Analysten: Lohnzuwachs sollte auch zu Anhebung der Zinssätze führen

Der durchschnittliche Anstieg der Löhne in Tschechien ist mit 7,6 Prozent im Jahresvergleich ziemlich hoch. Das wiederum öffne der Tschechischen Nationalbank (ČNB) den Raum für eine weitere Anhebung der Zinssätze. Möglicherweise werde das schon im September geschehen, äußerten am Dienstag mehrere Analysten.

Nach der Verkündung des aktuellen Lohnniveaus in Tschechien durch das staatliche Statistikamt (ČSÚ) sind sich die Finanzexperten einig: Der starke Lohnzuwachs wird sich auch im Rest des Jahres fortsetzen, was zugleich zum Anstieg der Inflation beitragen wird. Die Binnennachfrage wird weiter zunehmen und so auch das Zugpferd für das Wirtschaftswachstum des Landes bleiben.

Der durchschnittliche Monatslohn in Tschechien ist im zweiten Quartal 2017 im Jahresvergleich um 7,6 Prozent auf 29.346 Kronen (ca. 1130 Euro) gestiegen. Die Entlohnung der Arbeitnehmer hat sich damit im Schnitt um 2074 Kronen (ca. 80 Euro) verbessert. Unter Berücksichtigung der Inflation ist der Reallohn jedoch im Schnitt nur um 5,3 Prozent gestiegen.

Petr Dufek (Foto: ČT24)Petr Dufek (Foto: ČT24) „Für die Zentralbank sind die heute veröffentlichten Zahlen ein weiterer Beleg dafür, dass die tschechische Wirtschaft derzeit ein schier unglaubliches Wachstumstempo hinlegt. Dies hat die Tore für eine baldige Erhöhung der Leitzinsen sperrangelweit geöffnet“, formulierte der Analyst der Tschechoslowakischen Handelsbank (ČSOB), Petr Dufek.

Der Gouverneur der Tschechischen Nationalbank, Jiří Rusnok, winkte indes noch ab. Seiner Meinung nach bestehe keine Eile für eine Anhebung der Zinssätze. Rusnok zufolge sei die Palette der Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung noch nicht komplett. Daher werde man erst einmal abwarten, bis seine Bank selbst eine neue Prognose abgebe, so der Gouverneur.