Tagesecho „Tropfen des Lebens“: Tschechische Freiwillige bohren Brunnen in Guinea

15-01-2016 15:03 | Martina Schneibergová

Sechs bis zehn Kilometer täglich müssen die Menschen in Guinea zurücklegen, um an Trinkwasser zu gelangen. Helfen will den Bewohnern des westafrikanischen Landes eine Gruppe tschechischer Freiwilliger. Ihr Plan ist, im Rahmen des Projektes „Tropfen des Lebens“ in guineischen Dörfern Brunnen zu bohren. Am Freitag reisten die Tschechen nach Guinea, um sich mit den Behörden vor Ort abzustimmen.

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Foto: Offizielle Facebook-Seite des Vereins OliMaliFoto: Offizielle Facebook-Seite des Vereins OliMali In Guinea ist es gang und gäbe: Frauen und Kinder begeben sich jeden Tag in einen kilometerweit entfernten Ort, um dort Trinkwasser zu holen. Den Kindern fehlt aus diesem Grund oft die Zeit für den Schulbesuch, die Frauen versäumen Zeit für ihre Arbeit. Freiwillige vom tschechischen karitativen Verein OliMali überlegten sich vor ein paar Monaten das Projekt mit dem Titel „Kapka života“ (zu Deutsch „Tropfen des Lebens“). Ziel ist es, in Guinea Brunnen mit Trinkwasser zu errichten. Der Initiator des Projektes ist Patrik Kutaj. Für Guinea habe er sich entschieden, weil das Land gut zu erreichen sei, vor allem um die notwendige Technik dorthin transportieren zu können.

Patrik Kutaj (Foto: Archiv OliMali)Patrik Kutaj (Foto: Archiv OliMali) „Die Technik ist groß und schwer. Man kann damit nicht schneller als 50 Kilometer pro Stunde fahren, sodass wir nicht irgendwo an der Küste ankommen und dann noch weitere 3000 Kilometer zurücklegen können.“

Mit Projekten wie diesem hat Patrik Kutaj reichhaltige Erfahrungen. Nach dem verheerenden Erdbeben hat er bereits auf Haiti Brunnen gebohrt. Die Menschen um Patrik Kutaj arbeiten bei den Vorbereitungen für das Projekt „Tropfen des Lebens“ mit dem Prager „Centrum dialog“ zusammen. Die gemeinnützige Organisation engagiert sich in Guinea unter anderem für die Ausbildung von Kindern aus armen Familien. Den Worten von Antonio Antonucci von „Centrum dialog“ zufolge werden in der ersten Etappe Brunnen in der Umgebung von Schulen gebohrt. Die Kinder können dann den Unterricht besuchen, in einer Schule mit einem Wasserreservoir in der Nähe:

Foto: Offizielle Facebook-Seite des Vereins OliMaliFoto: Offizielle Facebook-Seite des Vereins OliMali „Wir betreuen in Guinea Projekte, die den dortigen Bewohnern noch lange Nutzen bringen sollen. Die Vorstellung, Brunnen für die Kommunen und konkret auch für Schulen zu bohren, fanden wir sofort interessant.“

Das Geld für den Brunnenbau in Guinea soll durch Crowdfunding in Tschechien und auch in der Slowakei zusammenkommen. Zudem fördern einige Organisationen und Firmen das Projekt finanziell. Patrik Kutaj über die Kosten:

„Wenn ich die Flugtickets, die Entlohnung der Menschen, die Verpflegung und die Unterkunft mit einberechne, betragen die Kosten für die Bohrung eines Brunnens nicht mehr als 140.000 bis 150.000 Kronen (5185 bis 5555 Euro).“

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