Uhren gehen nach – auch Tschechien ist betroffen

Stromschwankungen bringen Radiowecker und Herd-Uhren aus dem Takt. Betroffen sind insgesamt 25 Länder in Europa, darunter auch Tschechien.

Foto: Pixabay CC0Foto: Pixabay CC0 Auch in der Tschechischen Republik gehen einfache Synchronuhren seit Mitte Januar nach, wie die Sprecherin des tschechischen Stromnetzbetreibers ČEPS, Hana Klímová, am Donnerstag bestätigte. Grund dafür soll laut Experten ein politischer Streit zwischen dem Kosovo und Serbien sein, der wochenlang zu einer Unterversorgung im Stromnetz geführt hat. Seit Mitte Januar habe der Netzbetreiber KOSTT sich nicht mehr an die gemeinsamen Standards für die europäischen Übertragungsnetze gehalten, wie die Presseagentur dpa berichtete. Mit diesen Standards wird sichergestellt, dass die Frequenz konstant auf 50 Hertz gehalten wird.

Laut Klímová können die Leistungsabweichungen nur einfache Uhren beeinflussen, die durch die Frequenz im Stromnetz als Taktgeber nutzen. Handys und Computer sollen davon nicht betroffen sein. „Die Uhren werden in dem Moment wieder richtige Zeit automatisch anzeigen, wenn die elektrische und die astronomische Zeit ausgeglichen werden. Dieser Prozess kann einige Wochen dauern und richtet sich nach den Regeln der Synchronzone Kontinental-Europas. Eine Voraussetzung dafür ist, dass alle Mitglieder des Europäischen Übertragungsnetzbetreibers ENTSO-E in Kontinental-Europa ihren Verpflichtungen strikt nachkommen“, sagte Klímová der Nachrichtenagentur ČTK. Wie der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS) am Donnerstag mitteilte, halte das Kosovo die vereinbarten Standards seit dem 3. März wieder ein. Auf internationalen Druck gleiche der Netzbetreiber des Kosowo KOSTT nun auftretende Schwankungen vereinbarungsgemäß wieder aus, schrieb EMS.

Wie der Sprecher des tschechischen Energiekonzerns ČEZ, Ladislav Kříž, gegenüber der Nachrichtenagentur ČTK sagte, sei es zu ähnlichen Schwankungen hierzulande vor 1989 häufig gekommen. „Damals war ein großer Hit, kleine Radio-Wecker in der DDR zu kaufen, die eben durch die Netz-Frequenz geleitet wurden. In Folge dessen, dass die Spannung im Stromnetz damals häufig schwankte, gingen die Wecker vor oder nach, und zwar um mehrere zig Minuten.“ Dies habe sich nach 1989 durch den Beitritt des tschechischen Netzes zum westeuropäischen Übertragungsnetz geändert, so Kříž. Tschechien musste damals nachweisen, dass es sich an die gemeinsamen Standards für die europäischen Übertragungsnetze, einschließlich der Frequenzen halten werde.