Tschechien exportiert mehr Waffen

Weltweit kommt immer mehr Militärtechnik aus Tschechien zum Einsatz. Die Waffenschmieden hierzulande wollen wieder zur Weltspitze zählen.

Lubomír Kovařík (Foto: ČT24)Lubomír Kovařík (Foto: ČT24) Der Export von Waffen aus Tschechien erreichte im vorvergangenen Jahr ein Volumen von 18,6 Milliarden Kronen (722 Millionen Euro). Das ist insgesamt sieben Mal mehr als noch vor zehn Jahren. Dies geht aus einer Recherche des Tschechischen Fernsehens hervor, die am Wochenende öffentlich wurde. Besonders beliebt waren im Ausland demnach schweres Militärgerät, Flugtechnik, Munition und Elektronik.

Man wolle wieder dorthin kommen, wo man früher gestanden hätte, meint dazu Lubomír Kovařík von Česká zbrojovka (ČZ), der größten Waffenschmiede des Landes. Das sei jedoch nicht so leicht, da mittlerweile deutsche, US-amerikanische und französische Firmen eine dominante Marktposition hätten, erläutert der Geschäftsführer des Waffenherstellers. In den 1990er Jahren war die tschechische Waffenproduktion zunächst eingebrochen, nimmt derzeit aber wieder Fahrt auf.

Illustrationsfoto: WorldSpectrum, Pixabay / CC0 Illustrationsfoto: WorldSpectrum, Pixabay / CC0 Die ČZ plant in diesem Jahr einen Verkauf von 370.000 Stück sämtlicher Waffen des Portfolios, 2006 hatte man gerade einmal 100.000 Stück verkauft. Vor allem wollen man den Markt in den Vereinigten Staaten ausbauen und auch die dortige Armee beliefern, meint dazu Kovařík. Dort gelten jedoch strenge Regeln für Armeeaufträge. So müssen 60 Prozent eines Postens auch in den USA hergestellt worden sein. Dieselben Bestimmungen gelten aber auch in anderen Staaten, unter anderem Ungarn. Nichtsdestotrotz gehe gut die Hälfte der Produktion von ČZ in die USA, erklärt der Manager, 90 Prozent davon aber eben in den Privatsektor.

Die Hauptabsatzmärkte für tschechische Waffenproduzenten liegen derzeit hauptsächlich in Nahost und der unmittelbaren Nachbarschaft. In den Top-Five sind demnach der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Slowakei, gefolgt von den USA und Ägypten.