Tagesecho Vor 55 Jahren begannen in der CSSR die ersten kommunistischen Schauprozesse
Vor 55 Jahren begannen in der Tschechoslowakei die ersten Schauprozesse nach sowjetischem Vorbild. Das kommunistische Regime, das im Februar 1948 an die Macht gekommen waren, wollten damit öffentlich ein hartes Vorgehen gegen ihre Gegner demonstrieren.
Milada Horakova (Foto: CTK)
Der erste dieser Schauprozesse gegen unbequeme Persönlichkeiten begann am
31. Mai und dauerte neun Tage lang. Er wurde im Rundfunk übertragen und
war begleitet von Hetzkampagnen. An seinem Ende standen vier Todesurteile
und eine Reihe langjähriger Haftstrafen.
Eines seiner populärsten Opfer war Milada Horakova. Sie hatte im Februar
1948 aus Protest gegen den kommunistischen Putsch ihr Mandat als
Abgeordnete der Tschechoslowakischen nationalen sozialistischen Partei
niedergelegt. Bereits zuvor war die von den Kommunisten beherrschte
Staatssicherheit auf Horakova aufmerksam geworden, die schon 1946 als
Abgeordnete auf häufige Fehlurteile in den Gerichten hingewiesen hatte. Im
Herbst 1948 organisierte Horakova ein Treffen mit Gleichgesinnten, um ein
gemeinsames Vorgehen gegen das kommunistische Regime zu koordinieren. Und
so war es nur eine Frage der Zeit, bis ihr der Prozess gemacht wurde. Jan
Kalous vom Amt zur Aufklärung und
Dokumentation der kommunistischen Verbrechen:
"Die Sowjetunion wollte die Position der Kommunisten innerhalb der Ostblock-Staaten maximal stärken und stabilisieren. Aus diesem Geist des Klassenkampfs heraus suchten sie intensiv nach Feinden, zunächst außerhalb der kommunistischen Partei und später allmählich auch innerhalb der Parteistrukturen."
Milada Horakova (Foto: CTK)
Der Prozess gegen Milada Horakova und ihre Mitangeklagten erregte auch im
Ausland Aufsehen. Eine Reihe bekannter Persönlichkeiten, darunter Winston
Churchill, Albert Einstein und Bertrand Russell forderte eine Begnadigung
der unter der fiktiven Anklage des Vaterlandsverrats und der Spionage
Verurteilten. Präsident Gottwald lies sich davon nicht beeindrucken.
Milada Horakova wurde am 27. Juni 1950 hingerichtet.
Die meisten übrigen Verurteilten des Milada Horakova-Prozesses wurden in den 60er Jahren aus den Gefängnissen entlassen und zum Teil rehabilitiert. Milada Horakova selbst wurde erst nach 1989 vollständig rehabilitiert. Nach der Samtenen Revolution wurde auf der Prager Letna eine Straße nach ihr benannt.







