Zikmund 100: Auf den Spuren der Weltreisenden

Die tschechischen Globetrotter Miroslav Zikmund und Jiří Hanzelka haben zwischen 1947 und 1964 mehr als 80 Länder der Welt bereist. Unterwegs waren sie mit einem Auto der Marke Tatra. Sie haben nun zwei Nachfolger gefunden, diese sind derzeit auf den Spuren von Zikmund und Hanzelka auf Reisen.

Tomáš Vaňourek und Lukáš Socha (Foto: Daniel Konewka)Tomáš Vaňourek und Lukáš Socha (Foto: Daniel Konewka) Zwei junge Männer aus Plasy / Plaß bei Plzeň / Pilsen sind Anfang April zu einer Welttour aufgebrochen. Einer von ihnen ist Tomáš Vaňourek. Kurz vor Start der Reise stellte er das Projekt vor:

„Wir planen eine Weltreise, die Zikmund und Hanzelka von 1959 bis 1964 unternommen haben. Wir wollen 32 Länder besuchen und insgesamt 75.000 Kilometer fahren. Dafür stehen uns neun Monate zur Verfügung.“

Tomáš Vaňourek und sein Reisepartner Lukáš Socha waren zusammen schon auf allen Kontinenten der Erde. In den Rocky Mountains, in Nepal, auf Java und Borneo, in den Wüsten Mojave und Sahara, aber auch in Südafrika und Neuseeland waren sie unterwegs. Im Rahmen des Projekts Zikmund100 wollen sie nun viele jener Orte besuchen, die Miroslav Zikmund und Jiří Hanzelka damals angesteuert und fotografiert haben. Neue Aufnahmen sollen den Wandel dieser Orte dokumentierten. Die Abenteurer haben sich auf ihre Reise intensiv vorbereitet, wie Lukáš Socha beschreibt:

Miroslav Zikmund und Jiří Hanzelka (Foto: Tschechisches Fernsehen)Miroslav Zikmund und Jiří Hanzelka (Foto: Tschechisches Fernsehen) „Wir haben viele Bücher gelesen und sind einige Male ins Südostmährische Museum nach Zlín gefahren. Dort befindet sich das Archiv von Miroslav Zikmund und Jiří Hanzelka. Wir mussten uns dort durch eine Riesenmenge an Materialien lesen und haben so entschieden, was wir dokumentieren wollen und was nicht.“ Socha nennt ein Beispiel:

„Unsere Vorgänger haben etwa Japan kurz nach dem Zweiten Weltkrieg besucht. Damals lagen das Land, und vor allem Hiroshima und Nagasaki, in Trümmern. Das ist für uns interessant: Inzwischen hat sich das Land entwickelt, Japan ist heute eine Wirtschafts-Großmacht, dort werden gläserne Wolkenkratzer gebaut. Diesen Kontrast wollen wir zeigen und fotografieren. Am besten wäre, wenn wir genau jene Orte finden, an denen damals Zikmund und Hanzelka waren.“

Aber nicht nur das Leben in den Ländern hat sich gewandelt. Auch die politische Lage ist in einigen Staaten heute anders, sagt Lukáš Socha:

Miroslav Zikmund (Foto: Jindřich Böhm)Miroslav Zikmund (Foto: Jindřich Böhm) „Syrien und der Irak waren zum Beispiel vor 30 Jahren noch Länder, in denen es den Menschen gut ging. Wir wissen alle, wie es heute dort aussieht. Wir denken nicht, dass man uns in diese Länder einreisen lässt. Sollte dies dennoch möglich sein, wäre es sinnvoll. Andererseits lieben wir unser Leben und rechnen damit, dass wir einige Orte auf der Route auslassen.“

Zikmund und Hanzelka fuhren mit ihrem berühmten Tatra rund um die Erdkugel. Die jungen Abenteurer aus Pilsen wollen dagegen unterschiedliche Verkehrsmittel nutzen, wie Tomáš Vaňourek sagt:

„Es ist einfach. Mit dem Flugzeug erreichen wir unsere Ausgangspunkte. Mit dem Schiff übers Meer zu fahren, das würde zu viel Zeit kosten. Vor Ort geht es dann weiter mit dem Auto, mit dem Motorrad, mit dem Zug, auf Pferd, Esel oder zu Fuß.“

Das Projekt heißt Zikmund100, denn Miroslav Zikmund wird kommendes Jahr seinen 100. Geburtstag feiern. Zum Jubiläum soll eine vergleichende Foto-Ausstellung veranstaltet werden. Zudem ist ein Film geplant, der während der Weltreise von Socha und Vaňourek gedreht wird. Veranstaltet und finanziert wird das Projekt vom Rathaus in Pilsen, in der westböhmischen Stadt wurde Miroslav Zikmund 1919 geboren.