Verkehrspolitiker: Hochgeschwindigkeitszug soll schneller kommen

Die Verkehrsexperten im Abgeordnetenhaus drängen darauf, dass Tschechien früher als bisher geplant eine Hochgeschwindigkeits-Bahnstrecke erhält. Mit dem Bau solle nicht erst 2035 begonnen werden, sondern schon 2025, lautet die Aufforderung an die Regierung.

Foto: Taxiarchos228, CC BY 3.0 UnportedFoto: Taxiarchos228, CC BY 3.0 Unported Fachleute aller Parteien im Abgeordnetenhaus bezeichnen den früheren Baubeginn als möglich. Sie verweisen auf Großbritannien. Dort war es nach acht Jahren Vorbereitung möglich gewesen, den Bau zu starten. „Wir wollen eine Revolution bei den Verkehrsmitteln. Dies wird das wichtigste Projekt in den kommenden Jahrzehnten“, so František Laudát von der oppositionellen Top 09 am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Für das Kabinett von Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) haben die Verkehrsexperten eine Liste mit konkreten Schritten erarbeitet. Ihrer Meinung nach sollten nicht bestehende Bahntrassen modernisiert werden, sondern neue gebaut werden. So könnten 40 bis 50 Kilometer neue Schienenwege im Jahr entstehen. Dies sei sowohl finanziell als auch technisch zu bewältigen, betonte der stellvertretende Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Abgeordnetenhaus, Martin Kolovratník (Partei Ano).

Unklarheiten bestehen bisher, wie schnell die Hochgeschwindigkeitszüge in Tschechien sein sollen. Die Experten fordern mindestens 300 Stundenkilometer. Das Verkehrsministerium und die Schienenwegverwaltung (SŽDC) nennen hingegen häufiger 250 Stundenkilometer als Ziel.

Bisher sind hierzulande 160 Stundenkilometer das Maximum für Züge. Wenn der Tunnel Ejpovice fertiggestellt ist, sollen zumindest zwischen Prag und Plzeň / Pilsen auch 200 Stundenkilometer möglich werden. Die Eröffnung des zukünftig längsten tschechischen Tunnels ist aber letztens erneut verschoben worden. Angepeilt ist nun ein Termin im kommenden Jahr.