Tagesecho "Tag der Steuerfreiheit"

11-06-2002 | Marketa Maurova

Einen Grund zum Feiern hatten an diesem Dienstag alle, die in Tschechien ihren Lebensunterhalt verdienen. Der 11. Juni gilt nämlich in diesem Jahr als "Tag der Steuerfreiheit". Mehr dazu von Markéta Maurová.

Download: RealAudio

Was bedeutet der "Tag der Steuerfreiheit"? Eine Erklärung bietet uns Jiri Schwarz vom Liberalen Institut:

"Der Tag der Steuerfreiheit teil das Jahr in zwei Teile. Im ersten Teil arbeiten wir für den Staat, d.h. dass die Gesamtsumme unserer Einkommen der Gesamtsumme der Steuern gleicht, die wir pro Jahr bezahlen müssen. Und in der zweiten Jahreshälfte, die mit dem 11. Juni beginnt, entscheiden wir selbst über unsere Einkommen. Wir entscheiden, was wir mit dem verdienten Geld machen."

Der "Tag der Steuerfreiheit" wird in Tschechien seit 2000 begangen, und zwar jeweils zu einem etwas späteren Datum. In diesem Jahr kommt er vier Tage später als 2001.

Die Steuern, deren Höhe von liberalen Ökonomen kritisiert wird, sind auch eines der Hauptthemen der diesjährigen Parlamentswahlen. Die Sozialdemokraten, für die die Vision eines Sozialstaates grundlegend ist, warnen vor einer vorzeitigen Senkung der Steuersätze. Sie messen direkten Steuern (Einkommenssteuern) eine wichtige Bedeutung bei - gegenüber indirekten Steuern wie etwa der Mehrwertsteuer. Geplant werden eine gemeinsame Versteuerung von Eheleuten und eine Einbeziehung der Elternschaft in die Steuerbemessung. "ODS wählt niedrige Steuern" - so ein Wahlmotto der Bürgerdemokraten. Sie schlagen anstatt von Steuererleichterungen für bestimmte Personen niedrige und einheitliche Steuern für alle vor, und zwar 15 Prozent.

Eine Beschränkung der Versteuerung verspricht auch das Wahlbündnis "Koalition". Diese will die Pflichtzahlungen senken und eine grundsätzliche Verschiebung von direkten hinzu undirekten Steuern durchführen. Das Prinzip der Steuererleichterungen soll erhalten bleiben, vorgeschlagen wird auch eine gemeinsame Versteuerung für Ehepaare. Die Kommunisten planen eine Senkung der indirekten Steuern und eine Steigerung der Einkommenssteuern bei Reichen. Sie unterstreichen des weiteren Steuererleichterungen für kleine und mittlere Unternehmer sowie für diejenigen, die neue Arbeitsplätze in bestimmten Regionen und für bestimmte Bevölkerungsgruppen schaffen.

Artikel bookmarken

Nicht verpassen

In dieser Ausgabe finden Sie auch

Temelin: Probebetrieb ein Stück Wahlkampagne?

Olaf Barth

Am Montag haben Premier Milos Zeman und sein Industrieminister Miroslav Gregr das umstrittene südböhmische Kernkraftwerk Temelin besucht....mehr...

Strategie der nachhaltigen Entwicklung wird dem Kabinett vorgelegt

Martina Schneibergová

Das Milos Zeman-Kabinett wird sich demnächst mit der Strategie der nachhaltigen Entwicklung der Tschechischen Republik befassen, die...mehr...

Efrolgreiche Antidrogenrazzia

Dagmar Keberlova

Hunderte von tschechischen Polizisten und Zöllnern haben in einer Antidrogenrazzia eine Gruppe von Dealern der Droge "Extasy" gefasst...mehr...

Wahlen: In Nordmähren setzt man anstatt auf Politik auf die Unternehmer

Lothar Martin

Letzten Umfragen zufolge waren sich noch vorige Woche erst 51 Prozent der Wahlberechtigten vor den an diesem Freitag und Samstag stattfindenden...mehr...

Ähnliche Artikel

mehr...

Rubrikenarchiv

mehr...

Aktuelle Sendung in Deutsch