Rubrikenarchiv Kapitel aus der Tschechischen Geschichte
„Sofort melden!“ - Repatriierung nach Kriegsende mit Hilfe des Tschechoslowakischen Rundfunks
Gleich nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann in ganz Europa eine
massenhafte Repatriierung. Millionen Menschen, die an der Front, in
Konzentrationslagern, Gefängnissen, im Zwangsarbeitseinsatz oder in der
Emigration gewesen waren und überlebt hatten, wollten nach Hause
zurückkehren. Millionen Andere versuchten zu erfahren, wo ihre vermissten
Angehörigen, Verwandten oder Bekannten waren. Eine besondere Rolle fiel
dabei dem Rundfunk zu, er war zu dieser Zeit der schnellste und oft auch
einzige Informationskanal. mehr...
Triumphaler Empfang: Chicagos Oberbürgermeister Čermák 1932 in der Tschechoslowakei
Ab der Mitte des 19. Jahrhundert wanderten viele Menschen aus der
Habsburger Monarchie, oft auch ganze Familien, nach Übersee aus. Wie
anderswo übten vor allem die USA eine besondere Anziehungskraft aus.
Hunderte und später Tausende Tschechen wagten die strapaziöse Reise ins
Ungewisse. Nur wenigen blieb in der neuen Welt der Erfolg beschieden, so
aber zum Beispiel Antonín Čermák aus dem mittelböhmischen Kladno.
Talent, Stärke und Willenskraft führten ihn bis in das Amt des
Oberbürgermeisters der damals zweitgrößten US-amerikanischen Stadt
Chicago. 2013 jährt sich der 140. Geburtstag und 80. Todestags des
seinerzeit populärsten Tschecho-Amerikaners. 1932 besuchte Čermák zum
ersten Mal nach seiner Auswanderung die Tschechoslowakei, und dort wartete
auf ihn ein beinahe triumphaler Empfang. mehr...
„Wir drehen Euch den Hals um!“ - die Kommunisten in der Ersten Republik
Über 40 Jahre lang herrschte die Kommunistische Partei in der
Tschechoslowakei. Ihre Ära war durch Unfreiheit, den Verstoß gegen
Menschenrechte und die Verfolgung von Oppositionellen gekennzeichnet. Schon
in der Zwischenkriegszeit suchte die KPTsch den Schulterschluss mit Moskau.
Doch ging sie damals taktisch vor.
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Emanuel Moravec – Symbol der Kollaboration mit den Nazis
Während des Zweiten Weltkriegs war Emanuel Moravec Minister in der
Regierung des Protektorats „Böhmen und Mähren“. Massiv unterstützte
er dabei die Nazis. Selbst zu Ende des Krieges rief er seine tschechischen
Landsleute noch dazu auf, mit den Deutschen zu kooperieren. Dabei hatte
Moravec noch 1938 offen das Münchner Abkommen abgelehnt, dieses hatte die
Abtretung der Sudetengebiete an Deutschland ermöglicht. Doch wie kam es zu
dem Meinungswandel bei dem tschechischen Oberst? mehr...
Vom Pfadfinderzelt zum Propagandainstrument: Geschichte des Tschechoslowakischen Rundfunks
Der Tschechische Rundfunk hat Geburtstag: Er ist 90 Jahre alt geworden.
Darum senden wir in unserem Kapitel aus der tschechischen Geschichte eine
Collage historischer Radioaufnahmen, die wichtige und interessante Momente
der Geschichte der Tschechoslowakei wiedergeben.
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„Korrekte Beziehungen, aber keine Freundschaft“ – Tschechoslowakei und Österreich 1918 - 1933
Im Oktober 1918 zerfällt das Kaiserreich Österreich-Ungarn. Aus seiner
Erbmasse gehen eine Fülle neuer Staaten hervor, unter anderem die damalige
Tschechoslowakei und die Republik Österreich. Der Historiker Ota Konrád
hat eine Studie zu den Beziehungen dieser beiden damals neuen Staaten
vorgelegt. Das Buch hat er auch im Österreichischen Kulturforum in Prag
vorgestellt und dabei auch Radio Prag Rede und Antwort gestanden. mehr...
Simon Abeles – als jüdischer Junge im barocken Prag fast heilig gesprochen
Viele Jahrhunderte lang war Prag auch durch seine jüdische Minderheit
geprägt. Noch heute zählt das ehemalige jüdische Viertel Josefov /
Josefstadt mit seinen Synagogen und Friedhöfen zu den meistbesuchten Orten
der Stadt. In der Teynkirche auf dem Altstädter Ring kann man jedoch eine
wenig bekannte Besonderheit treffen: einen Grabstein eines Juden, von Simon
Abeles. Wie kam es aber dazu, dass ein jüdischer Junge in einem
katholischen Dom beerdigt wurde? mehr...
Maria Theresia: Krönung zur Versöhnung
Vor 270 Jahren, genau am 12. Mai 1743, wurde die Habsburger Herrscherin
Maria Theresia zur böhmischen Königin gekrönt. Ihre Thronbesteigung
verlief aber nicht reibungslos. Mehrere europäische Fürsten erhoben
nämlich nach dem Tod von Maria Theresias Vater eigene Ansprüche auf die
Habsburgischen Erblande, darunter auch die Länder der böhmischen Krone,
sowie auf das römisch-deutsche Kaisertum. Der Konflikt wuchs sich zu einem
Krieg aus. Fast drei Jahre dauerte es, ehe sich die Habsburgerin die
böhmische Wenzelskrone auf das Haupt setzen konnte. mehr...
Gescheiterte europäische Eingliederung: tschechoslowakische Außenpolitik 1918 bis 1938
1938 wurde die Tschechoslowakei von ihren Verbündeten Frankreich und
Großbritannien verraten – beide Staaten stimmten der Abtretung der
Sudetengebiete an Hitlerdeutschland zu. So verstehen bis heute die
Tschechen die damalige Lage rund um die Unterzeichnung des Münchner
Abkommens. Wie fest war also das Bündnis mit den genannten Staaten? Worauf
beruhte die tschechoslowakische Außenpolitik in der Zwischenkriegszeit?
Wodurch wurde das Verhältnis mit den Nachbarländern geprägt? mehr...
„Integriert, nicht assimiliert“ – die griechische Minderheit in Tschechien
In der heutigen Tschechischen Republik gibt es eine kleine griechische
Minderheit. Sie ging aus Flüchtlingen hervor, die während des
griechischen Bürgerkriegs von 1946 bis 1949 evakuiert wurden und eine neue
Heimat in Mitteleuropa fanden. Kateřina Králová ist Griechenlandexpertin
an der Karlsuniversität Prag, ihre Dissertation hat sie zu den
deutsch-griechischen Beziehungen nach 1945 geschrieben. Zudem hat sie ein
Projekt der „Geschichtswerkstatt Europa“ mit initiiert und betreut, in
dem tschechische Studenten mit den griechischen Flüchtlingen gesprochen
und ihre Geschichten aufgeschrieben haben. Die Ergebnisse sind im
vergangenen Jahr in einem Sammelband erschienen. mehr...
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