Wanderserie: Durch den Böhmerwald bei Zdíkov

In unserer Wanderserie möchten wir Sie nun auf weniger ausgetretene Pfade führen. In den folgenden Minuten lädt Sie Martina Schneibergová in den Böhmerwald ein, in die Gegend bei Vimperk. Sie zeigt Ihnen zwei Orte, die U Kyzu und U Lizu genannt werden.

Böhmerwald (Blick von Churáňov). Foto: Martina SchneibergováBöhmerwald (Blick von Churáňov). Foto: Martina Schneibergová Die Gemeinde Nové Hutě / Kaltenbach liegt etwa elf Kilometer westlich von Vimperk / Winterberg und ist von dort gut mit dem Bus zu erreichen. Die Siedlung Pláně / Planie gehört zu Nové Hutě und ist vom Zentrum der Gemeinde knapp zwei Kilometer entfernt. Pláně gilt heutzutage als ein wichtiger Ausgangspunkt für Wandertouren. Es gibt dort einen überwachten Parkplatz. Vom Parkplatz ist es knapp ein Kilometer zu einer früheren Sprungschanze, die in einen Aussichtsturm umgebaut wurde. Wir aber nehmen den grün markierten Wanderweg nach Stachy / Stachau. Zuerst wandert man jedoch auf einer Asphaltstraße bergab, nach knapp zwei Kilometern biegt man ab auf einen gelb markierten Weg.

„Von der Straße führt ein Wanderweg bis zu einem kleinen See, der Nový Kýz heißt. Der Name Kýz wurde vom deutschen Wort Kies abgeleitet. Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert gab es im Böhmerwald viele Glashütten, und die brauchten viel Kies. Und eben hier inmitten des Waldes wurde Kies gefördert. Von der Kiesgrube ist der See übriggeblieben.“

Nový-Kýz-See (Foto: Martina Schneibergová)Nový-Kýz-See (Foto: Martina Schneibergová) Obwohl der See nicht weit von der Straße entfernt ist, begegnet man dort kaum Besuchern. Man kann sich auf einer Bank unter einem Schutzdach ausruhen und die Waldstille genießen. Noch vor etwa 130 Jahren war es hier jedoch nicht so ruhig wie heute. Eine Vorstellung davon, wie es früher ausgesehen hat, verschafft eine Schautafel:

„Auf der Schautafel sind einige Fotos aus der Zeit abgebildet, als die hiesige Kiesgrube noch in Betrieb war. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden jedoch mehrere der Glashütten in der Umgebung geschlossen. Seit 1890 wurde kein Kies mehr gefördert. Auf dem Wanderweg geht es wieder zurück zur Straße, die in das Städtchen Stachy führt.“

Die Straße führt bergab, nach etwa 500 Metern sind schon die ersten Häuser der Gemeinde Nový Dvůr / Oberhof zu sehen. Rechter Hand zweigt ein Waldweg ab. Er schlängelt sich unterhalb des Bergs Homole entlang, nach etwa 40 Minuten öffnet sich links der Blick durch den Mischwald auf eine kleine weiße Kapelle.

„Der Ort wird U Lizu oder Na Lizu genannt. Die Kapelle wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet. Gegenüber steht ein großes Kreuz. Der kleine Sakralbau wurde am Rande eines früheren Schlossparks erbaut. Dass es hier einst einen Schlosspark gab, dies kann man noch an den alten Bäumen erkennen. Die Allee führte früher bis nach Zdíkov.“

Wanderserie: Von Pláně am See Nový Kýz vorbei zur Kapelle U Lizu

Ausgangspunkt: Parkplatz Pláně im mittleren Böhmerwald
Zielort: Zdíkov (Bushaltestelle)
Dauer: 3 Stunden
Schwierigkeit: Der Großteil der Wanderung führt bergab, feste Schuhe sind empfehlenswert

Die Böhmerwäldlerin, die mir diesen Ort empfohlen hat, erzählte, dass sich ihre Eltern an große Wallfahrten erinnerten, die jedes Jahr nach dem 8. September zur Marienkapelle führten. Zu den Wallfahrten seien Menschen aus der ganzen Region sowie aus Bayern gekommen. Die heutigen Besucher können sich auf einer Schautafel mit einigen der Legenden bekannt machen, die über den Ort und die dortige Heilquelle erzählt wurden. Der Sakralbau sowie die historische Schlossallee sind die Sehenswürdigkeiten am Ort U Lizu.

„Von der Marienkapelle führt ein Weg hinauf in den Wald. Nach etwa 200 Metern kommt man zu kleinen Teichen. Sie haben früher die Mühlen in Zdíkov mit Wasser versorgt. Vor ein paar Jahren wurden die Teiche saniert.“

Zurück zur Kapelle brauch man nur einige Minuten. Von der Kapelle führt eine schmale Asphaltstraße nach Zdíkov / Groß Zdikau. Bis zur Bushaltestelle sind es knapp drei Kilometer. Die Busse fahren entweder nach Vimperk oder in die umgekehrte Richtung nach Stachy / Stachau.