Tagesecho Traditionen zum Maieinläuten
Der erste Maitag gilt zwar seit Langem als ein traditionelles Fest der Arbeit, verbunden mit Kundgebungen, Umzügen und lautstarker Musik. Mit diesem Tag sind aber auch Traditionen verknüpft, die wesentlich ältere Wurzeln haben Über zwei alte Bräuche erfahren sie mehr von Jitka Mladkova:
Ich glaube, ich bin schon als Hexe geboren worden, sagt im Scherz Renata
Gabarova, die Hauptorganisatorin des bevorstehenden Hexentreffens im
westböhmischen Strakonice (Strakonitz). Jung und Alt - die Hexenspezies
ist natürlich gemeint, konkret also zwischen fünf und 486 Jahren, besagt
die Einladung - haben hier am 30. April bereits zum 6. Mal ihr
Stelldichein. Auch diesmal scheint die bevorstehende Walpurgisnacht ein
Topevent des
Maieinläutens in Strakonice zu sein. Einer der Höhepunkte der
Walpurgisnacht ist die Wahl einer Hexenschönheitskönigin, was für die
Organisatoren keine leichte Aufgabe ist, da die Konkurrenz sehr groß ist.
Es kommt also auf die Zauberbuchvorkenntnisse der Kandidatinnen an.
Welche, das sagte uns die Oberhexe Renata Gabarova:
"Sie müssen viele anspruchsvolle Fähigkeiten nachweisen. Verschiedene Zaubertricks nach Hexenmanier, oder Hexenflug, Schadenanrichten usw. Alle, die die Probe bestanden haben, erhalten ein Zeugnis, das zur Aufnahme in die Hexenzunft berechtigt."
Voriges Jahr sind nach Strakonice etwa 300 erwachsene Hexen, etwa 500 Hexensprösslinge und etwa 1200 Zuschauer zum Hexenfest gekommen.
Foto: CTK
Eine andere Tradition ist das Maibaumaufstellen. Nicht nur aus Anlass des
Starts in den Mai, aber auch zu Ehren der Dorfmädels, sagt Martin
Zakresky, Leiter des Klubs für Unterhaltung und Sport in Vendryne in der
ostschlesischen Region Tschechiens. Die Idee, mittels eines Maibaumes in
das Guinness-Buch vorzustoßen, sei erst vor zwei Jahren entstanden. Nach
dem gescheiterten Versuch des Vorjahres ist. Zakresky diesmasl
optimistisch:
"Diesmal glauben wir, mit der Baumhöhe von 50 bis 51 Meter schon einen Erfolg feiern zu können. Der Maibaum wird aus zwei Baumstämmen bestehen, was die Guinness-Buch-Regeln gestatten. Morgen werden wir sie aus dem Wald holen".
Zwei Fichtenbäume werden am Samstagvormittag im nahen Wald des
Beskiden-Gebirges gefällt, gehobelt und anschließend auf dem Dorfplatz
aufgestellt, oben mit einem Kranz und darauf hängenden bunten Bändern
geschmückt. In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai besteht jedoch für
jeden Maibaum die Gefahr, von jungen Männern eines Nachbardorfes gestohlen
zu werden. Auch das gehört natürlich zur Tradition. Und so müssen die
Maibaumhüter die ganze Nacht gut aufpassen. Schließlich haben sie ein
reichhaltiges Programm am Lagerfeuer vorbereitet.





