Tagesecho Vor 80 Jahren starb Operndiva Ema Destinnová
Namhafte Musiker hatten um ihre Zuneigung geworben: Enrico Caruso, Giacomo Puccini sowie Arturo Toscanini. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es keine andere so faszinierende Operndiva wie die tschechische Sopranistin Ema Destinnová (Emmy Destinn). Erfolge feierte sie in Berlin, Paris, London und vor allem in New York. Am 28. Januar sind 80 Jahre seit dem Tod der legendären Opernsängerin vergangen.
Ema Destinnová
Sie hieß Emilie Pavlína Kittlová und wuchs in einer kultivierten Prager
Familie auf. Ema war vielseitig begabt und hätte genauso gut
Violinvirtuosin, Schauspielerin oder Schriftstellerin werden können. Denn
erfolgreich war sie in allen diesen Bereichen. Schließlich siegte bei ihr
das Gesangstudium. Unter dem Pseudonym Destinn, das sie von ihrer Lehrerin
übernahm, startete Ema 1898 ihre Karriere in Berlin. Mit 23 Jahren – im
Jahre 1901 – sang sie auf Einladung von Cosima Wagner in Bayreuth die
Rolle der Senta im Wagners „Fliegendem Holländer“. Destinnová trug
danach zum internationalen Ruhm von Salome bei, der damals neuesten Oper
von Richard Strauss. Den Höhepunkt ihrer Karriere erlebte die Sopranistin
in den Jahren 1908 bis 1916 in New York. Der Musikpublizist Jan Králík:
Enrico Caruso
„Am 16. November 1908 sang sie zum ersten Mal in der Metropolitan Opera.
Damals dirigierte dort zum ersten Mal Arturo Toscanini. In Verdis Aida sang
Enrico Caruso mit Destinnová. Alle drei Künstler haben die weiteren
Saisonen in der Met eröffnet - mit Verdis Maskenball und mit Ponchiellis
Gioconda. Destinnová und Caruso haben in einer Reihe glänzender
Vorstellungen gesungen.“
Giacomo Puccini schrieb für sie die Rolle der Minnie in seiner Oper Das Mädchen aus dem Goldenen Westen. Destinnová feierte einen phänomenalen Erfolg in der Weltpremiere dieser Oper in New York. Dank Ema Destinnová wurde 1909 in der Met Smetanas Verkaufte Braut aufgeführt. Unter Gustav Mahlers Leitung sang die tschechische Operndiva die Hauptrolle der Mařenka.
Die Sängerin kehrte gern aus den Weltmetropolen in die Heimat zurück.
Sie trat in den Opernhäusern verschiedener tschechischer Städte auf.
Zudem sang sie bei Open-Air-Konzerten, die sich damals, kurz vor der
Entstehung der Tschechoslowakei, manchmal in patriotische Kundgebungen
verwandelten. Wegen ihrer patriotischen Haltung wurde die Operndiva 1916
verhaftet und zwei Jahre lang interniert.
Damit war ihre Karriere praktisch
beendet. Denn nach 1918 gelang es Ema Destinnová nicht mehr, an die
früheren Erfolge anzuknüpfen. Anlässlich des 10. Gründungsjubiläums
der Tschechoslowakischen Republik gab sie im Jahr 1928 noch ein Konzert in
der Londoner Queen´s Hall. Danach lebte sie überwiegend im
südböhmischen Stráž nad Nežárkou und widmete sich ihren Hobbys –
der Literatur und dem Angeln. Sie starb im Alter von 52 Jahren am 28.
Januar 1930 in Budweis.
Trotz der technisch unvollkommenen alten Aufnahmen bewundern die Opernfans bis heute die außerordentliche Stimme sowie den Vortrag von Ema Destinnová.










