Tagesecho Tschechiens Sportler top: Bauer und Sáblíková triumphieren bei Highlights des Wochenendes
In fast exakt einem Monat beginnen in Vancouver die Olympischen Winterspiele. Experten wie Fans schauen deshalb jetzt genauer hin, wer sich wie für den olympischen Wettstreit in Form bringt. In Tschechien herrscht da seit dem vergangenen Wochenende durchaus Zuversicht, denn gleich vier tschechische Athleten standen bei hochkarätigen Wettkämpfen auf dem Siegerpodest, zwei von ihnen sogar auf dem höchsten Treppchen.
Foto: ČTK
Mit Glockengeläut, lautstarker Anfeuerung und hoffnungsfroh warteten die
Fans von Lukáš Bauer im italienischen Val di Fiemme auf die Entscheidung
der diesjährigen Tour de Ski, denn sie glaubten fest an 32-jährigen
Skilangläufer aus Boží Dar / Gottesgab im Erzgebirge. Und die Bauer-Fans
wurden nicht enttäuscht. Am Fuße des Alpe Cermis zahlte Bauer dem
kompletten Feld kräftig Fersengeld:
„Die One-Man-Show des Lukáš Bauer geht ihrem erfolgreichen Finale entgegen, ich sehe ihn schon kurz vor dem Ziel“, jubelte der tschechische Rundfunkreporter, als er den Zieleinlauf des packenden Rennens am Sonntag kommentierte. In der Tat, Bauer hatte sich mit einem tollen Zwischenspurt vor Beginn des steilen Schlussanstiegs von den Konkurrenten abgesetzt und seinen Vorsprung danach stetig ausgebaut. Der Lohn für den Husarenritt: Bauer gewann nach 2008 schon das zweite Mal die populäre Tour, die zu den Highlights im Skilanglauf zählt. Das wirklich positiv Überraschende dabei allerdings war, dass Bauer dieser Sieg gelungen ist, obwohl er im Dezember wegen einer Erkrankung fast einen ganzen Monat lang nicht richtig trainieren konnte. Umso größer war dann auch bei ihm die Freude über seine fulminate Rückkehr an die Weltspitze der Skilangläufer:
Von links Petter Northug, Lukáš Bauer und Dario Cologna (Foto: ČTK)
„Dieses Wochenende war für mich einfach sensationell. Nach meinem
ersten Platz über die 20-km-Distanz am Samstag wollte ich schließlich
auch den Gesamtsieg. Mein Hauptkontrahent Petter Northug war bei den Tour
de Ski-Wettbewerben der beiden letzten Jahre auf der Schlussetappe immer
schwächer als ich gewesen. Im Gegensatz zu ihm gefällt mir der
Schlussanstieg und ich wusste ganz genau: Wenn ich gewinnen will, dann darf
ich mit einer Attacke nicht bis zum Schluss warten. Deshalb war mein Motto
vor dem Anstieg: Ich sterbe lieber an meinem Höllentempo als das ich es
ganz nicht erst versuche.“
Die Tempohatz hat sich für Bauer gleich doppelt gelohnt: Neben seinem zweiten Toursieg konnte er sich auch die Siegprämie von 150.000 Schweizer Franken einstreichen.
Martina Sáblíková (Foto: ČTK)
War Bauers Erfolg in Val di Fiemme doch eine gelinde Überraschung, so hat
man mit einem weiteren Sieg der hierzulande sehr populären
Eisschnellläuferin Martina Sáblíkova doch insgeheim gerechnet. Und die
zierliche Kufenflitzerin wurde ihrer Favoritenrolle einmal mehr gerecht.
Bei der Mehrkampf-Europameisterschaft im norwegischen Hamar gewann sie zum
zweiten Mal nach 2007 den Titel. Vor dem abschließenden 5000-Meter-Lauf
lag sie allerdings noch hinter ihrer größten Konkurrentin, der
Niederländerin Ireen Wüst. Und genau gegen die musste Sáblíkova über die
lange Strecke antreten.
Martina Sáblíková (Foto: ČTK)
„Ich habe mir gesagt, wenn ich tatsächlich im abschließenden Lauf
gegen sie antreten müsste, dann hätte ich einen kleinen Vorteil. Ich
hätte sie das ganze Rennen quasi im Blick und könnte notfalls auch noch
in der letzten Kurve an ihr vorbeiziehen. Das gab mir dann auch
tatsächlich die Gewissheit, dass es klappen könnte“, so die 22-Jährige
Sabliková nach ihrem Triumph.
Neben Bauer und Sáblíková kamen auch Buckelpisten-Läuferin Nikola Sudová und Skicross-Spezialist Tomáš Kraus auf einem Podestlatz ein.









