Milch für eine Krone? Ministerium plant Beschwerde

Landwirtschaftsminister Milek will wegen möglicherweise unzulässiger Preisnachlässe das Kartellamt anrufen.

Illustrationsfoto: Ladislav Bába, Archiv des Tschechischen RundfunksIllustrationsfoto: Ladislav Bába, Archiv des Tschechischen Rundfunks Es wäre das erste Mal, dass das Ministerium gegen die Preispolitik einer Handelskette vorgeht, wie die Presseagentur ČTK am Dienstag berichtete. Einer der Anbieter mit deutschem Eigner hatte in diesem Frühjahr einen Liter Milch für eine Krone (vier Eurocent) angeboten. Mit solchen Preisen würde die Arbeit von Landwirten und Lebensmittelherstellern entwertet, heißt es nun in einer Stellungnahme des Landwirtschaftsressorts. Solche Angebote verzerrten zudem den Markt und würden zu Verschwendung führen. Und nicht zuletzt habe dieses Marktverhalten negative Folgen für die Mehrwertsteuereinnahmen.

„Unter Berücksichtigung all dieser Umstände hat Landwirtschaftsminister Jiří Milek eine Überprüfung durch das Kartellamt und gegebenenfalls noch durch weitere Institutionen erwähnt“, steht in der Stellungnahme. Derzeit werde eine Rechtsanalyse erstellt.

Jiří Milek (Foto: Archiv Ano 2011)Jiří Milek (Foto: Archiv Ano 2011) Die betroffene Handelskette verteidigt sich damit, dass man ähnliche Angebotsaktionen auch schon früher durchgeführt habe. Sie seien gängige Praxis und stünden in Einklang mit den tschechischen Gesetzen. Minister Milek (parteilos) ist jedoch der Meinung, dass ein Verkauf von Waren unterhalb der Produktionskosten oder unter dem Einkaufspreis hierzulande gegen die rechtlichen Vorschriften verstößt.

Auch bei einer Fragestunde im Abgeordnetenhaus hatte Jiří Milek vor kurzem bereits die Verkaufspraktiken beklagt. In keinem alten EU-Mitgliedsland würden sich Handelsketten so niedrige Preise erlauben, wie das in Tschechien geschehe, sagte der Minister laut den Redeprotokollen zu den Parlamentariern.