Tschechien und Sachsen wollen zwei Eisenbahnstrecken erneuern

Im nordböhmischen Hrádek nad Nisou/Grottau fand am Dienstag eine Konferenz über die Perspektiven des Eisenbahnverkehrs zwischen der Tschechischen Republik und Sachsen statt. Wie sich herausstellte, war diese Konferenz eine Art Fortsetzung der Verhandlungen, die jüngst zwischen den Experten des tschechischen Verkehrsministeriums und des sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr in Prag geführt wurden. Daher fragte Radio Prag den Vertreter des tschechischen Verkehrsministeriums, Julius Lovas, ob es bei der perspektivischen Zusammenarbeit beider Ministerien bereits konkrete Projekte gebe:

"Jawohl, die gibt es. Ein konkretes Projekt ist die Wiedereröffnung des Eisenbahn-Grenzüberganges Dolní Poustevna-Sebnitz. Die Eröffnung dieses Eisenbahn-Grenzüberganges wurde von einer tschechisch-deutschen Expertenkommission während der Verhandlungen vom 14. bis 16. September in Prag gebilligt. Also steht dem nichts mehr im Wege, dass die zuständigen Organisationen der Eisenbahnverwaltungen beider Länder die Arbeit zur Erneuerung der Eisenbahnverbindung zwischen Dolní Poustevna und Sebnitz in Angriff nehmen. Des Weiteren wurde über Fragen der Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnverbindung zwischen Moldava und Holzhau im Erzgebirge verhandelt. Hierzu wurde der aktuelle Ist-Zustand präsentiert, so dass die entsprechende Arbeitsgruppe sobald als möglich ihre Arbeit aufnehmen kann. Auf der sächsischen Seite fehlen noch ca. sieben Kilometer der Eisenbahnstrecke. Daher wird zunächst eine Studie über die Betriebswirtschaftlichkeit zum Abschluss gebracht werden, ehe man auf der deutschen Seite darangehen wird, die Arbeit zur Fertigstellung des fehlenden Streckenabschnitts aufzunehmen."

Wie von Dr. Lovas zu erfahren war, wird die Wiederinbetriebnahme der Eisenbahnstrecke zwischen Dolní Poustevna uns Sebnitz bis zu 50 Prozent aus einem Fonds der Europäischen Union finanziert werden, da es sich dabei um ein europäisches Gemeinschaftsprojekt handele. Den zweiten Teil der Kosten werden die zuständigen Landesregierungen und der Betreiber selbst übernehmen. Wenn alles planmäßig verlaufe, werde diese Eisenbahnstrecke schon im Jahr 2006 wieder eingeweiht werden, sagte Lovas.