Brüssel gibt grünes Licht für Privatisierung der ČSA

Die Europäische Kommission hat grünes Licht gegeben für den Einstieg der Charterfluggesellschaft Travel Service beim Konkurrenten České aerolinie (ČSA – Czech Airlines). Damit verliert der tschechische Staat seine mehrheitliche Kontrolle über das Unternehmen. Travel Service erwirbt 34 Prozent der ČSA-Aktien von der staatlichen Dach-Gesellschaft Český aeroholding.

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks Die Transaktion soll in der zweiten Hälfte Januar abgeschlossen werden, sagte eine Sprecherin von Travel Service am Freitag gegenüber der Presseagentur ČTK. Mit 44 Prozent hat die Korean Air den größten Anteil an ČSA, dem Staat bleiben noch knapp 20 Prozent, und kleinster Aktionär ist die Tschechische Post mit etwa 2,2 Prozent. Die Kommission in Brüssel sieht durch den Einstieg des schärfsten heimischen Konkurrenten bei den České aerolinie den Wettbewerb nicht bedroht. Die Reisenden von und nach Prag könnten weiterhin auch eine ganze Reihe anderer Anbieter nutzen, hieß es aus Brüssel.

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen RundfunksFoto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks Ursprünglich hatte Korean Air das Vorkaufsrecht für die 34 Prozent staatlicher Aktien, die nun an Travel Service gehen. Mit einer Mehrheit in Händen der Koreaner hätte ČSA aber ihren Status als europäische Fluglinie verloren. Korean Air war im April 2013 bei den Czech Airlines eingestiegen, um das Traditionsunternehmen vor dem Bankrott zu retten. Seitdem ist die Flotte des tschechischen Anbieters erheblich reduziert und Personal abgebaut worden.

Derzeit hat ČSA 23 Flugzeuge in ihrem Besitz und beschäftigt 900 Menschen. Travel Service fliegt mit rund 40 Maschinen und hat über 1200 Angestellte. Trotz des Sanierungskurses musste ČSA im vergangenen Jahr einen Verlust von 922 Millionen Kronen (knapp 33 Milionen Euro) ausweisen, Travel Service erzielte hingegen einen Gewinn von 219 Millionen Kronen (7,8 Millionen Euro) vor Steuern.

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