„Zeugen für Menschlichkeit“: Widerstand sudetendeutscher Christen 1938 bis 1945

Die Lebensbilder von zehn Sudetendeutschen, die sich aus christlicher Überzeugung gegen den Nationalsozialismus gestellt haben und zu Opfern dieses totalitären Regimes wurden. Dies zeigt eine Ausstellung, die unter dem Titel „Zeugen für Menschlichkeit“ am Samstag im Emmaus-Kloster in Prag eröffnet wird. Sie dokumentiert das Schicksal von fünf Priestern, zwei Ordensfrauen und drei Laien, die den Mut hatten, sich gegen das NS-Regime zu stellen.

Bis zum Münchner Abkommen 1938 und zur vollständigen Besetzung Böhmens und Mährens 1939 lebten sie als Deutsche in der Tschechoslowakei. Auch dieser historische Kontext ihres Lebens wird in der Ausstellung dargestellt. Das Ende des Nationalsozialismus durften die vorgestellten Personen nicht mehr erleben. Sie starben schon vorher in den Konzentrationslagern oder wurden hingerichtet. An sie und an alle weiteren christlichen sudetendeutschen NS-Gegner will die Ausstellung erinnern.

Die Ausstellung wurde von der Ackermann-Gemeinde in Zusammenarbeit mit der tschechischen Sdružení Ackermann-Gemeinde und der Tschechischen Christlichen Akademie zusammengestellt. Sie wurde bereits in Deutschland gezeigt.

Der tschechische Premier Bohuslav Sobotka, schrieb als Schirmherr zur Ausstellung unter anderem Folgendes:

Die Ausstellung „Zeugen für Menschlichkeit“ ist im Emmaus-Kloster vom 27. Februar bis 31. März 2017 zu sehen. Das Kloster ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

„Wenn wir uns mit der tragischen Geschichte des Zweiten Weltkrieges beschäftigen, sollten wir nicht nur Tschechen und Deutsche sehen, sondern vor allem die Schicksale von konkreten Menschen. Erst dann, glaube ich, begreifen wir das schreckliche Ausmaß des menschlichen Unglücks, das die NS-Diktatur verursacht hat, den Mut derer, die sich entschlossen haben, sich ihr zu stellen, und die Opfer, die sie bringen mussten. Wir müssen die Prinzipienfestigkeit der Menschen bewundern, die sich entschieden haben, der Wahrheit und Menschlichkeit treu zu bleiben. Dann sehen wir, wie bequem es wäre, die Augen vor den Verbrechen zu verschließen. Man wird die Frage nicht los, wie man in einer solchen Situation selber handeln würde. Helden, die es geschafft haben, Ihre Stimme gegen das Unrecht zu erheben, finden wir unter Tschechen wie unter Deutschen.“