Tagesecho Svoboda wird als dritter Tscheche Europameister im Modernen Fünfkampf
Am Freitag ist in Tschechien die erste Fußball-Liga in ihre neue Saison gestartet. Das Interesse der hiesigen Sportfans ging aber auch über die Landesgrenze hinaus. Radio Prag mit einem Überblick über das vergangene Sportwochenende.
Roman Kreuziger (Foto: www.wikimedia.org)
Zum Beispiel schauten die Fans nach Frankreich. Bei der Tour de France hat
das Peloton der weltbesten Radfahrer inzwischen die Pyrenäen erreicht. Sie
sind der abschließende Gradmesser der 97. Tour und der Scharfrichter für
die jeweilige Endplatzierung. Das weiß auch Roman Kreuziger, der einzige
Tscheche im Feld, der seine dritte Teilnahme bei der Frankreich-Rundfahrt
mit einer Top-Ten-Platzierung krönen will. Vor dem Start zur ersten
Pyrenäen-Etappe lag er auf dem zehnten Platz der Gesamtwertung, und auch
den höchsten Punkt der Etappe, den 2000 Meter hohen Port de Pailhères,
überquerte er souverän. Das änderte sich aber bei der letzten Auffahrt,
die hinauf zum Zielort Ax-3-Domaines führte.
Tour de France (Foto: ČTK)
„Gleich zu Beginn des Anstiegs hatte ich Probleme mit der
Tempoverschärfung, die in der Verfolgergruppe angeschlagen wurde. Danach
bin ich mein eigenes Tempo gefahren, da ich spürte, wie mir die Kräfte
schwanden. Daher konnte ich auf die Attacken der Favoriten auch nicht mehr
reagieren“, sagte Kreuziger.
Mit über drei Minuten Rückstand auf Etappensieger Riblon kam Kreuziger als 28. ins Ziel und fiel so auf den 12. Platz in der Gesamtwertung zurück.
Barbora Záhlavová-Strýcová (Foto: ČTK)
Ein großes Ziel hatte auch die tschechische Tennisspielerin Barbora
Záhlavová-Strýcová vor Augen. Am Sonntag stand sie in Prag zum ersten
Male in ihrer Karriere im Finale eines WTA-Turniers, das sie natürlich
auch gewinnen wollte. Ihre Gegnerin, die Ungarin Agnes Szavay, aber spielte
stark. Sie gewann den ersten Satz mit 6:2, so dass Záhlavová ihre Taktik
ändern musste:
„Im zweiten Satz habe ich aggressiver gespielt, doch diese Spielweise hat mich auch viel Kraft gekostet. Meiner Meinung nach war ich bis zum dritten Spiel im dritten Satz, als mir ein Break gelang, um zwei Klassen besser als meine Gegnerin. Dann aber verlor ich meinen Aufschlag und auch mein Konzept.“
Nicole Vaidišová und Radek Štěpánek (Foto: ČTK)
Und zwar völlig. Nach dem 6:1 im zweiten Satz verlor Záhlavová den
dritten Satz mit 2:6, so dass die 21-jährige Ungarin ihren zweiten
Turniersieg in Folge feiern konnte. Gefeiert wurde am Samstag auch auf der
Prager Burg, nämlich die Hochzeit des einstigen Tennissternchens Nicole
Vaidišová mit Davis-Cup-Spieler Radek Štěpánek. Es war das Topereignis
für die Klatschpresse.
Sportlich aber sorgte ein ganz anderer Tscheche für die Schlagzeilen: der Moderne Fünfkämpfer David Svoboda. Bei der Europameisterschaft im ungarischen Debrecen lag er vor dem abschließenden Geländelauf eigentlich nur in Lauerstellung:
David Svoboda (Foto: ČTK)
„Ich bin als Elfter mit einem Rückstand von 48 Sekunden auf den
führenden Russen ins Rennen gegangen, aber ich habe fest daran geglaubt,
dass ich noch eine Medaillenchance habe. Weil meine Gegner beim Laufen
etwas schwächelten oder in dieser Disziplin einfach nicht so gut sind, hat
sich mir auf einmal das Tor zur Goldmedaille geöffnet, durch das ich dann
auch gelaufen bin“, sagte Svoboda.
Mit seinem Triumph trat Svoboda in die Fußstapfen von Libor Capalini und Ondřej Polívka, die vor ihm für Tschechien EM-Gold holten. Und schon ab nächstem Wochenende wollen es ihm Barbora Špotáková und weitere tschechische Leichtathleten bei der EM in Barcelona möglichst gleich tun.








