Arbeitsmobilität der Tschechen ist extrem niedrig

Die Bereitschaft der Tschechen, wegen eines Jobs dauerhaft ins Ausland zu ziehen, ist die zweitniedrigste in der Welt.

Foto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen RepublikFoto: Archiv des Regierungsamtes der Tschechischen Republik Die Tschechen sind laut einer Befragung der Beratungsagentur Randstad eines der heimatverbundensten Völker überhaupt. Die Studie „Randstad Workmonitor“ zur Frage, wie viel Veränderung die Menschen für einen Job akzeptieren würden, wird in etwa 30 Ländern der Welt durchgeführt und vierteljährlich veröffentlicht.

Demzufolge würden nur 35 Prozent Tschechen für einen Job ins Ausland auszuwandern. Damit liegt Tschechien weltweit auf dem vorletzten Platz der Länder, die in der Studie berücksichtigt wurden. Noch weniger mobil zeigten sich nur die Dänen mit 34 Prozent. Knapp vor Tschechien liegen Österreich und die Niederlande mit jeweils 36 Prozent. 41 Prozent Tschechen sind bereit, vorübergehend ins Ausland zu ziehen, wenn es für den angestrebten Job keine Angebote aus dem Inland gibt. Auch das ist eine der niedrigsten Zahlen in der Studie, niedriger lag das Interesse nur in Österreich (38 Prozent) und in Dänemark (40 Prozent).

Hana Púllová (Foto: YouTube Kanal von HRtv)Hana Púllová (Foto: YouTube Kanal von HRtv) „Der geringe Willen der Tschechen für den Job ins Ausland zu gehen, ist ein langfristiges Phänomen. Aktuell wird diese Haltung gefördert durch eine extrem niedrige Arbeitslosigkeit hierzulande, ein breites Angebot an freien Arbeitsstellen und einen Druck auf Lohnsteigerungen und mehr Arbeitnehmervorteile“, so die Leiterin der tschechischen Randstad-Zweigstelle, Hana Púllová.

Die Umfrage fragte auch nach der Bereitschaft, dass Ausländer im eigenen Land beschäftigt werden. Obwohl die Nachfrage nach Arbeitskräften in Tschechien hoch ist, waren nur 50 Prozent der Befragten damit einverstanden, dass nach ausländischen Arbeitnehmern gesucht werden sollte. Am Niedrigsten liegt die Bereitschaft in Argentinien (29 Prozent), in Ungarn (33 Prozent) und in Mexiko (39 Prozent).

Die Arbeitslosenrate liegt derzeit am niedrigsten seit 1998. Im Juli ist sie das erste Mal seit fünf Monaten wieder angestiegen, und zwar auf 4,1 Prozent. Im Juni waren es noch 4,0 Prozent gewesen.