Wirtschaft Firma Deloitte: Lebensstandard in Tschechien wird sich EU-Durchschnitt weiter annähern

14-01-2016 16:49 | Lothar Martin

Die tschechische Wirtschaft wird in den Jahren 2017 bis 2021 jährlich um durchschnittlich 2,2 Prozent zulegen. Der Lebensstandard in Tschechien sollte sich dadurch bis zum Jahr 2021 auf 88 Prozent des EU-Durchschnitts erhöhen. Das wäre der höchste Wert unter den Ländern Ost-Mitteleuropas. Dies geht aus der Prognose der tschechischen Filiale der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte hervor, die am Donnerstag in Prag bekanntgegeben wurde.

Foto: hywards, FreeDigitalPhotos.netFoto: hywards, FreeDigitalPhotos.net In diesem Jahr sollte die tschechische Wirtschaftskraft um 2,5 Prozent zunehmen. Das Wachstum des vergangenen Jahres, das Deloitte genauso wie das nationale Statistikamt bei 4,7 Prozent festmacht, sei aufgrund bestimmter Einflüsse indes außergewöhnlich, sagte Deloitte-Chefökonom David Marek vor Journalisten.

Im Jahr 2014 lag der Lebensstandard in Tschechien, gemessen an der Kaufkraftparität der Bevölkerung, bei 83 Prozent des EU-Durchschnitts. Marek zufolge stieg der Standard im vergangenen Jahr auf 86 Prozent. Auf diesem Level werde er sich auch in diesem Jahr bewegen, so Marek. Nach Einschätzung des Chefökonomen sollte 2021 aber Litauen mit 91 Prozent noch vor Tschechien liegen. Die anderen Staaten aus Ost-Mitteleuropa aber blieben zurück: die Slowakei mit 84 Prozent, Polen mit 77 Prozent und Ungarn mit 72 Prozent des EU-Durchschnitts.

David Marek (Foto: Šárka Ševčíková, Archiv des Tschechischen Rundfunks)David Marek (Foto: Šárka Ševčíková, Archiv des Tschechischen Rundfunks) Nach Einschätzung von Deloitte werde das Wachstum der Wirtschaft in Tschechien in den nächsten Jahren geringer sein als das in der Slowakei oder in Polen. „Angesichts der starken ökonomischen Bindungen Tschechiens zur Eurozone, deren Wachstum vermutlich weiter relativ klein bleibt, wird es für Tschechien ziemlich schwer sein, wesentlich kräftiger zu wachsen“, erklärte Marek. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass die tschechische Wirtschaft nach den 20 Jahren ihrer Transformierung zuletzt damit begonnen habe, sich dem Standardmodell einer weniger offenen westeuropäischen Ökonomie anzunähern.

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