Tagesecho „Wie man Märchen kleidet“ – eine Ausstellung mit Filmkostümen

23-12-2009 16:08 | Jitka Mládková

Möchten Sie gerne wissen, wie die Kleider, die das Aschenbrödel in den drei Nüssen gefunden hat, in Wirklichkeit aussehen? Oder vielleicht, ob der angebliche Mausfellmantel der „Prinzessin mit dem goldenen Stern“ tatsächlich aus Mausefell gefertigt wurde? Vielleicht möchten Sie sich auch das Kleid der Arabella oder der Hexe Saxana in Erinnerung rufen. Kein Problem! Es genügt, wenn Sie eine Ausstellung im Prager Gemeindehaus besuchen.

Anhören RealAudio: 16kbps 32kbps
Download: MP3

Prinzessin mit dem goldenen SternPrinzessin mit dem goldenen Stern Die eitle Prinzessin, die schrecklich traurige Prinzessin, Arabella, Aschenbrödel und noch viele andere Märchenfiguren sind in der ungewöhnlichen Ausstellung „Wie man Märchen kleidet“ durch ihre Garderobe vertreten. Diese Wanderausstellung mit Originalkostümen aus den bekanntesten tschechischen Märchenfilmen war schon vor einem Jahr in Prag zu sehen. Ist die diesjährige Ausstellung also anders? Dazu die Kuratorin Jana Sommerová:

„Sie ist schon anders. Es ist uns gelungen, die Ausstellung um Kostüme aus weiteren 15 tschechischen Märchenfilmen zu erweitern. Jetzt sind insgesamt über 200 Originalkostüme aus rund 30 Filmen zu sehen. Ich glaube, die Ausstellung hat eine durchaus europäische Dimension bekommen und wird auch europaweit gezeigt.“

Stolze PrinzessinStolze Prinzessin Die tschechische Filmmärchenwelt ist in der Ausstellung auch durch viele Dekorationen, Requisiten oder Fotoaufnahmen von Dreharbeiten vertreten, die zum ersten Mal gezeigt werden. Zur Eröffnung der Ausstellung kam auch eine Reihe bekannter Schauspieler und Schauspielerinnen. Einige von ihnen hatten eine interessante Geschichte parat, verbunden mit einem Filmkostüm. So etwa Vlastimil Harapes, der bei den Dreharbeiten zum Film „Die Schöne und das Biest“ außer dem Lederkostüm des Prinzen auch eine vogelartige Kopfmaske zu tragen hatte:

Drei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für Aschenbrödel „Die Anbringung dieser Maske dauerte immer länger als eine Stunde. Ich musste sie dann den ganzen Tag tragen. Probleme gab es natürlich beim Essen. Man hat für mich Käse in kleine Würfel geschnitten, diese auf ein Holzstäbchen aufgespießt und mich fast wie einen richtigen Vogel gefüttert“.

Mal eine Prinzessin zu sein und sich entsprechend kleiden zu können, ist der Traum vieler kleiner Mädchen. Diesen Traum können sich die kleinen Besucher bei der Ausstellung wenigstens teilweise erfüllen. Zur Verfügung Drei Haselnüsse für AschenbrödelDrei Haselnüsse für Aschenbrödel stehen ihnen dort Kostümrepliken mancher Prinzessinnen, in denen man sich auf einem Foto verewigen lassen kann. Die Originalfilmkostüme stammen aus dem Fundus der bekannten Prager Filmateliers Barrandov. Mit ungefähr 350.000 Kostümen, Kostümzubehör, Möbeln und anderen Requisiten gehört dieser Fundus zu den größten in Mitteleuropa.

Die Ausstellung „Wie man Märchen kleidet“ bleibt bis zum Jahresende in Prag. Aber schon im Januar und Februar soll sie auch in Deutschland zu sehen sein.

Artikel bookmarken

Nicht verpassen

In dieser Ausgabe finden Sie auch

Vor 20 Jahren: Dienstbier und Genscher zertrennen den Eisernen Vorhang

Patrick Gschwend

Hans-Dietrich Genscher, Jiří Dienstbier und Alois Mock Mit einem Bolzenschneider durchtrennten Jiří Dienstbier und Hans-Dietrich Genscher am 23. Dezember 1989 den Stacheldraht am tschechoslowakisch-deutschen...mehr...

Haus in Ostböhmen erstrahlt an Weihnachten im Schein von 15.000 Lämpchen

Martin Karlík

(Foto: ČTK) In vielen Fenstern leuchtet derzeit Weihnachtsbeleuchtung. Doch wohl niemand in Tschechien hat sein Haus so ausgestattet wie Václav...mehr...

Ähnliche Artikel

mehr...

Themenarchiv: Kultur | Gesellschaft

mehr...

Rubrikenarchiv

mehr...

Aktuelle Sendung in Deutsch

Mehr von Radio Prag