Tagesecho Tschechische Sondermaschine in Turkmenistan als Ursache diplomatischen Streits

04-12-2006 16:23 | Jitka Mládková

Zwischenlandung in der turkmenischen Hauptstadt Aschchabad und unerwartet langes Warten auf die Startgenehmigung für ein Flugzeug mit tschechischen Abgeordneten, hohen Militärs und Journalisten an Bord. Es kam zu einem Zwischenfall, den am letzten Wochenende auf seinem Rückflug aus Afghanistan nach die tschechische Delegation erlebt hat, die vorher die tschechischen Soldaten in Kabul besucht hatte. Der Anlass der Visite war die tschechische Kommandoübernahme am strategisch wichtigsten Flugplatz des Landes.

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Die tschechische Delegation nach der Landung in Prag (Foto: CTK)Die tschechische Delegation nach der Landung in Prag (Foto: CTK) Wegen schlechtem Wetter konnte die tschechische Militärsondermaschine auf der Hinreise nicht, wie ursprünglich vorgesehen, in Kabul, sondern nur im 50 Kilometer entfernten Bagram landen, wo sich die US-amerikanische Basis befindet. Die begrenzten Treibstoffvorräte erlauben es jedoch nicht, dort das Flugzeug voll zu tanken. Erst beim Rückflug sollte das Flugzeug im turkmenischen Aschchabad tanken. Dort gab es aber unerwartete Probleme. Delegationsmitglied Jan Vidim (ODS), Chef des verteidigungspolitischen Ausschusses im Abgeordnetenhaus, sagte nach seiner Rückkehr gegenüber dem Tschechischen Rundfunk:

"Schon beim Landeanflug hat der Pilot die Anweisung empfangen, nicht zu landen. Da aber unsere Maschine nicht genug Treibstoff hatte, mussten wir landen. Unmittelbar nach der Landung wurde das Flugzeug von Soldaten oder Polizisten umstellt. Es war schwer zu sagen, um welche Streitkräfte Turkmenistans es sich handelte. Anschließend kam die Nachricht, unser Aufenthalt auf dem Territorium Turkmenistans sei nicht genehmigt worden."

Die Militärmaschine nach der Landung in Prag (Foto: CTK)Die Militärmaschine nach der Landung in Prag (Foto: CTK) Vierzehn Stunden lang musste die tschechische Maschine unter Aufsicht der mit Maschinengewehren bewaffneten Angehörigen der einheimischen Streitkräfte auf die Genehmigung zum Start warten. Bevor sie vom Staatsoberhaupt Turkmenistans höchstpersönlich erteilt wurde, waren von Prag aus zwei diplomatische Noten und ein Schreiben des tschechischen Generalstabschefs nach Aschchabad entsandt worden. Die tschechische Delegation ist in den frühen Morgenstunden am Sonntag heil nach Prag zurückgekehrt, doch der Vorfall wird noch ein Nachspiel haben. Verteidigungsminister Jiri Sedivy:

"Wir werden natürlich das gesamte Geschehen um das Flugzeug analysieren, doch anhand der Informationen, die mir zur Verfügung stehen, kann ich zu diesem Zeitpunkt im Prinzip einen Fehler auf unserer Seite ausschließen. Schließlich hat sich die turkmenische Seite bereits entschuldigt."

Gleich am Sonntag kündigte der tschechische Außenminister Alexandr Vondra an, beim Ministertreffen der KSZE-Länder am Montag in Brüssel Verhandlungen mit Vertretern Turkmenistans zu initiieren.

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