Stopp dem Plastikgeschirr

Die Supermärkte in Tschechien wollen weniger Plastikmüll produzieren. Einige Handelsketten haben bereits einen ersten Schritt gemacht.

Foto: Hans Braxmeier, Pixabay / CC0Foto: Hans Braxmeier, Pixabay / CC0 Einweggeschirr, Strohhalme und Wattestäbchen aus Plastik: die Discounter Lidl und Kaufland wollen bis Ende des laufenden Jahres den Verkauf von diesen Artikel in Tschechien beenden. Stattdessen werden sie Produkte aus alternativen und recycelbaren Materialien anbieten. Bereits Anfang Juni kündigte auch der schwedische Möbelgigant IKEA einen vergleichbaren Schritt an.

Die Handelsketten Lidl und Kaufland, die zur deutschen Schwarz-Group gehören, wollen bis Ende 2025 den Anteil der Kunststoffe bei Eigenmarken um ein Fünftel reduzieren. Bei Kaufland sollen zudem alle hauseigenen Produkte in recycelbaren Verpackungen angeboten werden. „Wir begrenzen unnötige Plastikverpackungen bereits heute. Ein Beispiel sind die K-Bio-Bananen, die nicht in Zellophantüten verkauft werden, sondern nur von einem Papierband zusammengehalten werden. Dadurch sparen wir etwa 32 Tonnen Verpackungen pro Jahr“, teilte Kaufland-Sprecherin Renata Maierl mit. Und ähnlich will laut seinem Sprecher Michal Farník auch Lidl vorgehen: „Unsere Strategie in Bezug auf die Kunststoffe hat ein klares Ziel – wir wollen sie vermeiden, ihre Menge reduzieren und recyceln.“ Zudem wird getestet, durch welche Verpackungen man die Plastiktüten ersetzen könnte, die beim Einkauf von Backwaren, Obst und Gemüse gebraucht werden.

Foto: Horia Varlan, Flickr, CC BY 2.0Foto: Horia Varlan, Flickr, CC BY 2.0 Auch der Einzelhändler Tesco überprüft derzeit seine Verpackungsmaterialien in Tschechien. Die Führung der britischen Kette kündigte im Mai an, bis Ende des Jahres jene Materialien aus dem Verkehr zu ziehen, die nur schwer recycelbar sind. Mithilfe der britischen Regierung will das Unternehmen ein eigenes Recyclingsystem ins Leben rufen. „Es gibt Unterschiede in der Recycling-Infrastruktur in Tschechien und in Großbritannien. Das heißt, dass die Strategie den Bedingungen hierzulande angepasst werden muss. Nachdem das Monitoring abgeschlossen ist, wollen wir mit unseren Zuliefern verhandeln“, sagte der Tesco-Sprecher Václav Koukolíček.

Die EU-Kommission bestätigte im Mai ihre Pläne, Geschirr, Besteck und andere Artikel aus Plastik zu verbieten. Die Kommission begründet den Vorstoß hauptsächlich mit dem Schutz der Umwelt, insbesondere aber der Meere.