Tagesecho Tschechen wollen „Bambusschulen“ in Nepal bauen
„New Classroom design“, auf Deutsch etwa „Neues Schulklassendesign“, das war das Motto des jüngsten internationalen Wettbewerbs „Open Architecture challenge“. Der wird alle zwei Jahre von der US-amerikanischen Organisation „Architecture for Humanity“ ausgeschrieben. Über 400 Designerteams aus der ganzen Welt haben im Jahr 2009 ihre Projekte angemeldet, die für verschiedene Entwicklungsregionen bestimmt sind. 52 von ihnen werden seit dieser Woche in der Technischen Nationalbibliothek in Prag in einer Wanderausstellung vorgestellt. Zu sehen ist hier auch das tschechische Projekt mit dem Namen „Bambusschule“, das sich im Wettbewerb unter den acht besten platzierte.
Eine Schule aus Bambusrohren und Erde. Mit diesem Baumaterial rechnet das
Projekt „Bambusschule“, das aus der Werkstatt des tschechischen
Designertrios Huberová-Sobotková-Kostner stammt. Über den Impuls für
das Projekt sagte Petr Kostner dem Tschechischen Rundfunk:
„Ich war gemeinsam mit meiner Freundin sechs Monate in Nepal. Im Rahmen des Projektes ´Bildung für Nepal´ haben wir in der Region von Kavre unweit von Kathmandu Englisch unterrichtet. Dort trafen wir auf unsere Kommilitonin Soňa Huberová. Alle drei begannen wir gleich vor Ort einen Plan für unsere Teilnahme am Wettbewerb zu schmieden.“
In der Schule, in der die drei Tschechen unterrichteten, besprachen sie
die Möglichkeiten, wie man ein Schulgebäude entwerfen kann, das auf die
Bedürfnisse der Kinder und Lehrer abgestimmt ist. Damit kehrten sie nach
Tschechien zurück, um an der Umsetzung dieser Idee weiterzuarbeiten. Man
habe folgende Kriterien berücksichtigt, sagt Petr Kostner:
„Vor allem war uns wichtig, dass die Schule für die Anwohner der
konkreten Region gut zugänglich sein muss. Und auch das Baumaterial
sollte
vor Ort vorhanden sein. Die Gebiete, für die wir unsere Bambusschule
geplant haben, liegen sehr weit von größeren Zentren entfernt. Es ist
praktisch unmöglich, dass eine Baufirma in diese Orte kommt, wie wir es
in
unseren geografischen Breiten gewohnt sind.
Dort funktioniert es
hauptsächlich im Rahmen der Selbsthilfe.“
Und so entstand ein „maßgeschneidertes“ Projekt mit Bambus und Erde als Baumaterial. Das tschechische Projekt „Bambusschule“ hat zwar im internationalen Wettbewerb „Open Architecture challenge“ sehr gut abgeschnitten, kann aber nicht wie das siegreiche Projekt mit finanzieller Unterstützung der Wettbewerbsveranstalter rechnen.
„Wir arbeiten jetzt mit einer österreichischen Organisation
zusammen,
die in Bangladesch und in Afrika Schulgebäude aus alternativem
Baumaterial
wie eben aus Erde baut. Mit Kenntnissen über diese Technologien möchten
wir im Herbst dieses Jahres nach Nepal reisen, um sie dort in einem
Pilotprojekt anzuwenden. Nach dem Bau der ersten Schule möchten wir dann
weitere in verschiedenen Orten Nepals bauen.“
Die Umsetzung des Projektes wird natürlich Geld kosten. Und das war auch einer der Gründe, sich in der jetzigen Prager Ausstellung zu präsentieren und möglicherweise Sponsoren zu finden.
Quelle von Fotos: Open Architecture Challenge & Bambusová škola









