Tennis: Erfolgreiches Doppelpaar H+H trennt sich

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Auch die weniger passionierten tschechischen Sportfans wissen, was sich hinter dem Begriff „H+H“ verbirgt – wenigstens seit den Olympischen Sommerspielen in London. Dort gewannen H+H Silber im Tennis-Damendoppel. Es handelt sich um die Tennisspielerinnen Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká. Das Doppelpaar hat zudem zwei Grand-Slam-Titel errungen. Doch die beiden erfolgreichen Tennisdamen wollen künftig nicht mehr zusammenspielen

Andrea Hlaváčková und Lucie Hradecká  (Foto: ČTK)
Das Duo H+H hat sich vor fünf Jahren zusammengetan. Seitdem haben die 27-jährige Hlaváčková und die um ein Jahr ältere Hradecká auch die größten Stars der Tenniswelt bezwungen. Insgesamt elf Siege bei WTA-Turnieren stehen zu Buche.

Die Nachricht vom Ende des erfolgreichen Silber-Doppels aus London hat nun die sportinteressierte Öffentlichkeit überrascht. Zwar war während des Jahres bereits über ein mögliches Auseinanderbrechen des Paares spekuliert worden, doch dann schien sich die Lage in den letzten Monaten beruhigt zu haben. Im September gewannen beide gemeinsam die US-Open. Dort, wie auch bei anderen Turnieren, passten sie sich an einander an, als Hradecká mit einem verletzten Handgelenk spielen musste. Lucie Hradecká:

Lucie Šafářová  (Foto: ČTK)
„Gut daran war, dass mich die Verletzung nur daran gehindert hat, öfter Rückhand zu spielen. Im Doppel nutze ich aber während eines Spiels ungefähr nur fünfmal die Rückhand. Für den halben Tennisplatz kommt man auch problemlos mit der Vorhand aus. Wir haben zu dieser Zeit unser Spiel so umgestellt, dass ich mehr die Vorhand nutzen konnte.“

Die erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden Tennisspielerinnen endet jedoch. Andrea Hlaváčková will sich den Medien zufolge mehr auf die Einzelwettbewerbe konzentrieren. Im Einzel liegt sie in der Weltrangliste auf Platz 141, im Doppel auf Platz elf. Ihre neue Doppelpartnerin wird Lucie Šafářová. Lucie Hradecká, die in der Weltrangliste im Doppel Rang 14 belegt, spielt von nun an zusammen mit ihrer tschechisch-niederländerischen Teamkollegin Michaella Krajicek. In dieser Besetzung gewannen sie Ende Oktober das ITF-Turnier in Poitiers. Danach beschlossen sie, auch weiterhin zusammenzubleiben.

Jaroslav Plašil  (Foto: Jan Pácha,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Der Tennisexperte des Tschechischen Rundfunks, Jaroslav Plašil, glaubt, dass das Ende des Tennisduos H+H verschiedene Gründe haben könnte:

„Sie haben zusammen fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Ihre Karriere war sehr erfolgreich. Dies könnte einer der Gründe sein. Ein anderer Grund könnte rein menschlicher Natur sein. Es ist kein Geheimnis, dass Andrea Hlaváčková und ihre neue Doppelpartnerin Lucie Šafářová sehr gute Freundinnen sind, die auch ihre Freizeit manchmal gemeinsam verbringen.“

Der Tennisexperte hält den Zerfall des Duos trotzdem für überraschend. Er findet, dass Hlaváčková und Hradecká die sehr komplizierte Saison 2013 voller Verletzungen eigentlich gut bewältigt hätten. Dass sie mit den neuen Tennispartnerinnen ebenso glänzende Ergebnisse erreichen könnten, sei indes nicht auszuschließen. Jaroslav Plašil:

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„Aber vor allem bei Hlaváčková und Šafářová wird das nicht einfach sein. Denn in der Weltrangliste liegt Šafářová im Einzel auf Rang 29, aber Hlaváčková auf Rang 141. Es könnte schwierig werden, dass beide überhaupt an denselben Turnieren teilnehmen. Beide versprechen sich viel davon, dass sie von nun an denselben Trainer haben. Kann sein, dass sie sich aber beide jetzt auf ihre Karriere im Einzel konzentrieren wollen und das Doppel nur als Ergänzung betrachten.“



Tomáš Hertl  (Foto: ČTK)
Doch der tschechische Leistungssport ohne ein H+H-Duo – das scheint unvorstellbar. Kurz nachdem sich die Tennisdamen getrennt hatten, weckte ein männliches Pendant die Aufmerksamkeit der Sportfans. Beim Eishockeyklub San José Sharks in der nordamerikanischen NHL sind zurzeit zwei hervorragende tschechische Spieler unter Vertrag. Der eine heißt Tomáš Hertl und hat die Fans zu Beginn der Saison mit unglaublichen vier Toren in einem Spiel begeistert. Der andere ist Martin Havlát, der schon länger bei den Sharks ist. Die Medien bezeichnen die beiden Eishockeycracks bereits als neues „H+H“-Duo.