Tagesecho Sport: Tschechiens „Leiste der Nation“ und die spanische Überlegenheit
Auch für die tschechische Fußball-Nationalelf geht es wieder los. Am Dienstag bestreitet sie ihr erstes Qualifikationsspiel zur Europameisterschaft 2012. Das ist zwar das bestimmende Ereignis in diesen Tagen für die tschechische Sportwelt, aber nicht das einzige.
Tomáš Rosický (Foto: ČTK)
Der Ernst des Lebens beginnt für Rosický und Co. Ein knappes Jahr
bestritt das Fußballnationalteam nur Freundschaftsspiele. Nun startet mit
etwas Verspätung - wegen eines spielfreien Tags - auch für Tschechien die
EM-Qualifikation. Am Dienstag empfängt man im mährischen Olomouc /
Olmütz die Litauer. Es gilt, den desolaten Eindruck aus der verpatzten
Qualifikation zur WM in Südafrika wettzumachen. Und dafür ist eigentlich
alles angerichtet: Der Generationswechsel im Team ist vollzogen und Trainer
Michal Bílek stehen alle wichtigen Spieler zur Verfügung. Doch, oha, dann
zwickte es Mitte vergangener Woche ausgerechnet Tomáš Rosický in den
Muskeln rund um den Leistenkanal. Die Leiste der Nation also in Gefahr und
damit vielleicht der wichtigste Spieler aus dem Spiel? Ein Aufatmen am
Sonntag:
Michal Bílek (Foto: ČTK)
„Anfangs hatte er Schmerzen auch beim normalen Gehen. Wir haben
diagnostiziert, dass der Muskel um die Leiste herum überlastet ist. Wir
behandeln ihn immer noch, er wird intensiv von Krankengymnasten, Masseuren
und uns Ärzten betreut. Und mittlerweile sieht es auch schon besser aus.
Ich glaube, Rosický wird fit sein für das Spiel“, so Mannschaftsarzt
Krejčí nach dem Training des Nationalteams am Sonntag.
Rosický hatte die komplette Trainingseinheit unter Normalbelastung absolviert. Gerade auf die Einfälle des Spielmachers von Arsenal London vertraut Tschechien im Spiel gegen Litauen. Der Gegner aus dem Baltikum hatte am Freitag zu Hause gegen Schottland ein 0:0 erkämpft. Die Litauer – taktisch wohl eine Herausforderung. Wie sie zu knacken sind, konnte aber am Sonntag auch Verteidiger Roman Hubník von Hertha Berlin noch nicht sagen:
Training der tschechischen Mannschaft (Foto: ČTK)
„Ich habe nicht das ganze Spiel gesehen, aber ich habe das Ergebnis
durchaus erwartet. Die Videoaufzeichnung vom Spiel Litauen gegen Schottland
bereiten die Trainer noch auf und erst dann werden wir uns vorbereiten.“
Vom Ergebnis her bedeutet das torlose Unentschieden jedoch eine positive Nachricht für Tschechien, denn Schottland gilt als größter Konkurrent im Kampf um Platz zwei in der Gruppe - hinter Weltmeister Spanien, der übermächtig scheint. Das Spiel Tschechien – Litauen beginnt am Dienstag um 20.15 Uhr Ortszeit.
Jaroslav Kulhavý (Foto: ČTK)
Übermächtige Spanier, damit hatten am Wochenende auch die tschechischen
Radsportler zu tun. Roman Kreuziger zum Beispiel. Bei der Vuelta fuhr der
Profi von Liquigas am Sonntag sein bisher bestes Ergebnis der diesjährigen
Spanienrundfahrt ein: der zweite Platz hinter Daniel Lopéz. Und noch
einmal Rad und noch einmal ein zweiter Platz hinter einem Spanier: Jaroslav
Kulhavý holte Silber im Cross Country bei der Mountainbike-WM, es gewann
José Antonio Hermida. Doch sollte man sich nicht täuschen: Bei der
Weltmeisterschaft im kanadischen Skiressort Mont-Sainte-Anne haben die
Tschechen abgesahnt. Denn im nichtolympischen Fourcross holten Frauen und
Männer insgesamt einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. Ein
großer Erfolg also für die tschechischen Mountainbiker.
Petra Kvitová (Foto: ČTK)
Erfolg - den hatten die tschechischen Tennisspieler hingegen nicht. Bei
den US Open schied am Freitag mit Petra Kvitová die letzte Hoffnung im
Einzel dahin. Und das schon in der dritten Runde. Diese Niederlage war
indes zu erwarten gewesen, denn Kvitová traf auf Titelverteidigerin Kim
Clijsters. Doch begann die Tschechin fulminant, führte im ersten Satz
bereits 3:0 und setzte die Belgierin unter Druck:
„Leider lässt sich das gegen Kim nicht lange durchhalten, und für mich kam das Ende ziemlich früh. Ich begann viele Fehler zu machen und sie kam ins Spiel. Jeder hat eine schwache Phase, nur hatte ich die leider dann sehr lang“, so Kvitová.
Nach der 3:0-Führung gelang der Tschechin kein einziges Spiel mehr. Das Endergebnis aus ihrer Sicht lautete daher 3:6 und 0:6.






