Tagesecho Sport am Wochenende: Sáblíková vorneweg, Langläufer hinterher
Das abgelaufene Wochenende war erneut reich an sportlichen Ereignissen mit tschechischer Beteiligung. Dabei gab es Licht und Schatten – im Langlauf, Eisschnelllauf und im Fußball.
Martin Koukal
Am Wochenende sind auch die Skilangläufer in die Olympiasaison gestartet.
Im norwegischen Breitostölen konnten Tschechinnen und Tschechen aber
keine
Weltcup-Punkte verbuchen. Während bei den Frauen dies leider genau die
Leistungsfähigkeit des Teams nach dem Abtritt von Olympiasiegerin
Kateřina Neumannová widerspiegelt, gab es bei den Männern einen anderen
Grund: Lukáš Bauer, der Weltcup-Sieger von 2008, nahm nicht am
Saison-Auftakt teil. Wie auch in den Jahren zuvor hatte ihn erneut eine
Atemwegserkrankung im Training zurückgeworfen. Bester Tscheche am Samstag
über 15 Kilometer Freistil wurde daher Martin Koukal auf Rang 41 mit fast
anderthalb Minuten Abstand auf den siegreichen Norweger Hafsaas.
Für die Männerstaffel am Sonntag musste Nationaltrainer Miroslav Petrásek gleich zwei Läufer ersetzen, neben Bauer fehlte auch Martin Jakš. Damit schwanden die Chancen auf eine vordere Platzierung erheblich. Vor allem Auftaktläufer Martin Koukal musste Kritik von Trainer Petrásek einstecken:
„Ich bin nicht zufrieden. Am Anfang im Schneegestöber lief an der Spitze eine 15-köpfige Gruppe und wir waren nicht dabei. Mit Martin habe ich schon gesprochen, seine Leistung war nicht optimal. Daraus entwickelte sich der restliche Verlauf des Rennens“, sagte Petrásek nach dem Rennen.
Wegen einer kleinen Aufholjagd von Jiří Magál liefen die tschechischen Langläufer auf Platz 14. Die angestrebte Olympia-Norm muss die Staffel nun in den verbleibenden Rennen schaffen.
Eisschnellläuferin Martina Sáblíková (Foto: ČTK)
In Norwegen aufgetrumpft hat hingegen eine bereits sichere tschechische
Olympiateilnehmerin: Eisschnellläuferin Martina Sáblíková. Die
22-Jährige stürmte beim Weltcup in Hamar mit einem Sieg über 5000 Meter
und dem dritten Platz über 1500 Meter an die Spitze des Gesamt-Weltcups.
Zu den Flops der letzten Wochen gehört indes die tschechische Fußball-Nationalmannschaft, die zuerst die WM-Qualifikation verpasste und sich dann bei einem Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten blamierte. Dort verloren die Schützlinge von Michal Bílek zuerst gegen die Gastgeber und dann auch noch gegen Aserbaidschan. Die am Freitag veröffentlichte Fifa-Weltrangliste reflektiert dies nun: Tschechien wird nur noch auf Position 23 geführt, so schlecht wie zuletzt 1995. Im Dezember wollte die tschechische Nationalelf das verkorkste Jahr wenigstens mit einem attraktiven Freundschaftsspiel versöhnlich ausklingen lassen: In Buenos Aires gegen Argentinien. Doch aus daraus wird nichts, weil man keinen Termin fand:
„Das Ganze ist letztlich an den Bedingungen der Argentinier
gescheitert,
die für uns nicht akzeptabel waren. Weil es aber kein offizieller
Länderspiel-Termin war, ist dies nicht so schlimm. Wir wissen immerhin,
dass wir am 3. März kommenden Jahres gegen Schottland spielen werden. Und
im Mai bestreiten wir zwei Spiele. Dafür warten wir noch das Los für die
Weltmeisterschaft ab. Es besteht die reelle Chance, dass wir gegen
WM-Teilnehmer spielen, es könnten also sehr attraktive Gegner
sein“, so
Petr Svecený, der Sprecher des Böhmisch-Mährischen Fußballverbandes.







