Tagesecho Vater kritisiert Skifahrerin Záhrobská nach WM – Sáblíková holt Weltrekord
Nach der Alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen ist es im tschechischen Team unruhig geworden. Medaillenhoffnung Šárka Záhrobská konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Ihr Vater und ehemaliger Trainer übte deswegen scharfe Kritik am neuen Trainerteam seiner Tochter - ein Affront, der Wellen schlug. Fernab dieser Negativ-Schlagzeilen machte aber auch Eisschellläuferin Martina Sáblíková von sich reden – und zwar äußerst positiv. Ein tschechisches Sportwochenende mit zwei Gesichtern also.
Šárka Záhrobská (Foto: ČTK)
Am Samstag am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen: Die Tschechin Šárka
Záhrobská steht im Ziel und winkt zum Publikum. Man könnte meinen, sie
habe gerade etwas gewonnen, dabei war das Slalomrennen für ihre Ansprüche
eine herbe Enttäuschung gewesen. Rang zwölf für die WM-Zweite von 2009
und Olympia-Dritte aus dem vergangenen Jahr. Noch im Ziel diktiert sie den
Medien beschwichtigende Sätze:
Šárka Záhrobská mit ihrem ehemaligen Trainer und Vater
„Ich würde daraus keine Wissenschaft machen. Dieses Jahr hat es eben
nicht geklappt. Ich bin mir heute bewusst geworden, welche tollen Erfolge
ich bereits errungen habe: vier Medaillen bei Weltmeisterschaften und
Olympia. Marlies Schild hingegen hat gerade ihr erstes Gold gewonnen und
Tanja Poutiainen ist leer ausgegangen, obwohl sie eine Medaille im Visier
hatte. Ich arbeite weiter an mir, lerne neue Dinge und diese Saison
verläuft sicher nicht nach meinen Vorstellungen. Aber wenn die nächsten
drei Jahre erfolgreich sind, dann soll diese Saison doch der Teufel
holen.“
Tatsächlich kämpft Záhrobská schon die ganze Saison mit großen Problemen – seit sie sich entschieden hat, ihre Slalomtechnik zu ändern. Dafür hat sie den in den 80ern erfolgreichen slowakischen Coach Pavel Šťastný engagiert. Noch am Samstag nach dem Slalom griff Petr Záhrobský, seines Zeichens Vater und ehemaliger Trainer von Záhrobská, das neue Trainerteam um Šťastný an. Šárka habe die Technik einer Slalom-Weltmeisterin gehabt, spielte der Vater auf den WM-Titel 2007 an. Die Umstellung zerstöre alles. Zudem würden die anderen Alpin-Disziplinen vernachlässigt, mit negativen Folgen für den Slalom, so Petr Záhrobský.
Martina Sáblíková (Foto: ČTK)
Seine Tochter reagierte darauf mit einer Pressemitteilung. In dieser
verteidigte sie ihren Trainer und auch ihren Konditionstrainer, der
zugleich ihr Lebenspartner ist. Beide würden nach bestem Wissen und
Gewissen handeln und sie vertraue ihnen, schrieb Záhrobská am Sonntag. Im
kommenden Jahr wolle sie im Weltcup wieder aufs Podest.
Während im Hause Záhrobský also Feuer unter dem Dach ist, zeigt sich eine andere herausragende tschechische Sportlerin in bester Form. Eisschnellläuferin Martina Sáblíková verbesserte beim Weltcup in Salt Lake City über 5000 Meter ihren eigenen Weltrekord um fast drei Sekunden. Am Freitag meisterte sie ihre Paradestrecke in 6:42,66 Minuten. Zu den Gratulanten gehörte neben ihrem deutschen Vorbild Claudia Pechstein auch eine männliche Legende des Eisschnelllaufs: Eric Heiden. Der fünffache amerikanische Olympiasieger musste einen Tag später noch einmal ran, diesmal in der Rolle als Arzt. Nach einem schweren Sturz wegen eines Fehlers ihrer Gegnerin ließ Sáblíková ihren schmerzenden Knöchel untersuchen. Heiden gab Entwarnung: kein Bruch oder Bänderriss, nur eine Verstauchung. Beim Weltcupfinale in zwei Wochen in Heerenveen wird die schnelle Tschechin also wieder dabei sein.







