Ski-Marke Kästle wird tschechisch

Tomáš Němec hat den Mehrheitsanteil an der österreichischen Ski-Marke Kästle erworben.

Foto: KAESTLE GMBHFoto: KAESTLE GMBH Die tschechische Unternehmensgruppe ConsilSport ist neuer Mehrheitseigner des Vorarlberger Skiherstellers Kästle. Der Eigentümer von ConsilSport ist der ehemalige Spitzensportler Tomáš Němec. Der Unternehmer hat durch den Erwerb von Kästle seine eigene Ski-Gruppe erweitert. Im vergangenen Jahr hatte er bereits den großen Langlauf- und Alpinskiproduzenten Sporten mit Sitz im tschechischen Nové Město na Moravě übernommen. Dort werden jährlich 100.000 Paare Ski für die meisten Weltski-Marken hergestellt.

Der Unternehmenssitz von Kästle soll weiterhin im österreichischen Hohenems bleiben. Ein Teil der Produktion wird aber höchstwahrscheinlich nach Tschechien umgelagert. „Neben Alpin-Ski werden wir zukünftig weitere Wintersport-Produkte anbieten und bald auch ein Sommerprodukt präsentieren“, so ConsilSport-Eigenümer Tomáš Němec am Dienstag gegenüber Journalisten.

Als Marke im Premiumsegment wird Kästle weiter bestehen bleiben. Alle 46 Mitarbeiter in Hohenems werden weiter beschäftigt. Die Firma wurde 1924 gegründet und 2007 wiederbelebt. Sie produziert etwa 17.000 Paar Ski pro Jahr. Die größten Absatzmärkte sind Österreich und die USA.

Němec plant, eine große Ski-Unternehmensgruppe zu bilden. Neben Sporten ist er auch Mehrheitseigentümer der Firma LevelSportKoncept, die unter anderem den Skistockproduzenten Leki und den Sportbekleidungshersteller Kjus in Tschechien vertritt. Außerdem hält er einen 10-prozentigen Anteil am Skiareal Špindlerův Mlýn im Riesengebirge. In der Vergangenheit war er Ko-Eigentümer der Gummigruppe ČGS Holding, die 2015 für rund 1,25 Milliarden Euro an die schwedische Maschinenbau-Gruppe Trelleborg verkauft wurde.