Tagesecho Umwelt: "Tag der Erde" in Tschechien

22-04-2004 | Daniel Satra

Weltweit feiern heute Städte, Regionen und Umweltinitiativen den "Tag der Erde". 1970 von Studenten in den Vereinigten Staaten ins Leben gerufen ist der "Earth day" längst auch in Tschechien angekommen. Seit 1990 steht Mutter Erde am 22. April im Mittelpunkt bunter Aktionen. Daniel Satra berichtet.

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Foto: Europäische KommissionFoto: Europäische Kommission Landesweit erregen tschechische Bürger- und Umweltinitiativen am "Tag der Erde" mit bunten Aktionen Aufmerksamkeit im Namen der Umwelt. Petr Svec von der Vereinigung "Zdravá mesta"/"Gesunde Städte" erklärt warum:

"Der 'Tag der Erde' soll verdeutlichen, dass die Entwicklung der Erde, des ganzen Planeten in den Händen aller Menschen weltweit liegt. Der Tag soll lokale Aktionen in einzelnen Städten, Gemeinden und Regionen anregen, die Wichtigkeit von Umweltfragen hervorheben und vor allem konkret sichtbar machen."

Zum Beispiel beim Töpfern, Kerzen ziehen oder gar beim Schmieden. Alles traditionelle Handwerksarbeiten, die zeigen sollen, dass nicht allein Plastik einen Wert hat, meint Svec. Im Städtchen Vyskov wird zwar nicht getöpfert oder geschmiedet. Dafür gemalt, musiziert und getanzt, wie Radka Stepanová von der Umweltinitiative Arnika gegenüber Radio Prag sagte:

Foto: Europäische KommissionFoto: Europäische Kommission "Wir haben noch nie eine solche Aktion in einem solchen Umfang veranstaltet. Bisher hatten wir am 'Tag der Erde' immer nur kleinere Info-Stände mit Unterschriftenaktionen, und das Interesse der Menschen war nicht besonders groß. Aus diesem Grund haben wir uns auch entschlossen eine größere Aktion zu planen, um Menschen mit einem Kulturprogramm anzulocken."

Ein buntes Programm soll die Bürger Vyskovs anlocken: Kinderchor, Malwettbewerb, Musik- und Tanzgruppen beleben den Tag in der südmährischen Kleinstadt. Die 23 000 Einwohner zählende Gemeinde ist nur eine von vielen im Land, die am Donnerstag den internationalen "Tag der Erde" nutzen, um ihre Bürger auf Umweltthemen, wie Mülltrennung, Luft- oder Wasserverschmutzung aufmerksam zu machen. Umweltminister Libor Ambrozek pflanzte daher in Prag einen Baum, und viele Stadtverwaltungen warben in ihren Schulen für mehr Umweltbewusstsein. Und die Umweltinitiative Arnika hat auch dieses Jahr eine landesweite Unterschriftenaktion vorbereitet. Radka Stepanová:

"Dieses Jahr haben wir zwei Unterschriftenaktionen: Eine richtet sich gegen den Bau eines Staudamms in Nové Herminovy, bei dem mehrere Dörfer überflutet werden sollen, und die andere gegen die geplanten Wasserwehre auf der Elbe."

Eine andere akute Umweltfrage in Tschechien ist die Mülltrennung. Das Land hat sich gegenüber der EU verpflichtet bis zum Jahr 2005 drei Viertel der Bevölkerung vom Recycling zu überzeugen. Dafür muss jedoch Müll getrennt werden. Bisher tun dies nur 62 Prozent aller Tschechen.

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