Tagesecho Technoparty mit Staatsbesuch

28-07-2006 16:03 | Bára Procházková

Normalerweise ist Technomusik eher eine Sache für Randgruppen mit ausgefallenem Musikgeschmack und besonderem Lebensstil. Nicht aber in Tschechien. Mittlerweile weiß dort hingegen fast jede Großmutter, wie sich der elektronische Sound anhört. Sogar der Innerminister besucht das größte tschechische Technofest CzechTek, das am Wochenende in Nordböhmen stattfindet. Mehr von Bara Prochazkova.

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CzechTec (Foto: CTK)CzechTec (Foto: CTK) CzechTek findet am Wochenende bereits zum 13. Mal statt, aber allseits bekannt wurde die Technoparty erst im vergangenen Jahr, als nach einem Polizeieinsatz Dutzende Raver sowie Polizeibeamte verletzt worden waren. Das sollte sich in diesem Jahr nicht wiederholen. Deshalb hat die tschechische Armee den Technoliebhabern eines ihrer Grundstücke in Nordböhmen vermietet und die Polizei hat mit den Organisatoren Kontakt aufgenommen. So ist CzechTek das erste Mal in seiner Geschichte offiziell. Damit verliere die Tanzveranstaltung für viele jedoch an Reiz, hieß es aus der Technoszene. Einer der Organisatoren vom Verein der tschechischen Soundsysteme hält jedoch dagegen:

Josef Slunecko (links) und Antonin Moltas (Foto: CTK)Josef Slunecko (links) und Antonin Moltas (Foto: CTK) "Entweder interessiert man sich für Musik oder für Schlägereien mit der Polizei. Für diejenigen, die tanzen wollen, ist es nach wie vor CzechTek geblieben, für die anderen ist es kein klassischer CzechTek mehr."

Neu ist auch die angemeldete Teilnahme von Politikern: "Ich werde auch zum CzechTek fahren", gab der tschechische Innenminister Frantisek Bublan bekannt. Es soll diesmal jede Anwendung von Gewalt vermieden werden. Polizisten regulieren vor allem den Verkehr an den Anfahrtswegen und warten erstmal ab, so Bublan:

"Wir müssen selbstverständlich vorbereitet sein, damit alles ohne Probleme abläuft. Es ist wichtig, dass die Teilnehmer Spaß haben. Die Umwelt darf dabei aber auch nicht leiden."

(Foto: CTK)(Foto: CTK) Einige Hundert Technoliebhaber waren bereits am Freitag vor Ort, sagt der Bürgermeister des nah gelegenen Dorfes Mastov, Josef Slunecko: "Es sind hier viele junge Leute, die zwar ein bisschen anders aussehen als wir, wenn wir in der Früh aufgeputzt zur Arbeit gehen, aber wir haben mit ihnen keine Probleme. Sie kommen in die Kneipe, trinken ein Bier und dann gehen sie wieder weg. Bis jetzt gab es wirklich keine Probleme."

Bei der Anreise wurden jedoch vereinzelt Drogen bei jungen Leuten gefunden. So auch bei einer Gruppe von Niederländern und Franzosen, die an der deutsch-tschechischen Grenze von bayrischen Polizeibeamten festgenommen wurden. Nach einem Verhör und Absprachen mit dem Staatsanwalt in Hof, konnten die Technofans ihre Reise aber fortsetzen, informierte die Sprecherin der westböhmischen Polizei.

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