslowakei bildete da keine Ausnahme. Während in Westeuropa bereits in den 1970er Jahren auf dieses Wohnmodell verzichtet wurde, sollte es hierzulande in derselben Zeit erst seinen richtigen Boom erleben. Im Folgenden mehr zur Geschichte der tschechischen „paneláky“, wie die Plattenbauten hierzulande heißen.  mehr...

Der Mythos der Deserteure - Tschechen im Ersten Weltkrieg

02-08-2014 02:01 | Jakub Šiška

In diesen Tagen steht erneut der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren im Mittelpunkt. Als Datum gilt der 28. Juli 1918, also genau ein Monat nach dem Attentat von Sarajewo, als Österreich-Ungarn Serbien den Krieg erklärte. Damit begann der erste industriell geführte Waffengang der Weltgeschichte. In den darauffolgenden vier Jahren kamen schätzungsweise zehn Millionen Menschen ums Leben, darunter auch 250.000 aus den damaligen Böhmischen Ländern. Was dieser Krieg für sie beziehungsweise die Tschechen und Slowaken bedeutet hat, dazu im Folgenden mehr.  mehr...

Alice Masaryková und ihr Leben im Schatten des berühmten Vaters

26-07-2014 02:01 | Jakub Šiška

Alice Masaryková Im Schatten einer Zypresse kann kein anderer Baum wachsen, so sagt man im Libanon. Dieses Sprichwort passt auch auf Alice Masaryková, die älteste Tochter des ersten tschechoslowakischen Präsidenten Tomáš G. Masaryk. Keiner anderen Tschechin haben gleich drei amerikanische Staatsoberhäupter zum Geburtstag gratuliert: Als sie 1964 ihr 85. Lebensjubiläum feierte, schickten sowohl der amtierende Präsident Lyndon B. Johnson, als auch seine Vorgänger Harry Truman und Dwight Eisenhower ihree Gratulationen. Doch für diese Ehre hatte sie zuvor einen hohen Preis bezahlen müssen.  mehr...

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