Tagesecho Weltuntergang 2012 – Wissenschaftler entzaubern einen Mythos
Das Datum des 21.12.2012 wird immer häufiger als „magisch“ bezeichnet, da mit ihm die weltweiten Spekulationen über den Weltuntergang verbunden werden. Diese sollen von den angeblichen Prophezeiungen der Maya ausgehen. Die tschechische Astronomische Gesellschaft entschied sich nun dazu, auf die Panikmacher zu reagieren.
Das Datum des 21. Dezembers dieses Jahres wird nicht nur in Tschechien,
sondern auch in vielen anderen Ländern mit Hysterie erwartet, meinte der
Vizepräsident der Tschechischen Astronomischen Gesellschaft, Pavel
Suchan.
„Momentan werden uns Astronomen von der Öffentlichkeit am häufigsten Fragen gestellt, die sich mit dem Weltuntergang beschäftigen. Wir bekommen Zuschriften der folgenden Art: ´Erklären Sie unserem Sohn, dass unser Planet mit keinem anderen Himmelskörper zusammenstößt, sonst er wird depressiv.´ Diese Pressekonferenz wird ihr Ziel erfüllen, wenn es uns mit Hilfe der Medien gelingt, auch nur einer Menschenseele zu helfen.“
Kalender der Maya
Der Weltuntergang wird oft mit dem Kalender der Maya in Verbindung
gebracht. Die Maya hätten jedoch weder den Weltuntergang, noch eine
andere
Katastrophe mit dem Ende ihres Kalenders verbunden, sagt der Präsident
der
Tschechischen Astronomischen Gesellschaft, Jan Vondrák. Die Berechnungen
des Endes des Maya-Kalenders unterscheiden sich Vondrák zufolge bei
verschiedenen Wissenschaftlern um einige Jahrhunderte. Er halte die
Berechnung von den tschechischen Wissenschaftlern, den Brüdern Böhm,
für
die allerwahrscheinlichste:
„Meiner Meinung nach fällt das Ende des Maya-Kalenders erst auf den 14. Dezember 2116. Das bedeutet aber auf keinen Fall einen Weltuntergang. Den seriösen Maya-Forschern zufolge ist keine derartige Prophezeiung im Maya-Kalender enthalten.“
Jiří Grygar
Der Astrophysiker Jiří Grygar erinnerte daran, dass der Weltuntergang in
der Vergangenheit zigmal prophezeit wurde. Er zählte einige Bestseller
auf, die das Ende der Welt als garantiert voraussagten. Die Autoren
hätten
an den Büchern nur gut verdient, alle hätten es gesund überlebt, aber
verbreiteten diesen Unsinn auch weiterhin in der Welt, so der
Astrophysiker.
„In den letzten zwölf Jahren wurde 50 Mal der Weltuntergang prophezeit. Auch offizielle Institutionen im Ausland geben darum Erklärungen heraus, um den Menschen, die der Panik verfallen, zu helfen. Es ist erstaunlich, dass manchmal auch seriöse Medien bereit sind, ähnliche obskure Informationen zu verbreiten. Dies zeugt davon, dass die Fähigkeit der Menschen, die Informationen logisch zu bearbeiten, kritisch gefährdet ist.“
Als eine Art Botschaft an die Öffentlichkeit schrieb die Tschechische
Astronomische Gesellschaft nun einen Wettbewerb um den besten Witz zum
Thema Weltuntergang aus. Der Vizevorsitzende Pavel Suchan:
„Mit etwas Humor organisieren wir diesen spezifischen Wettbewerb. Er wird in zwei Kategorien ausgetragen: gezeichnete Witze und Anekdoten oder Kurzgeschichten. Über den Sieger wird die Öffentlichkeit online entscheiden, und zwar in den Tagen vom 21.-30. 12.2012. Die Sieger werden am Silvestertag dieses Jahres bekannt gegeben. Die Witze können die Teilnehmer ab sofort an die Mailadresse: info@astro.cz schicken.“
Die Gewinner werden laut Suchan im Frühjahr 2013 – also lange nach dem Weltuntergang – mit Sachpreisen sowie einer individuellen Führung durch das Institut für Astronomie im mittelböhmischen Ondřejov belohnt.







