Tagesecho Tschechischer Heimsieg nach 21 Jahren: Janda fliegt zum Skisprung-Gold
Seinen dritten Weltcup-Sieg hat sich am Wochenende der tschechische Skispringer Jakub Janda gesichert - und das auf der heimischen Schanze im tschechischen Harrachov. Nachdem es dort am Samstag nur für Platz sieben gereicht hatte, flog der 27-jährige im zweiten Springen am Tag darauf der Konkurrenz davon. Es berichtet Thomas Kirschner.
Jakub Janda (Foto: CTK)
Es war ein Wechselbad der Gefühle und für Jakub Janda nach eigenen Worten
der schwerste Wettbewerb seiner Karriere. Nicht zuletzt durch den Druck,
der auf dem Weltcup-Führenden lastete, denn natürlich sollte auf der
Schanze am Teufelsberg ein Sieg vor heimischem Publikum her. Zuletzt war
das in Harrachov vor 21 Jahren Jiri Parma gelungen. Nach dem ersten
Springen sah es allerdings so aus, als müssten die tschechischen Sportfans
auch noch eine 22. Saison auf den nächsten Heimsieg warten - der 27-Jährige
Janda sprang verkrampft, blieb unter seinen Möglichkeiten und beendete den
Tag mit einem enttäuschenden siebten Platz. Am Sonntag aber trat ein
gänzlich verwandelter Janda auf die Schanze. Mit Sprüngen über 138,5 und
141 Meter ließ Janda die Konkurrenz klar hinter sich. Am Ende hieß es dann
in Harrachov doch noch: Erster Platz Jakub Janda, Tschechische Republik!
"Heute lief es einfach perfekt! Gestern habe ich mich fürchterlich bemüht, aber es hat nicht geklappt und ich war ziemlich enttäuscht. Heute habe ich mir gedacht: Es kommt, wie es kommt - und dann ist es gleich bestmöglich gekommen!"
Jakub Janda (Foto: CTK)
Hinter dem Erfolg stehen nicht nur Jandas slowenischer Trainer Vasa Bajc,
sondern auch Großmutter Ludmila, die die anwesenden Journalisten mit
mährischem Slivovice versorgte und den Glauben an ihren Enkel nie verloren
hat:
"Ich habe gesagt: Nur keine Angst, mein Junge, alles wird gut! Und am morgen habe ich ihm gesagt: Jakub, heute gewinnst Du bestimmt!"
Im Gesamtweltcup liegt Jakub Janda nach sechs von 23 Springen mit 452 Punkten weiterhin auf Platz eins. Von den punktgleich Zweitplatzierten Janne Ahonen und Andreas Küttel trennen ihn 67,5 Punkte. Die Gelassenheit, die ihn in Harrachov zum Sieg getragen hat, will sich Janda auch für die kommenden Springen behalten - die Vier-Schanzen-Tournee hat er daher noch nicht im Visier.
"Ich plane noch gar nichts. Ich lebe im Hier und Jetzt; heute ist ein
Wettbewerb zu Ende gegangen, jetzt bereite ich mich auf den nächsten vor,
und der beginnt kommende Woche im schweizerischen Engelberg. Die
Vier-Schanzen-Tournee kommt erst danach."





