Tagesecho Tüv-Schummlern könnte es in Tschechien blitzschnell an den Kragen gehen

27-05-2010 12:10 | Christian Rühmkorf

Auf die Fahrer eines nicht ordnungsgemäß instand gehaltenen Wagens kommen möglicherweise schwere Zeiten zu. Eine neue Radar-Software ermöglicht im wahrsten Sinne des Wortes blitzschnelle Kontrollen, ob der entsprechende Wagen überhaupt noch bewegt werden darf. Und dazu muss der Autofahrer nicht mal die rote Kelle sehen und anhalten.

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Ein vorbeifahrender roter Renault wird vom Polizeiradar eingefangen. Innerhalb von fünf Sekunden steht nicht nur fest, ob er zu schnell gefahren ist, sondern auch, ob der Wagen überhaupt noch einen gültigen Tüv hat. Der Renault-Fahrer ist ertappt: „Bitte den roten Renault herauswinken. Er hat keinen gültigen Tüv“, gibt der Verkehrspolizist Anweisung an seine Kollegen, die 500 Meter weiter einsatzbereit am Straßenrand warten.

Jaroslav Květoň von der Verkehrsinspektion erklärt, wie die neue Software funktioniert:

Foto: www.koprivnice.orgFoto: www.koprivnice.org „Im Polizeiwagen mit der neuen Radar-Funktion tauchen auf dem dazugehörigen Display die erforderlichen Angaben auf und werden unmittelbar mit der elektronischen Datenkartei abgeglichen. Wenn das vorbeifahrende Auto keinen gültigen Tüv mehr hat, dann blinkt es auf dem Display sofort rot.“

Geschwindigkeit, Besitzer, Gültigkeit des Tüvs – all das kann die Polizei nun im Handumdrehen überprüfen. Diese neue Radar-Software befindet sich allerdings noch in der Testphase. Der Direktor der Verkehrspolizei, Leoš Tržil, ist aber jetzt schon zufrieden:

Leoš TržilLeoš Tržil „Wir haben damit drei Geräte in einem. Es kann frei aufgestellt oder fest im Wagen eingebaut werden.“

Polizist Květoň sieht auch Vorteile für die Autofahrer:

„Wir müssen die Leute nicht mehr belästigen, wenn wir den Wagen und seinen Tüv überprüfen wollen. Wir können das jetzt im Vorbeifahren des Autos machen.“

Und damit wird es auch schwieriger, durch vorschriftsmäßiges Fahren unauffällig zu bleiben und anderen Problemen aus dem Weg zu gehen. Ein weiterer Vorteil: Das Gerät misst nicht nur die Geschwindigkeit und überprüft die Sicherheitsstandards wie Tüv, sondern es hält auch Verstöße gegen die Verkehrsregeln fest. Polizeidirektor Tržil:

„Sinnvoll ist gerade die kombinierte Videofunktion, denn so können wir zugleich etwaige Verkehrsdelikte festhalten, wie zum Beispiel das Fahren über eine rote Ampel oder eine durchgezogene Linie.“

In wenigen Tagen endet für die neue Radar-Software die Testphase. Dann müssen die verantwortlichen Kreisverwaltungen der Verkehrspolizei entscheiden, ob es eine Investition wert ist. Der Preis ist bisher nicht bekannt. Aber drei in eins, das verspricht in der Regel Einsparungen.

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