Tagesecho Toyota, Peugeot und Citroën rufen auch in Tschechien gebaute Autos zurück
Die Meldung sorgt seit einigen Tagen europaweit für Schlagzeilen: Wegen eines fehlerhaften Gaspedals muss Toyota weltweit Hunderttausende Autos in die Werkstätten zurückrufen. Nun wurde bekannt, dass auch Modelle der Marken Peugeot und Citroën betroffen sind. Und zwar jene, die gemeinsam mit Toyota im tschechischen Kolín hergestellt werden. Jitka Mládková hat mit Radio-Prag-Redakteur Daniel Kortschak über die Einzelheiten gesprochen:
Daniel, was genau ist denn bei den Fahrzeugen defekt, dass sie nun in die Werkstätten zurück müssen?
Illustrationsfoto
„Es handelt sich um einen Fehler am Gaspedal. Es kann sein, dass das
Pedal einfach stecken bleibt oder nur sehr langsam in die Ausgangsposition
zurückkehrt. In den USA hat es dadurch schon Unfälle mit tödlichem
Ausgang gegeben. In Europa sind bisher keine derartigen Fälle bekannt, die
Rückrufaktion ist laut Toyota eine reine Vorsichtsmaßnahme.“
Toyota ruft deshalb nun weltweit rund 4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Neben sieben anderen Modellen auch den im mittelböhmischen Kolín gebauten Kleinwagen Aygo. Doch nicht nur Toytota ist betroffen…
„Ja genau. In Kolín werden neben dem genannten Toyota Aygo auch der
Peugeot 107 und der Citroën C1 gebaut. Der französische PSA-Konzern –
die Mutter der beiden Marken – ist nämlich mit Toyota eine Kooperation
eingegangen. Alle drei Kleinwagen-Modelle basieren auf demselben Chassis
und laufen in Kolín gemeinsam vom Band. Nach Angaben von PSA müssen
europaweit insgesamt 97.000 Peugeot 107 und Citroën C1 der Baujahre 2005
bis 2008 zur Überprüfung in die Werkstatt.
Toyota
Das sei nur ein Zehntel der
insgesamt hergestellten Wagen, lässt die Pariser PSA-Zentrale wissen. Die
beiden Modelle werden zwar ausschließlich in Kolín hergestellt, aber
nicht in allen Ausstattungs- und Motorisierungsvarianten sind die
fehlerhaften Gaspedale eingebaut. Insgesamt sind rund 150.000 in Kolín
gebaute Toyota, Peugeot und Citroën betroffen, davon sind rund 10.000 in
Tschechien verkauft worden.“
Was sagt denn der Hersteller TPCA – so heißt die gemeinsame Gesellschaft von Toyota und Peugeot-Citroën in Kolín – zu den Problemen?
„Nichts. Für uns war dort niemand für eine Stellungnahme erreichbar.
Gegenüber der Presseagentur ČTK hat der Firmensprecher mitgeteilt, das
ganze sei Angelegenheit der jeweiligen Automarken. TPCA stelle nur in deren
Auftrag die Autos her. Und auch bei den Autoherstellern zeigt man sich in
dieser eher unangenehmen Angelegenheit nicht besonders gesprächig.
TPCAAber
die Besitzer der betroffenen Autos würden schnellstmöglich und
unverzüglich informiert, lassen die Autohersteller ausrichten.“
Gibt es sonst irgendwelche öffentlichen Reaktionen?
„Nun, der Präsident von Toyota, Akio Toyoda, hat sich für die Probleme öffentlich entschuldigt. Die französischen Gewerkschaften wiederum sehen sich in ihrer Kritik an der Auslagerung der Produktion in so genannte Niedriglohn-Länder bestätigt. Die aktuellen Probleme seien ein Auswuchs des „Toyotismus“, der für minimale Entwicklungszeit, minimale Materialkosten und minimale Löhne stehe, sagte ein Vertreter des Demokratischen Gewerkschaftsbundes CFDT, des größten gewerkschaftlichen Verbandes in Frankreich gegenüber dem Fernsehsender 'France 2'.“









